Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1723535
Dietrich , 
Joh. 
Friedr. 
Dietterlin 
Dietterlein etc. 
oder 
399 
und auf das freundlichste behandelte. Der Unterricht des verdienst- 
vollen Iilieber und Dietriclfs fort esetztes Studium auf der Akade- 
mie, zeigte bald die günstigsten älVirkungcn für die Ausbildung 
des jungen liiinstlers und so wurde er durch gediegene Arbeiten 
bald vortheilhaft bekannt. Besonders fand er Gelegenheit sich 
durch mehrere Aufträge des Grafen Ladislaus Festetics sich in sei- 
nem Fache zu vervollkommnen, wodurch er einen Standpunkt er- 
reichte, der ihn den Namen eines Künstlers in voller Bedeutung 
des VVortes verdienen lässt. Er lieferte bereits eine Anzahl 
trefflichcr Werke in Stein und Elfenbein. Zu seinen gelungensten 
gehören: Die Büste Iiliebefs, eines seiner ersten Werke, das er 
mit allem Fleisse und besonderer Liebe ausfiihrte; die Büste Beet- 
lmoveifs, zu deren Vollendung ihm der unsterbliche Tonkünstler 
alle Zeit gewährte; Giithehs Biiste nach einem Gemälde gefertiget; 
die Büste des Kaisers Franz aus Tyroler Marmor; zwei colossale 
Statuen des heil. Ladislaus und des heil. Stephan, auf den Gütern 
des Grafen Festetics, für den er auch eine heil. Helena fertigte; 
Christus am Kreuze in Elfenbein, ein Gegenstand, für den er meh- 
rere Bestellungen erhielt; die Büste des Grafen von Czernin; die 
colossale Statue des Herkules mit der Hydra im Garten des Herr- 
schaftsbesitzers von Wetzdorf in Niederösterreich u. a. 
Dietrich eignet sich besonders für Gegenstände ruhiger Natur. 
In der Ausführung herrscht Fleiss und Neuigkeit und in der Dra- 
perie besitzt er Geschmack und Einsicht" Auch in der Behandlung 
des Nackten verdient er Lob. 
Dietrich, Joh. Friedrich. s, Dietergch, 
Dlelrlßh; Edllafd; Laudschafts- und Genreinaler in Erfurt, ein 
Künstler uusers Jahrhunderts. Man hat von seiner Hand verschie- 
dene Bilder, die er der Natur entnimmt, oder aus seiner Phantasie 
schöpft. 
Dieterhn oder Diederlin. s, nitterlin. 
Dletterlin oder Dictterlein, Wendel, Islilarius, Bartholo- 
InällS, Vater, Sohn und Enkel, geschickte Künstler zu Strass- 
burg. Wenclel war Maler, Bossirer, Architekt und Bürger zu 
Strassburg, ein Künstler, dessen Iluf zu seiner Zeit gross war. 
Herzog Ludwig von Wiirtemberg berief ihn nach Stuttgart zum 
Baue des neuen Lusthauses, das 1591 schon vollendet _war. In der 
bezeichneten Stadt fertigte Dictterlin auch sein Werk_ uber die Säu- 
lenordnungen, das 1595 mit des Künstlers eigenhändig mit dreister 
Hand radirten Hupfern in fol. erschien. Das Werk führt den Ti- 
tel: Architectura vnd Ausstheilung der V. Seulen. 'Das Erst Buch. 
Durch Wendel Dietterlein Malern vonn Strassburg. Das zweite 
Buch dieses Werkes bildet die Architectura von Portalen und Thiir- 
gerichten mancherley arten, die 1591i erschien. Eine zweite ver- 
mehrte Auflagc dieser Architectura wurde zu Nürnberg 1598 ge- 
druckt und diese zeigt das Bildniss des Iiiinstlers, mit den Um- 
schrift: VVendelinus Dietterlin pictor Argentinensis Übut A. 
C19. 13. IO. aetat. IL. Eben dieses Bildniss ist auch in der Aus- 
gabe von 1655, die ebenfalls zu Nürnberg erschien, mit dem lVlutto: 
Kauffe und gebrauche Mich, Es wird nicht gerewßn ClICb- Die 
Malereien dieses Künstlers sind zu Grunde gegangen, den sie wa- 
ren an den Facaden der Häuser. 
Da der Ruf dieses Künstlers, der 159g im [lgsten Jahre starb, 
auch ins Ausland drang, wie dieses der Bau _des bezeichneten 
Landhauses des Herzogs Ludwig beweiset, so 1st es sehr wahr-
        

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