Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1722966
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Denner, 
Balthasar. 
beamten auf einem Stück, zusammen 21 Bildnisse, unter welchen 
er auch sein eigenes anbrachte. Im Jahre 1712verl1eirathete er sich 
mit Eilher Winter, und bald darauf malte er das Bildniss Friedrwll 
IV. von Dänemark. Im nächsten Jahr malte er die Fürstin von 
Schleswig in Miniatur, auf verschiedene Art. 
1m Jahre 1717 portraitirteer zu Husum den Iiönig von Däne- 
mark wohl zozigMal und er wurde auch von demselben nach (Jo- 
penhagen eingeladen, wo er sich zehn Monate lang aufhielt und 
die Bi dnisse sehr vieler hoher Personen und grosscr Herren des 
Reiches verfertigte. In Wolfenbüttel malte er 1720 mehrere Male 
das Bildniss der Herzogin und zu Hannover viele englische Lords 
und Ladißä- 1m folgenden Jahre reiste er mit Frau und Iiintlerll 
nach England und gründete dort durch einen höchst meisterhaft 
gemalten Kopf einer alten Frau seinen Ruf. Alle Adeliche und 
Ileiche wollten dieses Bild sehen und die Folge war, dass sich 
viele Herzogc, Grafen und allllßfß Ilßfrell mit ihren Gemahlinncll 
malen licssen. Das erwähnte Bild sandte er später an Kaiser Iiarl 
VI. nach Wien, dem es so sehr gefiel, dass er dem Künstler dafür 
4700 Itiaiscrgulden bezahlen liess. Er hielt es unter Schloss und 
Piiegel und trug stets den Schlüssel bei sich.  
Im Jahr 1725, als sich Denner schon wieder in Amsterdam auf- 
hielt, erhielt er vom Iiaiser den Auftrag, ein Gegenstück zu malen, 
das in dem Kopfe eines Greises besteht, ein hohes Meisterstiick, 
das jedoch nach dem Urtheile einiger Kenner jenes an Vollkommen- 
heit nicht ganz erreicht. 
Zwei ähnliche, unvergleichliche Meisterstüclae besitzt auch die 
lt. Gallerie zu München, beide mit unsägliehem Fleisse vollendet. 
Bei Denner ist der höchste Fleiss, die xnöglichste Vollendung; jede 
kleine Eigenthümlichkeit des Gesichtes, sogar die Schweisslöchcr 
der Haut sind sichtbar und dennoch, so sehr man den Fleiss des 
Künstlers in der Nähe bewundert, verlieren seine Bildnisse nicht 
an Wirkung für die Ferne. In Deutschland sind übrigens noch 
andere vorzügliche Meisterwerke dieses Künstlers. In Dresden 
sind vier seiner Bilder. Er malte hier August II. und verkaufte 
ihm zwei Iioplstücke für 500 Dukaten. In Salzdahlen Waren einst 
fünf schöne Köpfe von alten Männern und Frauen. 
Im Jahre 1755 wurde er nach Neustadt im Mecklenburgischen 
eingeladen und portraitirte daselbst den Herzog Administrator, 
Christian Ludwig, nebst der ganzen Familie, und 1740 malte er 
den Herzog von Holstein-Gottorf, Iiarl Peter Ludwig, nachherigen 
Iiaiser von Russland Peter 111., zwei Mal in Lebensgrüsse. Von 
diesemx Originalgemiilde gingen Copien nach allen Höfen von Eu- 
ropa, insbesondere nach St, Petersburg. Selbst die Kaiserin Eli- 
sabeth lud- ihn 1742 nach St. Petersburg ein, aber der Künstler 
folgte niehthobgleich fast sein ganzes Leben eine Reise war. Im 
Jahr 17515 malte er den schwedischen Thronfolger, Adolph Fried- 
rich, zu Hainburg und lieferte von demselben mehrere Bildnisse 
in Lebensgrosse und von verschiedener Art. Auch den Churfiir- 
sten von Cöln malte er 1'744 in Hamburg auf mancherlei Manier, 
klein und in Lebensgrösse. Das Nämliche geschah 171W mit dem 
Herzoge von I-Iolstein-Plön und mit der verwittweten und regie- 
renden Herzogin von Braunschweig. In letzter Stadt wollte er 
sich auch niederlassen, aber der Tod setzte seinem Streben in Ham- 
burg ein Ende. 
Donner fand in seinem Leben eine reiche Quelle des Ruhmes 
und des Beichthuinl. Er hatte drei Iiöziige und eine grosse Menge 
fürstlicher Personen gemalt, auch war er von ihnen königlich und 
fürstlich bezahlt werden.
        

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