Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1722852
Delormc, 
Pin-c 
Claude 
Frangois. 
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rungen zu, und daran mag er auch grössern Anthcil haben, als 
J. Bullant. Wenn auch letzterer bei dem Baue beschiiitiget war, 
so kann doch Delorme für den Urheber eines der grösstcß 11ml 
prächtigsten Palläste in Frankreich gelten; alle Veränderungen 
 späterer Architekten konnten das originelle Gepräge dieses Künst- 
lers doch nicht ganz verdrängen; es herrscht {noch in der allge- 
meinen Anordnung des Gebäudes und im Styl der Verzierung, der 
ungemein reich ist. 
Delorme hinterliess auch zwei literarische VVerke: einen Traktat 
iiber die Baukünst, und einen andern, der 1561 zu Paris in Folio 
unter dem Titel: Nouvelles inventions pour bien bätir et a petits 
frais, erschien. Einige Exemplare haben die Jahrzahl 1576. 
Der Architekt Dctournelle besorgte eine neue Ausgabe von die- 
sem Werke. 
Diese Nouvelle lnvention bildet in einigen Ausgaben die Fort- 
setzung des Traite d'Architecture, allein erstere ist eher erschie- 
nen. Spätere Ausgaben dcr beiden Werke führen den Titel: 
Oeuvres d'Architecture de Ph. Delorme, Paris 1626, Bouen 1643. 
Alle Ausgaben, welche das zehnte Buch, oder die Nouvelle Inven- 
tion enthalten, sind gesucht. 
Catharina von Medici belohnte 1555 die Dienste des Künstlers 
mit den Abteien von St. Eloi de Noyon und St. Serge d'Angers, 
auch war er der Rath der Königin und Ahnoscnvertheiler des Iiii- 
nigs. Diese Gunstbczeugungen sollen ihn stolz gemacht haben, 
wesswegeu , der Behauptung nach, der Dichter lionsard, vielleicht 
nur aus Eifersucht, die Satyre: Truelle crossc, gegen ihn schrieb. 
Auch war er Gouverneur der Tuilerien. In dieser Eigenschaft vcr- 
weigerte er einmal dem Ronsard den Eintritt in den Garten, wor- 
auf dieser folgende Worte an das Thor schrieb: FORT. BEVE- 
RENT. HABE. Als Delorine dieses sah, glaubte er sich beleidi- 
gct, denn er hielt die Worte für französisch. 
Er stellte bei der Königin hieriiber Klage; Delorme erhielt aber 
einen Verweis, denn Honsard erklärte der Medicäerin, dass diese 
YVortc lateinisch und den Anfang eines Distichons des Ausonins 
seien, worin der Dichter dem Emporkömmlinge Bescheidenheit an- 
rathe. Catharina erklärte bei dieser Gelegenheit im pathetischen 
Tone die Tuilerien zum Tempel der Musen. 
Den alten Plan der Tuilerien hat Ducerccau erhalten. 
Delorme, Pierre Claude Francois, Historienmaler, geb. zu 
Paris 1783, ist einer der ausgezeichnetsteil Schüler Girodefs, bei 
dem er sich an Reinheit der Zeichnung gewöhnte, und von der 
Liebe zum Schönen und Grossartigen beseelte. Später besuchte er 
Rom, um nach den Werken RafaePs und Michel Angela's zu stu- 
dieren, deren Fresken im Vatikan und in St. Peter allein nicht 
mich Paris gebracht werden konnten, wo aber damals eine grosse 
Anzahl anderer Meisterwerke der Plastik und Malerei zu schauen 
waren. In Rom malte Delorme 1810 den Tod Abels und als Ge- 
genstück den 'l'od Leanders, zwei Bilder, die von Laugier gesto- 
chen wurden. Hero und Leander malte  er 1814, ein VVerk, 
das schon die glücklichsten Hoffnungen gab. In den For- 
men herrscht Adel und Grazie, nicht weniger in den Charakteren, 
und in der Bestimmtheit des Pinsels erkennt inan seine gute Schule. 
Die Erweckung der Tochter Jairi vollendete er 1817 und zwei Jahre 
später sah man seinen Christus im Limbus, ein Gemälde mit einer 
grossexi Anzahl charakteristischer liöpfe und ausserordentlicher 
linndxxng der Formen und Weichheit der Umrisse, für Notre-Da- 
1116 bestimmt. Im Jahre 1822 war sein, jetzt im Luxernbourg aufge-
        

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