Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1722704
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DeIäfond. 
Delagardelte , 
fiihrt, ein früheres VVerk dieses Künstlers; Carl V. im Escurial, 
lauter Bilder, in denen der Iiiiustler als charalsterische Kennzeichen 
ein antictlarisch und geschichtreiches Wissen, ungewöhnliche Ein- 
bildungs raft und ein feines Gefühl für's Wahre und auch für das 
56115119, Wenn 05 Dßlilßroix Will, uiienbaret. Er vereiniget damit 
auch in der Ausführung und Darstellunw eine originelle lYIanier, 
einen wohlstudirteinAusdruclt und ein btlendendes Colorit, aber er 
glaubt sich im Besitz aller dieser herrlichen Gaben und Anlagen 
ßrßßixtigßt, die zelchllung so viel als möglich vernachlässigen zu 
können. Diese ist unvollendet, sltizzenhait und auch die Tinten 
sind oft unangenehm, aber kräftig. Seine Darstellung ist jedoch im- 
mer energisch und wahr, die Auffassung des Momentes kühn und 
hinrcissend. In letzterer Hinsicht ist besonders eines seiner neue- 
sten Bilder, der gefangene Chillon nach Lmd ßywn zu emqih. 
nen, und auch die Natehen nach ChateanbriantPs Atala sind be- 
merkensvwrerth. 
Delacroix lieferte auch Bilder mit Darstellungen aus der leblosen 
Natur und mit Thieren. Im dritten Saale des Staatsraths im Louvre 
malte er den KaiserJustinian, wie er seine Gesetze schreibt , und 
in den neuesten Tagen verzierte er den Saal der Deputirten-Iiam- 
mer mit allegorischen Gegenständen. 
Er lieferte ebenfalls eine Reihe von 17 lithographirten Blättern 
zur französischen Uebersetzung von Giithds Faust durch Albert 
Stapfer, die 1828 zu Paris in kl. fol. erschien. In diesen Blättern 
ist zwar alles Unnatiirliche und Gezierte entfernt, man findet über- 
all ein gerade auf die Eigenthiimlichkeit des Lebens gerichtetes Ge- 
fühl, ein Verwerten aller angenommenen Grazie, Grossheit und 
Noblesse; dagegen ist auch das Verdienst der strengen Zeichnung 
und das ernstliche Bestreben, schöne Formen aufzufassen, völlig 
verloren. Seine Gestalten sind hässlich, indem er alle edlen Mo- 
tive verschmähte, selbst wenn Schönheit in dem gegebenen Gha- 
rakter lag; wie in der FigurGretchenk. In der Zeichnung herrscht 
schülerhaite Unriehti keit und die manierirteste Willlriihr. 
Dennoch fand Deiiicroixk ausschvveifende Manier nicht allein 
Bewunderer, sondern auch Nachahmer und es bildete sich unter 
seinem Einflusse eine Schule, welche man die romantische nennt. 
Delafond. s. Lafond. 
Delßfontaine. S. Lafontaine. 
Delagardette,  M-y ein geschickter Baumeister zu Montpellier, 
der sich aber mehr durch seine literarischen Werke bekannt ge- 
macht hat. 
lm VII. Hefte des Recueil d'architecture von Detournelles ist von 
seiner Erfindung der Plan und. Aufriss zu einem Monumente Mi- 
rabeau's, woinit der Künstler den Nacheifcrnngspreis erhielt. Lan- 
don II. 74 Fbt die Abbildung und Beschreibung eines schönen, 
für die Sta t Blois bestimmten Denkmals für dieenigen, welche 
aus den Loire- und Cher-Departements den Tocl fürs Vaterland 
gefunden haben.  
Als Schriftsteller machte er sich durch folgende Werke be- 
kannt:  
Le nouveau Vignole: Essai nur la restauratioiz des piliers du 
Dome du Pantheon franqais 1778. Ruines de Paestum, levces, 
mesurees et decrits sur les lieux en Pan II. gr. fol. 1799. Die- 
ses ist das yorziiglichste Werk unsers Künstlers und von gras- 
ser Genauigkeit, denn er nahm 1790 alles an Ort und Stelle 
selbst auf. Im Jahr 1805 erschienen von ihm zu Paris: Nou-
        

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