Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1721805
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Curraxlo , 
Octavio. 
C urti , 
Girolano. 
Currado , 
Octavio. 
Corrado. 
Currado oder Bigardi, 
landajo, S. Currado. 
Maler, 
bekannt unter 
dem 
Namen 
Ghir- 
CLITSiHGI, ein berühmter Qamascirer zu Paris um 1660. Die VerzieÄ 
rungen seiner WaiTen smd mit grusser Reinheit und Zierlichkeit 
gefertigeä. 
Curti, Girolamo, genannt Dentone, ein Dekorationgmaley zu  
logna, der seine Kunst wieder zu Ehren und Ansehen brachte; 
denn sie war veruachlässiget und als ganz untergeordnet be- 
trachtet wortlen. 
Curti widmete sich erst im 2.3 Jahre der Kunst und fing an, nach- 
dem er aus der Spinnerei des H. Ilizzardi getreten, mit Lionello Spada 
sich im Figurenzeichnen zu üben, was er jedoch zu schwierig fand, 
wesswegen er unter Baglioxie der Fernungsmalerei sich ergab. 
Er studirte den Vignola und Serlio, setzte sich in der Perspektive 
fest, bildete sich einem gediegenen und geregelten Geschmack und 
verbesserte ihn ilachher, als er lloin und die Spuren alter Baukunst 
daselbst sah. Er dachte viel iiber das Relief nach, welches die 
Seele dieser Kunst ist. Seine Blendgesiinse, Siiulenglinge, Säulen- 
hallen, Bögen, Sparrenkiipfe von unten nach oben gesehen, schei- 
nen durch erhabene Iiiirtier unterstiitzt und dennoch ist alles nur 
WVirkung eines Islelltlunkels, das er mit beispielloser Leichtigkeit, 
Wahrheit und Anniuth behandelte. In den Farben hielt er sich 
an die Naturfarben der lVIarmure und Steine, die nachher einge- 
führten Tinten von Edel- und harten Steinen verschiniilite er. Er 
wendete zuerst Gold in Mauergexniilden an, doch bediente er sich 
desselben sparsam. Auch in der Theatermalerei brachte er etwas 
Neues auf. Er malte die näheren Culissen mit ungemein kräftigen 
Schatten, die sich allmählig sanft in die Letzten verliefen und ver- 
diimmerten. Dieser Gegensatz von Stärke und Schwäche täuschte 
in wenig Raum mit einer ungeheuern Strecke und verstärkte die 
Täuschung des Plastischen in den Scheingebiiuden so, dass viele 
in der ersten Zeit auf das Gerüst stiegen, um das Wahre in der 
Nähe zu besehen. Dieser ungemeinen Iiunst wegen ward er mehr- 
mal ersucht, ausserhalb Bologna zu arbeiten; in Ravenna von dem 
Cardinallegaten , in Parma und Modena von den Fürsten, in Rom 
vom Principe Ludovisi, für welchen er einen Saal malte, der den 
von Alberti gemalten, und bis dahin für bewundernswerth gehaltenen 
clementinischen, überbot. Die ersten Künstler seiner Zeit, ein An- 
tonio Carracci, Guercino und selbst Guido verschmähten es nicht, 
seine._Perspektive mit Figuren zu zieren. Stets waren geschickte 
Jünglinge uin ihn , welche ihm seine Figuren, Thiere und Blumen 
malten, womit er, nicht immer umsichtig, seine Bauwerke verzierte. 
Im Saale des Grafen Malvasia in Trebbio halfen ihm Brizio, Franc. 
und Ant. Cafraßfrl und Valesiu in der grossen Kapelle des heil. Do- 
minicus Massari, dieäer auch in der Lihreria der Väter des heil. 
Martin, wo er den berühmten Lehrstreit Cyrill's malte. Auch Cam- 
pana, G-alanino und Snada leisten ihm hiilfreiche Hand; sein bester 
Gehülfe aber war Angiol Michele Colonna. 
Zu Dent0nc's vorziiglichsten Werken gehöret ausser den erwähn- 
ten noch die schöne Iiuppel der Iiirche von St. Alexander zu Pur" 
111a. In dieser Stadt starb er auch 1651 im 56 Jahre. 
Lanzi III. 140. Fiorillo II. 611i.
        

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