Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1721340
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Cranach , 
Lucas 
etc. 
Theil aber besitzen die sächsischen Herzogthiimer und das König- 
reich Sachsen. Aber nicht allein als Oelmaler machte er sich be- 
riilunt, snnilern er war ein eben so grosser Miniaturmaler und Il- 
luminircr; die Codices, welche jetzt auf der Universität zu Jena 
aufbewahrt werden, sollen in dieser Art vortrelilich seyn. Die il- 
luminirte Bibel zu Königsberg. welche als Cranachs Arbeit angegee 
beu wird, ist nicht von Ihm, sondern von dem Illuministen Predi- 
ger zu Meissen gcferllgift- 
Cranach bezeiclmßfß 50m8 Werlie nie mit seineinvollstlindig ausge- 
schriebenen Namen, sondern blus mit Monogrammen oder einer 
geflügelten Schlange mit einem Ringe, aus seinem Wappen, wel- 
ches ihm Churfiirs! Friedrich der Weise 1508 erthcilt hat. 
Dieses Zeichen setzte er gewöhnlich auf seine Gemälde, öfters 
mit Beisetzung der Jahreszahl. Auch auf seinen liupferstichen und 
IIolzschnitten bediente er sich dieses Zeichens, setzte aber hier ne- 
ben der Jahreszahl auch öfters die Initialen L. C. bei, welche er 
dann gewöhnlich in einem Zettelchen oder 'I'iifelehen anbrachte. 
Ausser den Buchstaben L.  die er verschieden versetzte, sieht 
man auf seinen Arbeiten, besonders den späteren, noch die zwei 
sächsischen NNappenschildcr, deren er sich als sächsischer Hofma- 
ler bedienen durlte. 
Die Anzahl, der Gemiilde, welche unter dem Namen dieses Iiiinst- 
lers gehen , ist beträchtlich; mehrere darunter aber dilritcn seinem 
Sohne angehören, und ein Theil nichts weniger, als von den bei- 
den Cranach herrühren. Sicher hat er nicht alle Bildnisse Luthers 
gemalt, die man ihm znschreibt, und auch die vielen andern lie- 
petitioucil sind beilenhlich. 
In Berlin ist eine Anzahl bedeutender Wcrl-ie Cranaclfs: im lt. 
Schlusse eine Folge aus dem Leiden Christi, das Unheil des Paris, 
der Brunnen der llilgend, eines der vortrelflichstexi Bilder unsers 
Künstlers, das auch die Wanderung nach Paris machen musste; 
Venus und Cupirlu u. s. w. In der k. Gallerie das sogenannte 
Stammbuch von Lucas Cranuch, mit mehreren Wliniaturgcmälden 
auf Pergament. Dieses Stannnhuch war ehemals im Besitz deslloll 
und Begicrungsrathes Dr. Länuuerniann zu Ansbach, wo es 1797 
der Minister Harrlenherg; kaufte, und es an Idrietlrich Wilhelm I1. 
nach Berlin sendete. Nach dem Tode des Fürsten wurde das Werk 
verlegt und vergessen, und nach vielen Suchen erst 1812 wieder 
gefunden. Ixn Jahre 1811i. gab es Ch. von Mechel im Iiupferstich her- 
aus. Es gibt davon dreierlei Ausgaben: Die Prachtausgabe hat aus- 
gemalte Kupfer, die zweite Abdrücke auf Seyiapapier, und die dritte 
schwarze. Zu Berlin ist ferner: 
In der alten Klosterkirche der Abschied Christi von den Marien 
und einelireuznbnahme; ersteres von 1521. 
In der k. Gallerie zu Dresden: Adam und I-Iva zweimal, Judith, 
die heil. Catharina , Barbara , Lucretia, des Iiiinslers Bildniss und 
das des Joachim Behle. 
In der katholischen Iloflairche das Opfer des Elias und die Er- 
wirgung der Baalivteix, ehemalsnu 'I'orgau. 
In der Ilorenlnnschen Gallerie: Adam und Eva, der heil. Georg 
und Bildnisse.   
111 der Hauptkirche zu Glogau llrtaria mit dem Jesuslaixxile, eines 
der herrlichsten Bilder des Meisters. 
Auf der "Universitäts-Bibliotheli zu Jena folgende Codices mit 
Miniaturen und Band-Verzierungen: Messbiichei- und Evangelien- 
biicher, die l-landbibel von Johann Friedrich, durch J. Luft gv 
druckt, mit herrlich illum. Holzschnitten.
        

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