Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1721171
Coxcie, 
(Coxcis , 
Coxcin, 
Coxis), 
Michel 
Michiel. 
oder 
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Coxcie, (Coxis, Coxcin, Coxis), Michel oder Miclnel, 
Historlenlnaler, geb. zu Mechelil 149.7, gest. zu Antwerpen 1592- 
Ejf" Zelgte schon in friiher Jugend die ausgesprochensten Anlagen 
iur Seine hunst, welche er als Schüler Bernhard's von Orlay durch 
den ruhmlichsten Fleiss auszubilden strebte. Nach vollendeten 
Lßllfißhreil zog er, wie früher auch sein Lehrer gethan hatte, nach 
Rom, wo er geraume Zeit verweilte, und unermiidet der Kunst 
lebte. Er zeichnete und malte viel nach Rafael und andern gros- 
Sßll italienischen Meistern, nahm Hath und Lehre an und ward 
bald auch durch Uebertragung bedeutender Arbeiten ehrenvoll aus- 
gezeichnet. So malte er unter andern in der alten Peterskirche zu 
Rom eine Auferstehung Christi al Fresco; auch die Kirche St. 
Maria clella pace und andere prangten mit seinen Werken. Coxcis 
kehrte endlich wieder in die Heimath zurück, vermählt mit einer 
Italienerin, die ihm jedoch nach mehreren glücklichen Jahren starb. 
Er wählte sich bald darauf unter seinen Landsmänninnen eine zweite 
Gattin, doch von minder ausgezeichneten Eigenschaften als die erste. 
Diese zweite Ehe blieb kinderlos, aus der ersten aber hatte Mi- 
chael einen Sohn, Namens Rafael, den er für die Iiunst bildete. 
Dieser ward zwar ein guter Maler, doch gewiss kein Rafael. We- 
nige seiner Werke sind auf die Nachwelt gekommen, dennoch er- 
hielt er späiterhin eine Art von Berühmtheit durch seinen Schüler 
Caspar de Crayer, welcher unter die damals vorzüglichen, in Flan- 
dern lebenden, Maler gezählt wird. 
Das erste Gemälde, wodurch M. Coxcie nach seiner Rückkehr aus 
Italien sich berühmt machte, war ein grosses Altarbild, ein gekreu- 
zigter Christus, im Schloss Heisenberg, wenige Meilen von Brüs- 
sel, zu welchem alle Iiunstverstiindige und Künstler hinzogen, um 
es zu bewundern. Eine Darstellung des Todes der heil. Jungfrau, 
auf dem Altare der Kirche St. Gallus in Brüssel, war ebenfalls ein 
allbcwundertes VVerk dieses Meisters, doch leider kamen wäh- 
rend den niederländischen Unruhen beide Gemälde nach Spanien, 
wo man sie mit Gold aufwog. Unzählige Kunstwerke wurden da- 
mals den unglücklichen Niederlanden entführt, auich die beiden Sei- 
tengemälde, welche M. Coxcie zu Bernhard von Orlay's Abbildung 
des Evangelisten Lukas und der heil. Jungfrau in der Kapelle der 
Malergilde zu Mecheln gemalt hatte, die zu den besten seiner 
Arbeiten gezählt wurden. 
Während eines sehr langen glücklichen Lebens gingen viele grös- 
sere und kleinere Gemälde aus der Werkstatt des fleissigen Mei- 
sters hervor. So hatte er unter andern für die Marienkirche in 
Antwerpen einen heiligen Sebastian von seltener Schönheit gemalt, 
und eine Einsetzung des heil. Abendmahls, welche den Altar der 
Iiirche St. Gallus in Brüssel schmiiclste. Ueberall strebte man naCb 
dem Besitz seiner Werke, doch wollen Iiunstverständige seinen 
friihern Arbeiten vor den später entstandenen in mancher, Hinsicht 
dfn "Vorzug geben. Er selbst hatte die innigste Freude an Seiner 
119115? und bewahrte mehrere seiner Lieblingsarbeiten, dm er um, 
119111911 Preis wegzugelaei] entschlossen war, in dreien PälllüSf-ähn- 
llßllßll Hiiusern, welche in Mecheln sein Eigenthum Waren und ei- 
nen Theil seiner grossen wohlerworbeneil lteichthiimer ausmaehten. 
In spaitern Lebensjahren copirte er fiir Philipp II. von Spanien 
Johlanuvan Eyclüs berühmtes Altarblatt zu Gent, dieAubetung und 
den Triumph des Lammes darstellend. Er arbeitete für die da- 
mals sehr beträchtliche SIIIIITIICVVOI] viertausend Gulden mit uner- 
nuitllicheln Fleisse zwei Jahre lang (laran. Die Pracht der Farben 
mag ihm manche unüberwindliche Schwierigkeit entgegengestcllt 
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