Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1721134
Coustou , 
XVilhelm. 
159 
misslich, Clßfs er geringe Arbeiten verrichten musste, um nur das 
Leben zu fristen; denn Umtriebe entzogen ihm den Genuss der 
Pension. Er wollte schon abreisen, uiid in Constantinopel sein 
Heil VGFStICIICII, als ihni le Gros die Ausführung des Basrcliefs mit 
St. ELLHlWlg von Gonzaga für die Iiirche des heil. Iguaz übertrug. 
Nach seiner Rückkehr in Paris übergab er der Akademie alsAuf: 
llahmsjstuck einen Herkules und etliche Jahre darauf fertigte er für 
die Garten zu Marly die Figuren der Daphne und des Hippoiiienes. 
Die erstere ähnelt der antiken Statue der Atalanta, ein VVerk von 
zarter Vollendung. In Marly sah man auch seine letzten Arbeiten, 
die zwei trefflichen Gruppen, welche Pferde vorstellen, die von 
nackten Sklaven gebändiget werden, die jetzt am Eingange in die 
elisäisclien Felder stehen. WVeiiige Jahre früher machte er die 
Gruppe des Ocean und des Milteliiieeres, die man ebenfalls zu 
Marly sah, und eines seiner Hauptwerke ist die Bronzestatue der 
Rhone, deren wir im Artikel des Nikolaus Coustou bereits erwähnt 
haben. 
Zu Versailles ist von ihm ein Bacchus und ein Basrelief mit 
Christus unter den Schriftgelehrlxen. Er vollendete auch das letzte 
Basrelief seines Bruders Nikolaus, die Passage du Rhin, undvon ihm 
ganz ausgeführt ist das Basrelief, welches das Thor des Invaliden- 
hauses ziert: Ludwig XIV. zu Pferd mit zwei allegorischen Gestal- 
ten der Tugenden, ein sehr schätzbares "Werk, welches Coustorfs 
Studium nach derAntike und der Natur zu erkennen gibt. Geschätzt 
werden in demselben Hötel auch seine Statuen des Mars und der 
Minerva, so wie jene des Herkules und der Pallas am Hauptein- 
gange des Hötels zu Soubise. 
Unter die Werke, welche ihrem Urheber einen ausgezeichneten 
Ruhm sichern, zählt man auch den Fronten des Chateau (l'eau, dem 
Palais royal gegenüber, die Statuen der Seine und der Quelle von 
Arcueil vorstellend. Im französischen Museum der Monumente 
sind neben andern die Statuen Ludwigs XIIE und des Cardinals 
Dubois von seiner Hand. 
Wilhelm Coustou wird von Levesque und VVatelet über seinen 
Bruder Nicolaus gesetzt; dißkrgensirille aber, der sein Lebenund seine 
Werke beschreibt, sagt, sein Ruf hätte den seines Bruders nicht 
erreicht. Er hatte nach der Ansicht dieses Schriftstellers weniger 
Eleganz und weniger Hoheit der Gedanken, als Zeichner aber istl 
er so korrekt als jener, und wegen der Reinheit seines Styls, der 
an die Antike erinnert, dürfte er seinem Bruder vorzuziehen seyn. 
Man rühmt ihn auch als Mann von VVitz, aber in der Galanterie 
war er das Gegentheil von seinem Bruder. Er wurde 1755 Rektor 
und später Direktor der Akademie. 
00513911, Vvllllßllll, der jüngere, Bildhauer, und Sohn des obigen, 
geb. zu Paris 1716, gest. 1777- Er erhielt schon im 1Qten Jahre 
eh grossen Preis, der ihm die Pension zur Reise nach Ronrfer- 
SChalTte, wo er 5 Jahre dem Studium oblag. Nach seiner Buck- 
kßllr half er zuerst seinem Vater bei der Ausführung der lfßiilißhßn 
Pferdcgruppen und das erste eigene Werk, womit er sich bekannt 
machte, Waren die Statuen des Mars und der VenuS, die e!" iiiv 
Friedrich II. von Preussen ausführte. Zu dieser Zeit wurde ihm 
auch da! Monument des Dauphin, Vaters Ludwig XVI. übertragen. 
I!" 33h"? 1742 überreichte er der Akademie bei Seiner Aufnahme in 
dieselbe die Statue des Vulkan; 17-116 wurde er zum PTOibSSOF 91" 
nannt, dann zum Rektor und endlich zum Schatzmeister dersel- 
ben. Im Verlaufe dieser Zeit fertigte er noch für die Jesuiten Zil 
Bordeaux die Apotheose des heil. Franz Xaver in Marmor, das
        

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