Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1720984
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Costraci , 
Johann 
COSWQCi; Jühann, berühmter Edelsteinschneider zu Prag, der 1610 
in Diensten Budolph II. stand, lebte aber noch um 1650. 
COSWGY, iviilfla, gebornc Hadfield, kam zu Livorno auf die VVelt, 
wo ihr Vater ein Gastwirth war, der alle dorthin reisendenEngliin- 
der bei sich beherbergte. Maria war mit Reizen begabt, die fast 
jedes andere Rauen-zimmer wurden versucht haben, sich in der 
großen Welt 7.11 zeigen, allein sie schien blos den Musen zu le- 
ßben, und die Welt wenig zu achten. Ein neues Feld öffnete sich 
ihr mit der Bekanntschaft des geschickten englischen Miniatur-ma- 
lers Cosway, den sie ehelichte. Von dieser Zeit an widmete Sie 
sich  änzliclnder Malerei. Die schönsten Bildsäulen, Modelle und 
Gcmiiide umringten sie in ihrer Studierstube. Leute vom ersten 
Bange, vom feinsten Geschmacke, bestrebten sich um Zutritt bei 
der schönen ltalienerin, und bald wurde es Mode, die Werke der 
IMistrcss um jeden Preis zu kaufen. 
Die englischen Gallerien sind voll von ihren traf-fliehen Gemäl- 
den. Die Verwandlung der Nymphe Lodona in einen Fluss ist ein 
bezauberndes Gemälde und passt ganz zu der Scene, die Pope in 
seinem Windsor-Park beschreibt. Ihr allegorisches Gemälde, die 
Geburt der Themse, ist nicht minder bewundernsiverth, und der 
kreuztragenile Christus in der Iiirche ihres Geburtsorts ist immer 
der Stolz der Besitzer gewesen. Zuweilen malte sie IJLIClIBiiLiIIiSSG 
schöner Personen, und ihre Portraite der Mistress Fitzherbert wer- 
den stets bewundert. 
Die Gedanken, die Farbengebung und der ganze 'I'on, die in 
ihren Gemälden herrschen, haben etwas auffallendes. Es ist durch- 
aus etwas Feenartiges, etwas Magisches, das aber durchaus mehr 
kalten Schauer, als heiteres Vergnügen erweckt. Alle ihre Ge- 
mälde fesseln unsern Blick, man kann schwer davon wegkomrnen, 
0b einem gleich dabei nicht wohl zu Muthe wird. Ihre Clytie, 
nach Ovid, und ihre Sündfluth, die sie 1284 in der Akademie aus- 
stellte, erregten die grüsste Aufmerksamkeit. Das letztere Bild hat 
etwas ganz Eigenes. Ein Theil eines al_ten_Mannes (Gott) in 
einem Wolkenbruche schwebend, befindet sich in der Mitte. Ue- 
berall strömt Wasser von ihm. Das Colorit ist ein kaltes, schauer- 
liches Blaugrau, das Wasser unter ihm beinahe schwarz und unter 
diesem liegt ein Weib, fast bronzeartig und mit schaudervollein Aus- 
druck im Gesicht, das überall tierabstrümcntlc Meer empfangend. 
In demselben Geschmacke sind die Gemälde ausgeführt, welche 
von ihr 1301 erschienen, und sich auf eine Stelle der Ballade be- 
ziehen, welche Mrs. Jordan in dem Stücke lndiscretion mit vielem 
Beifall sang. Diese Bilder sind von einer wahrhaft dichterischen 
Phantasie erzeugt. Sie sind von Mirian, Cardon und Delatre in Iiu. 
Pfer gestochen, vier Stücke an der Zahl. Sie versuchte sich auch 
in Hognrth's Art und schilderte den Fortschritt weiblicher Tugend 
und Lasterhaftigkeit in einer Reihe von Gemälden. A. Cardon hat 
sie auf vorzügliche Art in Kupfer ausgeführt. 
Nachdem Cosvvay etliche sehr glückliche Jahre in England Zuge- 
brachthatte, entschloss sie sich nach Paris zu reisen, umim Louvre 
eine Reihe von Copien zu machen, welche sie nach England schi- 
cken und in Iiupfer herausgeben wollte. Ein Theil dieses grossen 
Plans wurde wirklich ausgeführt; das erste Heft erschien mit vieler 
Pracht 1802 in Fol., allein der Krieg vereitelte ihr Unternehmen. 
So viel wir wissen erschienen im Ganzen fünf Hefte, jedes zu zwei 
Foliobh, auf welchen mehrere Bilder sind. Es gibtaucliilluiiiinirte 
Exemplare. Auch in Paris war ihr Haus der Sammelplatz von Ge- 
rbildeten, sie lebte in Vergnügen, Ruhm und Freundschaft, aber
        

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