Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1720895
Cosmaten , 
oder 
Cosimaten , 
die. 
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werden, wenn die von Dütgincourt angegebene Anagniner Inschrift 
richtig ist.  
Entweder also hat der, in solchen Dingen höchst unzuverlässige 
della Valle den Namen Giacomo statt Giovanni gegeben, oder Ja- 
ltobus ist ohne allen Vergleich hinter den übrigen Mitgliedern sei- 
ner Familie Zllriitlligeblichen. 
Nicht mehr wird von seinem Bruder Lucas zu sagen seyn, denn 
auch er kommt nur in Subiaco vor, ohne dass ein ihm eigenthiim- 
hches YVerk bekannt geworden wäre. Ausser den genannten Mit- 
gliedern dieser Familie fiihren mehrere Schriftsteller noch einen 
Atleodato Cosmati an. Ihm schreibt zuerst Titi studio di pittoria 
pag. 221 di Capelle sancta sanctoruin zu, doch gehört sie dem Cos- 
mas selbst an. Nach demselben (p. 3d) und nach Ciampini (Vett. 
mon. T. l. p. 181.) war von diesem liiinstler bis ins 17te Jahrhun- 
dert ein Tabernackel in St. Maria in Campitello, mit den Wap- 
pen der Capizucehi, und auf liosten dieser Familie im Jahre 1290 
angefertigt. Die Inschrift lautete also: Magister Deodatusjfecit 
hoc opus. In der Kirche Sta. Maria in Cosniedixi oder Bocca della 
Verita ist noch heute ein solches Tabernackel mit der Inschrift: 
Diodal; me fecit, und nach dem Zeugniss von Titi und Ciampini 
waren ehedem zwei ähnliche, aber ohne Inschrift, in Santa Maria 
Maggitire. 
De Witte, der Verfasser des Aufsatzes über die Familie der Cos- 
maten im Iiunsthlatte 1825, aus welchem dieser Artikel entnom- 
men, vermuthet in Deodatns nach dem Datum, das von der Ar- 
beitfiir die Capizucchi angegeben wird, einen Sohn des Cusmas, 
er behauptet aber, es sei in den Inschriften mit keinem VVorte von 
einer solchen Abstammung die Rede. Dass Deodatus, der Nleistcr 
des Tabernnclsels des Hauptaltares von St. Maria in Cosmedin, 
ebenfalls ein Sohn des Cosmas War, erhellet wirklich aus einer 
Inschrift, die Crescixnbeni (stor. diS. M. in Gosmedin p. 159.) anfiihrt, 
und die man ehemals auf dem Fussboden der liirehe S. Jacopo 
alla Lungara, man weiss nicht an welchem Monumente, sah. Sie 
ward im Jahre 1650 durch Stufenlverdeclst, aber von Carlo Ca- 
stelli, Canonicus von S. Maria in Cosmedin, im Archiv dieser Kir- 
che in Abschrift aufbewahrt. Man las in derselben: Deodatus filius 
Cosmati et Jacobus fecerunt hoc opus. Aus der "Wortstellung 
scheint aber her-vorzugehen, dass in dem hier erwähnten Jacobus 
ein anderer Künstler als der Sohn des Cosmas dieses Namens ge- 
meint sei. (Neueste Beschreibung von Rom I. ÄYQ.) 
Dhkgincourt nennt die Cosimaten nur sculpteurs-marbries in Ver- 
zierungen, doch findet diese völlig unbegründete Meinung der obi- 
gen Reihe entschiedener lnschrifteu gegenüber nicht erst eine Wi- 
derlegung. Laurentius, Jakobus und Cosmas mit seinen zwei älte- 
sten Siihncn Sind iiir Architekten, Johannes dagegen ausschliesslich 
für einen Bildhauer zu nehmen. 
Was die Architekten betrifft, so scheint die zweckmiissige An- 
wendung eines einfachen und eleganten Rundbogens in selbst ge- 
bildeten Formen und ohne todte Nachahmung der Antike ihr VUY- 
ziigliches Verdienst zu seyu. Bald legen sie ihn auf Pfißllef und 
baldauf Säulen, und besonders im letzten Gebrauche bilden sich 
"älter ihnen die IDCSClIiIIGII Säulen der Faeaden des Hten und 12ten 
Jahrhunderts zur gefälligen Dekoration aus. Allerdings schwanken 
die beiden ersten noch, und mögen sich überhaupt nicht Sehr über 
den gewöhnlichen Standpunkt ihrer Zeit erhoben haben. Auch die 
'I'hätigkeit des Juhannßs ist von dem Einflusse damaligen Geschma- 
ckes nicht frei geblieben. Sie" fällt gegen das Ende des Jahrhun- 
derts. Die authentischen Arbeiten von ihm beschränken sich, den
        

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