Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1720615
Cornelius , 
Peter , 
Ritter 
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gung erneuert in dieser Hinsicht sein längst anerkanntes Verdienst; 
Würde, GrossheiLdes Stvls führen den Vorsitz; laleine Unebenhei- 
tcn, die sich darin finden, sind nicht vonErheblichkeit, da sie sich 
auch in den VVerlicn der griissten Meister finden. 
Vor seiner Abreise nach Rom im Jahre 1835 zeichnete Cornelins 
norh das Bild der Geburt Christi und im folgenden Jahre beschäf- 
tigte er sich mit dem Carton zum VVeltgeric-hte, den er wieder in 
Rom ausfiihrte. Der Ort, fiir welchen die Darstellungen bestimmt 
sind, schreibt gewisserinassen die VVeise der Auffassung vor, näm- 
lich die geheiligten Lehren der liirche, wie sie durch diese schon. 
bis in ihre einzelnsten Theile systematisch geordnet, treu und deut- 
lich vorzufiihren und ilerlaiinstlerischen Ausbildung die YVirltung aufs 
Gemiith zu überlassen. ' 
So ist bei dem Cnrton der Geburt der Geilanlte, dass in Christus 
das ewige VVurt ist Fleisch geworden, vor dem sich Iiiinige und Hir- 
ten beugen, das iWIoLiv der Darstellung. In der Höhe sieht man 
den Vater umringt und angebetet von schwebenden Engelgestalten, 
gleichsam den Sohn gebend, der auf dem Schoose der lYIutter, die 
Bewegung des Vaters wiederholend, seine Identicittie mit ihm be- 
urlaunilet. Links ziehen die Könige heran. rechts die Hirten und 
die Freude prägt sich lebendig in allen Gesichtern aus. Es ist die- 
ses die Freude der Völker, dass eingekehrt wahre Weisheit, die 
Erleuchtung des heiligen Geistes, durch den, welchen der Väter 
gesandt hat, auf dass er lehre in seinem Geiste und sein Wort 
verlsünde. Die Einheit des Sohnes mit,dem Vater durch den Geist 
ist hier auf sinnige VVeise bezeichnet. 
Das dritte grossc- Bild der neuen Ludwigslsirche, welche in ihrer 
Vollendung einen VViederschein jener lebendigen Begeisterung fiihÜ 
len machen wird, die im lNTittelalter so viel Herrliches schuf, 
stellt das Weltgericht der, so (lass dieses, die Menschwerdung und 
der Versöhnungstairl als die drei grossen Momente erscheinen, 
welche die Bestimmung des Sohnes Gottes zur Erlösung in sich 
fassen.  
Die Figuren des Gemäldes werden colossal und überhaupt. er- 
scheint das Bild als das grösste, das je existirte, denn es wird" auf 
einer Flüche ausgeführt, die neunmal so gross als der Garten ist. 
Selbst das berühmte jüngste Gericht des Michcl-Angelo in der 
Sixtina zu Rom hat keinen so bedeutenden Flächeninhalt. 
Hoch oben sitzt der Erlöser auf dem VVeltrichterthrone, gegen 
den Beschauer gewendet, wie er mit der rechten Hand die Gerech- 
ten zur Seeliglacit herbeiwinlaet, und mit der Linken die Gottlosen 
von sich weiset. Neben ihm sind auf der einen Seite die Apostel 
und auf der andern Propheten und Patriarchen, während Engel zu 
seinem llaupte schweben, welche die Marterwerkzeuge der Erlö- 
sung empor halten. Abwärts vom Throne des Erlösers, gegen die 
Mitte des Bildes erscheint der Cherub mit dem Buch des Lebens, 
das, in seinen Händen geöffnet, die guten und bösen "Phaten der 
Menschen verzeichnet. Zu seinen Fiissen blasen Engel nach den 
vier Enden der VVelt die Posaunen zum Gerichte, und noch tiefer 
unten ii1 derselben lNIittellinie mit der Figur des Heilandes und 
des Engels mit dem Buche, steht Michael schon zur Ausführung 
des ihm gegebenen Auftrages, die Reiche des Lichtes und der 
Finsterniss zu scheiden, gerüstet. Er hält in der erhobenen Lin- 
ken den mächtigen Schild und schwingt mit der Rechten das ge- 
ziiclate Schwert zur Vollstreckung der göttlichen Befehle zur Ab- 
wehr derjenigen, welche der Gewalt des Satans verfallen sind. 
Diese drei Hauptfiguren, welche die Mittellinie des Ganzen bilden, 
stellen miteinander die uniibersteigliche Scheidung daryvon wel-
        

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