Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719385
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Clemcnti , 
Prop ero 
„  tolomeo Clemente aber kennt er nicht, weil ihm Fontanesfs Dis- 
 corsu entgingr, dessen wir unter Prosperu Clemente erwähnen. 
Die llrledaille auf Federico di Montefeltro ist in Cicognarafs Sto- 
ria della scultura II. tav. 36 u. 1 abgebildet. Sie ist bezeichnet mit 
Opus Clementis Urbinatis. 
Clemcnti, PFOSPBTO de, eigentlich Prospero Spani, genannt 
C-lementi, Bildhauer und Architekt von Iieggio, nicht von Mo- 
dena, wie Vasari im Leben des G. da Carpi behauptet. Das erstere 
erwies Fr. Fontanesi in seinem Discorso sulie opere di scultura de 
Clemente, der durch 'I'iraboschi 1326 zu Reggio erschien und ein 
Su pleinent zu Cicognarzüs Storia della scultura bildet. 
Igas Geburtsjahr dieses Künstlers ist itnbekannt, doch weiss man, 
dass er bei seinem Oheim Bartoloineo Spani (Elemente, einem sehr 
erfahrnen lYIeister die Bildhauerkunst erlernt, und diesen bald iiber- 
treffen habe. Später ging er zu seiner Ausbildung nach Rom, wo er 
seine Zeit so wohl beniitzte, dass er nach seiner Rückkehr ins Va- 
terland als einer der ausgezeichnetsten Meister erscheint. Sein erstes 
Werk daselbst ist das (Erabmal des hl. Bernartlu degli Uberti in der 
Cathedrale zu Parma. In den Gesichtern zweier Engel, welche die 
Mitra und das Pastorale des Priilaten halten, und die er nach Girol. 
Mazzolzfs Zeichnung fertigte, athmet Correggids Grazie. Ein an- 
deres prächtiges Werk in derselben Kirche ist das Denkmal des 
Bechtsgelehrten Bartoloineo Prati. Hier scheint der Stein, aus wel- 
chem die Figuren gehauen, Fleisch zu seyn; auch Stellung und 
 Ausdruck sind meisterhaft und das Ganze den besten italienischen 
Figuren gleich. In der bezeichneten Cathedrale sind ausserdeiu 
noch sechs andere Statuen von Clemente. 
Von Parma kehrte der Iiiinstler nach Iieggio zuriick, wo er eben- 
falls ausgezeichnete VVerke hinterliess. Unter jene des ersten 
Ranges gehört das Deposito des Bischofs Ugo Rangone von Reg- 
gio. Die Statue dieses Geistlichen ist in natürlicher Griisse, von 
hoher Viortrefflichlteit, wie die beiden anmuthigen Knaben daneben. 
Auch fiir das Kapitel der Kirche führte er vortreffliche Statuen aus. 
Von besonderer Kunst zeigt das Ciborium, welches man im Dome 
als Werk Clementds bewahrt. Wunderbar ist die bronzene Statue 
 des erstandenen Erlösers, ebenfalls im Dome zu Reggio. Es existi- 
ren noch viele andere VVerke von diesem Iiiinstler, mehrere aber 
sind zu Grunde gegangen, wie die riesenhafte Statue des Emilius 
Lepidus, die er bei dem Einzuge Aflfphons II. von Este in Reggio 
 verfertigte, nur aus zu weichem Sto e, als dass sie hätte bis auf 
unsere Zeit dauern können. Von mehreren blieb nur das Gedächt- 
niss, wie von seinem Moses, Samson, den acht Tugenden. Iin Ora- 
torio delP Innnacolzita ist von ihm noch eine hladonna mit dem 
 Iiinde in rothem Marmor. Ausserdem sind noch einige Grabinäler 
in Re gio von Clemente zu finden. 
Im gome zu Carpi sind von seiner Hand die Statuen des Glaubens 
und der Liebe. In Correggio ist die Biiste des Arztes Lombardi 
sein Werk, und in S. Andrea zu Mantua bewundert man den Sar- 
kophag des Bischof Giorgio Andreasi. 
Clemente ist einer derjenigen Künstler, der durch Einfachheit 
des Styls anzieht, und der überall das Studium der Antike verrüth, 
ohne als Copist zu erscheinen. Er ist grossnrtig wie Nlichel Angela 
und iiberdiess besass er auch den Sinn für Anlnuth, Welche man 
in Buonarottfs Werken nur zu oft vermisst. 
Clemente war indessen nicht allein ein grosser Bildhauer, er ver- 
dient auch als Architekt grnsse Achtun  Er verfertigte die Zeich- 
nung zur Faqade des Domes seiner Geiiaurtsstatlt.
        

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