Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719289
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Peter. 
Claeis , 
Claessens , 
AÄIÜOB: 
dem dortifren Bathhause Bilder sieht, die fiir seine Zeit Lob ver- 
dienen. Üieser Iiiinstler war 1576 Bürgermeister. 
Er ist wahrscheinlich Eine Person mit jenem Nicola Claas, den 
Ticozzi unter Franz Flurfs Schüler zählt. Dieser Nicola oder 
Claas, was Eines und Dasselbe bedeutet, soll nach dem Dizionario 
degli architetti etc. des bezeichneten Schriftstellers 1576 zu Leyden 
gelebt und auch in Iiupfer gestochen haben. Ticozzi erwähnt von 
ihm die vier Elemente, in Halbfiguren dargestellt, und das Urtheil 
des Midas mit der Jahreszahl 1539. Den A. Claas kennt er nicht, 
und es kann hier von ihm als Stecher auch keine Rede seyn, denn 
in dem bezeichneten Jahre lebte er nicht mehr. Vermuthlich findet 
hier eine Verwechslung mit einem der Collaert Statt. S. diesen 
Artikel.  
Clat-IIS, Peter, ein Maler, von welchem man im Museum zu Brügge 
den Triumgh des Friedens, eine reiche Allegorie auf Iiarl V., sieht. 
Das Bild ist manierirt, wie Passavant in der Iiunstreise durch Bel- 
gien und England S. 554 versichert. 
I 
Claessens, AIÜOII, der ältere, von Antwerpen, einer der vorzüg- 
lichsten Maler des 15. Jahrhunderts, dessen Lebensverhältnisse 
aber unbekannt sind. Von ihm besitzt die Akademie zu Brügge 
zwei ausgezeichnete Gemälde, die ehemals die WVanderung durch 
das französische Miuseum gemacht haben. Sie stellen das Urtheil 
des Carnbyses vor. Auf dem einen lässt der Iiönig einen falschen 
Richter ergreifen, auf dem andern schinden. Haltung und Farbe 
sind kräftig, die Schatten stark braun , die Zeichnung richtig, da- 
bei aber fehlt ein gewisses Leben, sowohl in der Farbe als in der 
Behandlungsweise , Eigenschaften, die seinem Vorgänger Hemlin 
in so hohem Grade eigen sind. Die Bilder haben die Jahreszahä 
11:93. Eine ausführliche Beschreibung derselben siehe Fiorillo D. 
II. 551. '  
Auf dem Rathhause zu Brügge ist ein Gastmahl, bezeichnet: 
Anton Claessens me fecit 1574, und auch in der Frauenkirche da- 
selhst sind mehrere gute Bilder, die unter dem Namen der Claes-  
sens gezeigt werden. Diese Familie scheint überhaupt eine Reihe  
von Malern hervorgebracht zu haben, wenigstens trilYt man häufig 
in Kirchen spätere Bilder mit älteren Reminiscenzen ohne bedeu- 
tenden Iiunstwerth, die Künstlern dieser Familie angehören dürf- 
ten, unter denen Anton der ältere ist. Letzterem wird in der Aka- 
demie ein jüngstes Gericht zugeschrieben, allein hier ist die mo- 
derne oberflächliche Manier schon so sehr überwiegend, dass man 
es gerne jiingern Künstlern zuschreiben möchte, vielleicht dem 
 Peter Claessens, von welchem in der Sammlung des Prinzen 
von Oranien ein braves Bild eines knienden Ritters mit vier Söh- 
nen sich befindet.  
Anton folgte in der perspektivischen Anordnung, in der reicher 
ren Gruppirung, selbst in den einzelnen Tönen noch mehr oder 
weniger der alten Schule, aber die sanfte Harmonie des Ganzen 
fehlt Völlig. Sie wird nach Schnaasc (Niederliind. Briefe 351) da- 
durch zerstört, dass die Charakteristik und Naturwahrheit der ein- 
zelnen Gestalten zu sehr hervortritt, die nun durchaus grell und 
hart erscheint. Dennoch haben seine Bilder fiir manche einen 
Reiz, den Schnaase dadurch erklärt, dass die Portraitartigen Ge- 
stalten dieses Meisters mit den scharfen, sprechenden flainiindischen. 
Ziigen, in höchst bestimmt gezeichneten Umrissen, bei miissigcr 
Modellirung und geringer Verschmelzung der Töne uns die Welt 
des gemeinen Lebens zeigen, den Kampf witlerstreiteuder Inter-
        

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