Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719119
Cimabue , 
Giovanni. 
5,43 
später selbst anzunehmen, dass jene durchgehende Erneuerung der 
ital. Malerei, welche sie aus Gewöhnung schon dein Cimalaue bei- 
gelegt hatten, um einige Jahrzehnte später eingetreten und von 
Giotto ausgegangen sei (Humuhr, ital. Forsch. H. 52_ff.).   
Auf Cimabuek Bildern ist die Anordnung der Figuren vollig 
monoton, jede iiacäi ihrer Stellung und Veräichtung; ällllllfif nur 
für sich da, keine eziehun_ unter sich und seine au  ten  aupt- 
gegcnstand. Darum ist anal? jede Gestalt noch durch strenge Uni- 
risse gebunden, braun coiiturirt, dabei alles so viel möglich ge- 
rade und von Vorne genommen, neben einander gestellt, steif und 
durchaus einförniig. Und wie im Ganzen, so in den einzelnen Thei- 
len; die Ziige wiederholen sich fast in allen Iiöpfen. Die läng- 
licht gezogenen Nasen, die schmalen ins Breite geschnittenen Au- 
gen , init dem Sterne dicht unter dein Augenliede, die getheilten, 
von einander stehenden Finger sind immer wiederkehrende Eigen- 
thiimlichheiten seiner Formen, die ihn durchgehcnds kenntlich 
machen. 
Seinen Gewändern gab er im Ganzen einen grossen Wurf, düßll 
brach er sie scharf da und dort in einzelnen Falten. Mit dem Al- 
len hält nun der Ausdruck gleichen Schritt. Er war schon vom 
Anfange her die Hauptsache in der Iiunst. Wie die einzelne Form 
durch Charakter, so sollte das ganze Bild durch Ausdruck der Seele 
Leben und Bedeutung erhalten. Diess liihlte Ciinabue, aber nicht 
weniger die Nothwendiglaeit des Gleicligewichtes zwischen beiden. 
Die Beschränktheit der Form, das Dürftige ihrer Bewegungen ge- 
stattete dem Ausdrucke weder Mannigfaltigkeit, noch besondere Tiefe. 
Darum spricht die Empfindung durchaus ruhig und lilar aus seinen 
Bildern, die Seele ist von keiner Leidenschaft bewegt, nur zart 
angeregt ist das innere Leben, fromm, unschuldig Alles und höchst 
einfach; aber auch einförinig, wie die Gestalten selbst, und dabei 
nur ins Allgemeine hin, nicht bezeichnend das Besondere. Darum 
legte er zuweilen seinen Figuren Khforte in den Mund, unr den 
gefühlten lYlangel ihrer eigentlichen, tieferen Bedeutung darnit zu 
ersetzen. So deuten Ciinabutfs Werke überall nur auf einen ideel- 
len Typus, nach dein er gearbeitet, als auf den Charakter der In- 
dividualität wirklicher Natur.  
Zart und einfach, wie sein Ausdruck, ist auch seine Färbung; 
vielfältig bediente er sich dabei der terra verde, und oft vorwaltend. 
Speth, liunst in Italien l. 524 fi-   
Cimabue malte viele Bilder, von denen sich noch einige er- 
halten haben.   
In S. Cecilia schmückte die Vorderseite des Altares ein Bild von 
Cimabutfs Hand, und in Sta Croce erwähnt noch Cinelli (Bellezze 
di Firenze 316) einer Mutter Gottes, die aber bei erneuter Auszie- 
rnng der Kirche verschwunden seyn soll. In eben dieserhirche 
befindet sich noch wohlerhalten das Bild des heil. Franciscus m 
der Capelle des Heiligen. Es ist auf Goldgrund gemalt und rings 
um die Geschichte seines Lebens in zwanzig Bildet-eben, vollklei- 
ner Figuren, dargestellt. Ein anderes Bild, das er fiir die Manche 
VOR Vallombrusa in der Abtei von S. "Yrinitii malte, befindet sich 
jetzt in der Akademie der bildenden Künste zu Florenz. Es ist eine 
Mütter Gottes init dem Iiinde auf dem Arme und vielen Flügeln 
lllßltßr, auf Goldgrunil gemalt, und durch einen Umriss bei ltie- 
penhausen, Gesch. der fVIcilerei I. Tat. ö. beiifillllli. In Santa Croce 
wird noch ein grosses (Lrucifix aufbewahrt. iWIan sieht F5 111 dem 
Corridor, durch welchen man aus der Iiirche nach der Capelle der 
Pazzi geht. Es ist culossail und wohl erhalten. Die VVandiiialfät- 
reien am Spitale der Porcellana unterlagen dem Zaline der, 81-
        

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