Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719078
Cignani Paolo.  Cignaroli, Giandomemco. 539 
fen, iibte aber dennoch die Malerei, worin er seinem Vater nicht 
gleichkam. Lanzi sagt dessweeen, dass er immer als linabe er- 
scheine, der des Vaters Nähe fiirchtet. Seine besten Arbeiten sind 
in S. Antonio alla Carita zu Bologna und in S. Filippo Neri in 
Forli. In der Düsseldorfer Gallerie ist von ihm eine schöne lliiu- 
melfahrt Mariä, und auch in italienischen Sammlungen ist er 
inicht selten. 
 Dieser Künstler starb, nach Lanzi 172i, nach Ticozzi 1750. 
Cignam, P8010; Graf von, der Sohn des Obigen, malte nur wenige 
Bilder, denn er war der Erbe eines reichen, Vaters. E1: hatte in- 
dessen Talent, und seine VVerhe sind Carlo's würdig. 
vDieser Graf lebte noch 1740. 
Clgxiaroll, Glanbettmo (sah. Baptist), Historienmaler, geb. zuVe- 
rQna 1706, gest. 1770. Dieser Maler, der zu seiner Zeit als der 
erste in Italien glänzte,- bildete sich in der Schule des Santo Pru- 
nati und Anton C3113, studirte aber auch Paul Veronese und Cor- 
reggio, wodurch er sein manicrirtes Colorit etwas verbesserte, und 
scin-Hellrlunhel gründlicher wurde. Dennoch ist sein Fleisch wegen 
des vorherrschenden Griin und Roth nicht ganz. angenehm und 
wahr, und auch sein zuweilen ausserhalb der Griiuzen des Natür- 
lichen gesuchtes Ilelldtinlsel thut eine VVirluxng, welche mehr das 
Auge als den Verstand befriedigen Auch in der Zeichnung ver- 
misst man häufig Correhtheit, und in gewissen Bewegungen, in 
einer gewissen ibesonnenen Composition, VVahl und Annäherung 
der Farben, jedoch nicht in ihrem richtigen Tone, gleicht er eini- 
germassen dem Carlo Maratti. In den Motiven hat er oft etwas 
Neues, und auch die architektonischen Beiwerlse und die Land- 
schaft gebraucht er auf eine nicht alltägliche Weise. In die meist 
heiligen Compositioneil flieht er Engelscherze und allerlei erhei- 
ternde Vorfälle ein. Sicherlich, sagt Lanzi II. 2.5.1 deutsche Ausg., 
hatte er einen glücklichen Genius , und eben so glückliche Zeiten, 
sich hervorzuthun. Er malte für viele Fürsten, folgte aber keiner 
Einladung an ihre Höfe; gleichwohl waren seine Preise die eines 
Hofmalers. VVaimdbilder malte er nicht seiner Gesundheit wegen, 
nur in dem edlen Hause Labia in Venedig ist eine iugenidhche 
Probe dieser Art. Die Anzahl seiner Oelbilder aber in den Slädlßn 
Italiens ist bedeutend. Schön nennt Lanzi eine Reise der heil. Fa- 
milie nach Aegypten in St. Antonio Abate zu Parma, wo die Wan- 
derer auf einem engen- Stege erscheinen. Eines seiner ersten Werke 
ist der sterbende heil. Martin in der Kirche des Heiligen zu Trient, 
und einige andere Bilder von ihm sind im Museum zu Innsbruck. 
Cignaroli war ein gelehrter Maler, der über seine Iiunst ein- 
sichtsvoll und gut, aber nur wenig schrieb. Seine Denhvvürdiglsei- 
ten sammelte und gab I". Ippolito Bevilacqua dell' Oratorio 1771 
heraus, und seinen Ruhm priesen in freier und gebundener Rede 
mehrere Gelehrte; es erschien davon 1772 eine eigene Sammlung. 
Daraus ergibt sich, dass wenige Maler bei Lebzeiten von Grossen 
S0 geehrt wurden, als er, besonders von Joseph IL, welcher sagte, 
er habe in Verona zwei Seltenheiten gesehen: das Amphitheater und 
den ersten Maler Euroläas. 
Gianbettino Cignaroli hat auch eine schlafende Venus nach D. 
Valesi geätzt. 
Ülgnaroli, Giandomenico, Bruder des Obigen und Zögling des- 
selben, machtc sich ebenfalls als Maler einigen Ruf. Er_ hinterließ 
in Bergamt) nicht zu verachtende Gemälde, wie Pasta sie nennt. 
Dieser Künstler starb 1795 im 71- Jahre-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.