Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1718818
Chäron , 
Ludwig. 
Chery , 
Philipp- 
513 
V o 
Chefüll, Llldwlg, Bruder der Vorigen, Historienmaler, geb. zu Pa- 
riS 1660, gest. zu London 1725. Er lernte ebenfalls bei seinem 
Vater, studirte dann in Italien nach den besten Meistern und kam 
1695 als Hugenotte nach England, wo er vor den Verfolgungen 
Ruhe fand. Hier fiihrte er in den Pallästen des Herzogs von Mon- 
tague zu Broughton, Burleigh und Chatsworth viele Nlalereien aus, 
die jedoch nicht viel Aufsehen machten. Er entschloss sich daher 
nur kleine Historien zu malen und für die Liupferstecher zu zeich- 
nen. Von seinen grösseren Bildern sieht man in Notre-Dame zu 
Yaris die Herodias mit dem Haupte des Johannes und die Predigt 
des Propheten Agabus, zwei sogenannte Maitafeln. Vieles malte 
er im Hause seiner Schwester, mit der er in den besten Verhält- 
nissen lebte. 
Cheron componirte mit Leichtigkeit und zeichnete mit Reinheit 
und Geschmack, aber man tadelt an seinen Werken Mangel an 
Grazie, und vermisst ein laräftiges Colorit. Er soll oft den Han- 
nibal Cnrracci bis zur Täuschung; nachgeahmt haben. 
Er war auch ein sehr guter Itupfczrstecher und radirte mehrere 
Stücke nach seiner eigenen Erlindimg in gutem Geschrnacke, aber 
auch hier mangelt es der Zeichnung oft an Grazie. Die Composi- 
tion aber ist sehr zu loben. 
Zu den besten Stiiclaen dieser Art gehören: 
l-Ierltules, von seinen Arbeiten ausruhend, ein verständig radir- 
tes Blatt, ohne Namen; in gr. fol. 
Petrus heilt einen Lahmen; gr. qu. fol.  
Ananias und Saphira mit dem Tode bestraft; gr. qu. fol. 
Die Taufe des Verschnittenen durch St. Philipp; gr. qu. fol. 
45 Blätter zu den Psalmen Davids, von seiner Schwester. Fic- 
rillo V. 50.3. Rost VII. 555. Joubert.  
ChEPSIPlITOU, ein alter griechischer Baumeister, symbolisch Klug. 
hand genannt, zog gegen den zknfang der Olympiaden aus Gno- 
sus, dem Hauptsitze der Dädaliden, nach Asien, und erbaute 
dort mit Metagenemsscinem Sohne, den jonischen Tempel der 
Dimm zu Ephesus, den Herostrat anziindete. 
Vitruv nennt diesen liiinstler Ctesiplion, aber Plinius und Straho 
nennen ihn Chersiphron. Der erstere ist im Irrthuin. wenn er den 
Künstler den Grund zum Tempel legen lässt. Dass Theodorus von 
Samos, des Bhölius Sohn, den Rost gelegt habe, lehrt Diogenes 
Laörtes, und durch die Verbindung mit diesem Theodorus rückt 
Chersiphron weit über die Vertreibun dei- Bacchiaden aus Corinth 
(Ol. 29. 1.) gegen den Anfang der älympiaden. Vitruvius sagt, 
dass diese beiden Künstler ein Werk über den Tempelbau ge- 
schrieben haben. Dieses war ihnen bestimmt untergeschoben, da 
prosaische Schriften in jenem Zeitalter unerhört sind. Thiersclfs 
Epochen S. 156 II. Auflage. 
Chßfy, Plllllpp, Maler zu Paris, Schüler von Vien, ein Künstler, 
cler sich schon um 1788 durch einige Gemälde bekannt machte. 
Hieher gehören vier Bilder des Gelu-euzigtcn in der Iirexxz-Iiapelle 
zu Besaneon. Von (lieser Zeit an verfertigte er mehrere Iiirchcn- 
bilder: für die Kirche von Gonerville eine Verkündigung, für die 
Stadt Boulogue-sur-Mer einen heil. Beno; die Taille Christi und 
St. Ludwig, der (las Iireuz anbetet, und eine heil. Cäciliu. In der 
Cathedrale zu Metz ist von ihm das Martyrthum des heil. Stephan, 
lifllter Gemälde in Lebensgrösse. Unter seinen übrigen Blldßrll 
51114 zu erwähnen: 
llaglew-"s Iiünstler-Lex. II. 13a. 33
        

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