Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1718729
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Chaudet , 
Anioine 
Denis. 
Parls vortlieilhaft bekannt machten, ist ein Basrelief, welches er 
iiir das Peristyl des Pantheou verfertigte, und das einen sterbenden 
Soldaten vorstellt, den der Genius des Ruhms unterstützt. Grosse 
Anerkennung fand 1796 auch die colossalc Gruppe, welche den 
Öffentlichen Unterricht vorstellt, und zu Anfang unsers Jahrhun- 
derts waren besonders die Statue des jungen Cyparissus mitdem 
Hirsch, jetzt im Conservatorium, und jene des Hirten, der den 
Oedipus als Kind vom Tode rettet, diejenigen WVerke, welche sei- 
nen Ruhm begründeten. Der letztere ist eines der besten Erzeug- 
nisse der modernen Seulptur, und ein Amor in natürlicher Griisse 
erhöhte noch besonders den Ruf des Künstlers. Ein grossartiges 
Werk war die Hi Fuss hohe Statue Napoleons auf der .Triumiili- 
siiulc des Platzes Vcndorne. Sie stellte _Napoleoi1 im Costiime 
eines römischen Kaisers dar, mit Lnrbeern gekrönt, geharnischt 
und mit dem Feldherrnmantel bekleidet, wie er sich mit der einen 
Hand auf das Schwert stiitzt, und mit der andern den Globus mit 
der Siegesgiitliil hlilt. Diese Statue war aus einem Gussc, nur der 
linke Arm und das Ende der Draperie wurde angefügt. 
Diese 5000 Pfund schwere Bilclsiiule, mit deren Formen Napoleon 
nicht zufrieden gewesen seyn soll, sollte  die verbiiutletcn 
Mächte in Paris einzogen, durch die unsinnige Bemühung eines 
Volkshaulens umgestürzt werden; allein die Tersuche, den Coloss 
Jlietlcrzureissen, blieben fruchtlos, obschon mnnangelangen hatte, 
die Fiisse mit Meisseln abzuschlaeen. Ein später erfolgter Befehl 
verordnete eine sicherere llllassregdl; es wurde niimlich mn die Säule 
ein zweclsmässig eingerichtetes Gerüst angebracht; die Fiisse wur- 
den in der Höhe der Iinöchel sihgesiigt, um so die Statue lierah 
zu nehmen. Anfangs brachte man sie zum Giesscr Dclaunay und 
spiiter wurde sie zum Gusse der Statue Heinrich IV. verwendet. 
 In_den Tagen der Juliusrevolution;vvrollti: man die {Statue Napof 
leoifs wieder errichten, und bei dieser Gelegenheit entdeckte der 
G'icss.ei' der Statue I-Ieinriclfs, dass er im linken Arme dicsesuliö- 
nigsidiß F" ur Napoleoifs im Kleinen angebracht, iinjliopfe: die 
Anzeige dües Depositums gemacht, und im Bauche des Pferdes 
einiäe liiistchen mit Liedern und Pamphleten jener Zeit ange- 
bracit ahe. 
Chaudet verfertigte auch für den gesetzgebenden Corps die Sta- 
tue des Iinisers und Büsten desselben, die ihm, so wie jene der 
Iiaiserin, grossen Beifall erwarben. Eirge _co_lossale Statue Napo- 
leon's, von diesem Künstler gefertiget, ist auch im königl; Museum 
zu Berlin.     f 
Einige seiner Basreliefs sieht manam Plafoinl des zweiten Saales 
im französischen Museum, die Malerei, Sculptur und Architektur 
vorstellend. 111i Innern des Louvre ist von ihm ein allegoiiisches 
Basrelief, welches die Dichtkunst vorstellt. Besonders! 11-1 jßfwiih- 
'ne_u sind noch die Statue des Cincinnatus, welche in deiri_Ver- 
sammlungssaale des Senates aufgestellt wurde, die des GeneralsriDu- 
gomier, beide in Marmor; der Frieden, eine, silberne SIIIRYLIQWVOIL 
sechs lfuss Höhe für den Pallast der Tuilericu; die zarte Marmor- 
grujipe von Paul und Virginia; die Büsten von Sebastian Buurdon, 
llehsar in Bronze, Malesherbes, Denon, Fourcrois, Card. lYlauri, 
Sabathier, David Leroi u. s. w. Die beiden letzteren gehören zu 
Chaudc-Fs beriihlntesten Werken.     
Im Luxembourg ist von diesem Iiiinstler ein Gemälde," das ein 
treliliches Talent fiir diese Kunst verriith. Es stelltheneasunnt An. 
chiscs vor, der aus dem brennenden Troja flieht. Man ruhnit da- 
ran die schöne Cumpositiou, die richtige Zeichnung und  m 
ltufaeYs Geist gemalten liopi" der Creusa. Seine Ideen sind 111er-
        

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