Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1718338
Cellini, 
Benvenuta. 
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 Von Florenz ging Ccllini 1551 nach Rom, um mit Bindo Altoviti 
Ücschäfte abzumachen. Er hatte auch die Erzbiiste dieses Miick- 
lßfs gefertiget, die selbst INIichel Angele des besondern Lobes wür- 
digte, und welche noch in Rom sich befindet. 
Nach seiner Riicklaunft in Florenz setzte Benvenuto seine Arbei- 
ten fort, hatte aber immer zu kämpfen, denn er hatte sich jetzt 
auch die Herzogin zur Feindin gemacht, Weil er dem Herzog von 
dem Kaufe eines Perlenschlntxclses abrieth. Zu dieser Zeit brach der 
Iirieg gegen die Sienescr aus, und jetzt musste sich Cellini auch als 
liriegsbaumeister bei Ausbesserung der Florentinischen Festung 
brauchen lassen, so wie denn der liünstlcr fortwährend thiiti War- 
Nach einiger Zeit entstand zwischen Benvenuto und Bandineäli ein 
neuer Streit, wer die Statue des Neptun, aus einem grossen, vor- 
riithigen Stück INIarmor, machen sollte. Die Herzogin begünstigte 
den Bandinelli, aber Cellini wusste es dahin zu bringen, dass der 
Ilerzog erklärte, dass derjenige die Arbeit haben solle, der das 
beste iVIodell mache. Ccllini's Modell erhielt den Vorzug, worüber 
Bandinelli aus Verdruss starb; aber auch Benvenuto erhielt durch 
die Ungunst der Herzogin die Arbeit nicht, sondern sie wurde dem 
Ammanati übertragen. 
Cellini arbeitete nun fortwährend in Italien, kehrte nicht mehr 
nach Frankreich zurück, und folgte selbst dem Rufe der Catharina 
von lYIedici nicht, welche das Grabmal Heinrich's lI., ihres Gemahls, 
beendiget sehen wvollte. Er sollte nach seinem Schlosse zurück- 
kehren und alle Bequenilichkeiten geniessen, allein Benvenuto zog 
es vor, im Dienste des Ilcrzogs zu bleiben. In den letzten acht 
Jahren seines Lebens, die er nicht mehr beschreibt, denn seine 
Biographie erstreckt sich nur bis 1562, stand er mit der äussern 
Welt mehr im Frieden, aber doch machte ihm noch manches in- 
nere, wunderbare Abentheuer zu schaden. Zuletzt wurde sein un- 
gebiindigtes NBUHJWCSCXI ruhiger, und daher suchte er in geistlicher 
Beschränkung Glück und Ruhe. Er nahm die Tonsur an, allein 
die allgemeine Natur, die stärker in ihm, als eine jede besondere 
Richtung und Bildung geherrscht, niithigte ihn gar bald zu einem 
Rückschritt in die Welt. Er war nicht verheirathet; bei seinem 
mannichlaltigen, lebhaften Verhiiltniss zu dem andern Geschlecht, 
und in einem Alter von 60 Jahren, wurde es ihm erst klar, dass 
05 löblich sei, eheliche liinder um sich zu sehen. Er erwähnt 
.zweier natürlichen Kinder, von denen eines in Frankreich bleibt 
und sich verliert, und das andere ihm durch'einen gewaltsamen 
Tod entrissen wird. Nach 60 verflossenen Lebensjahren heirathete 
er endlich und hinterliess bei seinem Tode zwei Töchter und einen 
Sohn, von denen sich keine weiteren Nachrichten finden. 
Benvenuto Cellini zeichnete sich durch die Allgemeinheit seines 
Talentes aus. Musik und bildende Kunst streiten sich um ihn, 
und die erste, ob er sie gleich Anfangs verabscheut, behauptet in 
fröhlichen und gefühlvollen Zeiten über ihn ihre Rechte. Auffal- 
lend ist seine Fähigkeit zu allem Mechanischen. Er bestimmt sich 
frühe zum Goldschmied und tridt glücklicher Weise den Punkt, 
Vfm wo er auszugehen hatte, um, mit technischen, handwerksntas- 
slgen Fertigkeiten ausgestattet, sich dem Höchsten der Kunst zu 
nähern. Ein Geist wie der seinige musste bald gewahr werden, 
wie sehr die Einsicht in das Hohe und Ganze die Ausübung der 
einzelnen, subalternen Forderungen erleichtert. 
In Italien hatte er sich innerhalb eines kleineren Maasstahes be- 
schäftigt; jedoch sich bald, von Zicrathen, Laubwerlä, intimen, 
IYIasken, Kindern zu hüheru Gegenständen, ja zu einem Gottvater 
lifflgler": Iiiiizst-Zer-Imzx. H. Bd. 30
        

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