Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1718297
Cellini, 
Benvenuto; 
legenheit, durch Empfehlung des Frajncesco Pemii, für den Bischof 
von Salamanca zu arbeiten, untl besonders rühmte den Künstler 
eine in Gold gefasste Lilie von Diamanten Jidie er- für Porzia, der 
Gemahlin des Gismondo Chigi, in dessen Hause er studirte, ge- 
tertiget hatte. Um diese Zeit blies er auch vor Clemens VIL, und 
zwar zu solcher Zufriedenheit. dass ihn der Pabst, wegen der dop- 
pelten Fähigkeit als Goldschmied und Musikus, in Dienste nahm. 
Ccllini lag (lessenungeachtet mit allein Eifer seiner Iiunst ob und 
fertigte mehrere trelfliche VVerke für den bezeichneten Spanier; 
auch fiir die Cardinäle Cornarmlludolph und Salviati arbeitete er, 
und besonders war Porzia Chigi die Ursache, dass sich der liiinst- 
ler, wie er selbst gesteht, in der VVelt als Etwas gezeigt hatte. Er 
fuhr fort, für diese treffliche Frau zu arbeiten, und auch die 
Freundschaft des Gabriel Cesariui, Gonfaloniere von Rom, gewann 
er, und fertigte für ihn viele Werke, unter diesen eine grosse Me- 
daille von Gold mit der Leda, an. einem Hute zu tra   
Zu dieser Zeit übte sich Benvenuto als zweiungzwanzigjähri- 
ger Jüngling auch _im Stahlstexnpelschneiden, um Münzen zuprii- 
gen, un ebenfalls die Iiunst des Emaillirens licss er sich angelegen 
seyn. Seine ersten Arbeiten in der Stempelschneidekunst waren 
grosse Cardinalssiegel nach Art. des Lautitio. Vielerlei waren die 
WVerke, welche Benvenuto für mehrere Personen vollendete, denn 
er suchte sich mit Sorgfalt und Fleiss in verschiedenen Künsten 
zu üben; er ahmte selbst türkische, mit Silber damascirteDolche 
nach, auch eiserne, schön mit Gold eingelegte Ringe machte er, 
nach Art derjenigen, welche in alten Graburnen gefunden wurden, 
und welche damals Mode waren. Zu dieser Zeit bediente man 
sich auch goldener Medaillen, worauf ein jeder Herr und Edel- 
mann irgend eine Grille oder Unternehmung vorstellen liess, und 
sie an der Mütze trug. Dergleichen machte er viele und brachte 
auf denselben zwei, drei und selbst vier Figuren an. 
Im Jahre 152? nnterbracheu die kriegerischen Vorfälle in Rom 
seine Thäitigkeit als Iiünstler. Der Herzog von Bourbon nahm 
die Stadt ein und liess sie plündern. Letzterer fand an den Mau- 
ern Ronfs seinen Tod und zwar durch eine Iiugel, die Benvenuto 
auf ihn schoss, wie sich der lYIeister selbst: rühmt. Er war ein 
tüchtiger Schütze und desswegen fand er zu damaliger Zeit im 
Castel Santa-Angele eine Anstellung als Bombardier, in welcher 
Eigenschaft er sich ausserordenthch hervorthat. Der Prinz von 
Oranieu fiel durch einen seiner Iiailonenschiisse. Nach der Capi- 
tulation kehrte Ccllini nach Florenz zurück, blieb aber da nicht 
lange und reiste nach Mantua, wo er den Giulio Romano traf, der 
ihn dem Ilerzog empfahl- Lßtllereij trug ihm auf, ein Modell zu 
machen zu einem Kästchen, um das Blut Christi darin aulzuneh. 
men, welches Longin nach Manhm gebracht haben soll. Das Mo- 
dell von Wachs gefiel dem Herzoge ausserordentlich wohl. In 
Mantua schnitt Benvenuto auch das Siegel für den Bruder des 
 Ilerzogs, den Cardinal, und fertigte für ihn zugleich andere kleine 
Arbeiten. Nach vier Monaten verliess er Mantua wieder und be- 
suchte Florenz, wo unterdessen sein Vater und die meisten seiner 
Bekannten an der Pest. gestorben waren. Hier fertigte er für F. 
Ginori eine Medaille mit dem Atlas, der die Himinelskugel trägt, 
welche später an Franz I. nach Frankreich kam. Mittlerweile 
folgte der liünstler dem Ruf des Pabstes nach Rom, und dieser 
trug ihm auf, den Kopf des Pluvials in getriebencm Golde zu ma- 
chen. Man sah auf demselben, in Gestalt eines mässigen Tellers 
111 halb erhobener Arbeit Gott den Vater, und überdiess ward das 
Werk mit einem schönen Diamant und mit kostbaren Edelsteinen
        

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