Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1718176
Cavalfi, 
Albert. 
Cavallini, Pietro. 
449 
neben andern das Kaiser Carl's V., welches er 1533 zu Bologna 
dem Monarchen überreichte.  
Dieser Künstler ist vielleicht der Vater des obigen. 
Cavalli, Albßft, ein treiflicher Maler von Savona, angeblich Gin- 
lio Romands Schüler, der auf dem Graseplatze zu Verona Fresco- 
bilder mit riesenhaftcn Figuren malte, die mit seinem Namen be- 
zeichnet sind. Das Todesjahr dieses Künstlers ist unbekannt, doch 
vermuthet Pozzo, dass dieses um 1540 erfolgt sei.    
Cavalhm, PIGITO, ein Römer, Maler, Mesaicist und Architekt, der 
unter den neuern römischen Künstlern in der Geschichte der Ma- 
lerkunst bedeutenden Ruf erlangte. Er War nach dem Zeugniss 
des Vasari des Giotto Schüler und half demselben an dem grossen 
Musivgemälde in der Vorhalle der St. Peterskirche. Der Pater 
Della Valle (Anmerkung zur Sieneser Ausgabe des Vasari II. 195) 
will seinem Style zufolge in ihm vielmehr einen Schüler der Gos- 
maten vermuthen, die Herausgeber der neuesten Beschreibung Roms 
(I. 472) glauben hingegen in GavallinYs Werken unläugbare Verw 
wancltschaft mit der Giotttfsehen Schule zu erkennen, obgleich er 
dem Taddeo Gaddi und andern toskanischen Künstlern derselben 
Zeit keineswegs gleichgesetzt werden kann. Cavalliiti blühte in 
Iioni in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts während des Auf- 
enthalts der Plibste zu Avignon und hinterliess viele Malereien in 
den Kirchen Roms, die aber alle zu Grunde gegangen sind, die 
letzten in der Paulskirche bei dem Brande im Jahre 1825. Gegen- 
wärtig sieht man in Rom von ihm noch Mosaiken an der Vorder- 
seite der erwähnten Iiirche und einige andere in der Tribune von 
S. Maria in Travestere. Die letzten [sind besser als jene erhalten, 
und lassen daher seinen Styl am besten erkennen. In Rom sind 
auch Bildwerlae von Cavallini. Vasari schreibt ihm nämlich das 
wunderthätige hölzerne Crucifix zu, das bei dem Brande der Pauls- 
kirche unversehrt geblieben. _Nach einem andern Crucifixe dißSßI 
Meisters führte eine Kapelle in St. Peter den Namen del Crucifisso, 
die jetzt Capclla della Pietät genannt wird, von Mich. Angelds be- 
rühmtem Bildwerke.  
Cavallini arbeitete auch in Florenz und es haben sich daselbst 
noch zwei Vcrkündigungen in S. Marco und S. Basilio erhalten. 
In Orvieto malte er auf Befehl Ürbarfs IV. die Kapelle der h]. 
Hostie. Diese Bilder sind noch hinreichend erhalten und nicht 
ohne Ausdruck, wie man in dem Bilde sieht, wo der lll- Thomas 
von Aqnin die geweihte Hostie einer Frau darreicht, die sich für 
die Mutter Gottes ausgab, indem er ihr sagte: Si inater dei es, 
hunc filium tuunl adora, wodurch die Betriigerin entlarvt wurde. 
Auch in Assisi finden wir den Cavallini als Maler mit einem 
VVandgemälde. Es stellt eine Kreuzigung vor mit vielen und man- 
nigfaltigen Figuren aller Völker der Erde, zu Bosse und zu Fuss, 
oben, vom Himmel hernieder, die Engel klagend und anbetend: 
alles in der lebhaftesten Bewegung, und den reichsten und glän- 
zcndsten Farben und darüber das strahlende Saphir-blau des Him- 
mels. Man bemerkt in diesem Gemälde schon das Bestreben, den 
 Figuren Erhebung und natürliche Mienen zu geben und sie in 
freiern und angenehmem Stellungen za erhalten. An einem der 
Sehächer zeigt sich auch schon richtige Verkürzung. Das Wappen" des 
Herzogs Qualtieri von Athen verkündet etwa den Urheber des Gemäl- 
des. VgLWittc, das Sacro Convento zu Assisi, im Iiunstblatt 1821 .Nr.46. 
Vasari redet auch von einem wnnderthätigen Madonnetibilde von 
Cnvallinfs Hand, bestimmt aber den Ort nicht, Wo sich dasselbe 
IliaglerÄS Künstler-Lax. II. Bei. 29
        

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