Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1718032
Cntäl , 
Ludwig. 
Franz. 
435 
herspanming zu leicht hingab, und immer nnansfiihrbare Plane 
zur liiinstverbesserung machte. Der liiinsller tiiiid daher beständig 
Widerspi-iichie und liriinltnngen, die ihn erbitterten und in Fehden 
aller Art veriviekelten, welche seinem zu hart angegriffenen Ver- 
staiiile endlich den letzten Stuss gaben. Er lebte einige Jahre in 
Geisteszerriittung, bis er 181g an gänzlicher Seelen- und Leibes- 
entliriiftiing starb. x 
Ludwig Catel beschäftigte sich vorzüglich niit arehilelttoiiischeil 
Verzierungen, und zeichnete sich in Verfertignng von Stucco-Mn- 
saihen aus. Das herzogliche Schloss in Weimar hat von ihm vor- 
treffliche Arbeiten dieser Art. 
Er hat sich auch als Schriftsteller in mehreren ganz excentrischeu 
Tiieliern, z. B. mit einem Traktat iiber die XVietlei-herstelluiig 
der Poliorcetilt der Alten, versucht. Indessen verdient der liiinstler 
alle zichtuiig, nur ergriff er Alles mit zu grossem Feuer. Auch 
seinem Patriotismus in den Zeiten der Gefahr und der Rettung des 
Vaterlaiides gebührt eine dankbare Erwähnung. 
C 1     . 
51ml, brilnz , beruhmter Zeichner und Maler von Berlin, der ]ednch 
eher zu den römischen, als zu den Berliner-Iiiinstlerii gezählt wer- 
den kann, denn er hielt sich fast den grössteu Theil seines Lebens 
in jener Hauptstadt der Iiunst auf. Er zeichnete anfangs fiir Buch- 
händler gelungene Blätter fiir Taschenbücher und Alinauache, wu- 
runter besonders die zehn sich auszeichnen, iwelche zu Güthäs 
Ilerruiann und Dorothea (Braunschweig 1790) gehören. Bald darauf 
arbeitete er schon ins Grosse mit glücklichem Erfolge, wie sein 
Mord des Nicolaus von Bcrnau, der 1525 die Berliner-fiiirger zum 
Aufruhr und Abfall von ihrem damaligen Laiiileslierrn, ilem 1101-- 
Zuge Liiilsvig von Bayern, reizen wollte, beweiset. Das Tableau, 
in Aquarell ausgeführt, vollendete Catel 1306, und früher und 
s Liter noch andere schöne Malereien in XVassm-fai-bcn und getusehte 
Piieichnungeil, lauter Arbeiten, die bei Giithe 1802 auf der tVL-ium- 
rer-Iiuiistausstellung die schönste Anerkennung fanden, und mit 
Gessnerhs geistvollen VVerlten verglichen wurden. Im Jahre 180? 
ging dieser liiinstler nach Paris, um die damals aus ganz Europa 
zusainmengebrachten Iiunstseliatze zu schauen und zu studiren, und 
nun beginnt auch die Zeit, in welcher Catel mit allein Eifer der 
Malerei in Oel oblag, obgleich er nie aufliörte, treffliche Zeieh- 
nungen zu liefern. Wir erwähnen nur das grosse Blatt mit dem 
imposanten Einzug des Kaisers Napoleon und seine Zeichnungen 
zur Prachtausgabe von Annibale Guru's Uebersetzuiig der Acneide, 
die er in Roin verfertigte. Schon in Paris hatte (latcl sich unge- 
mein viel Praxis erworben, aber er ging (lamals zu scbr auf die 
französische Mianier ein, die durch Wahl und Behandlung der 
Farben und Ilebung der einzelnen Eindrücke bei Vernachlässigung 
anderer Theile iininer etwas ausspricht, aber nicht immer etwas Tie- 
fes. In'Italien, welches er 1809 betrat, erkannte er bestimmter sei- 
nen Zweeli, und erlangte ausgezeichneten Ruf. 
Catel ist ein universeller Blaler, denn er stellt Historien , Land- 
schaften und Genrcstückc mit gleichem Erfolge dar. Seenerie, Perß 
spehtive und Figuren verkünden durchgehends einen Meister von 
höchster Reife, dem jedes Mittel zu Gebote steht. Aus seinen Bil- 
dern spricht ein tiefes Studium der Natur und poetische Auflassung 
derselben, ein reiner Farbensinn, Correlatheit der Zeichnung und 
Virtuosität in Führung des Pinsels. Er gibt die zaixberische Har- 
monie des italienischen Himmels und Wasserspiegels unter dem son- 
nigen Duft noch immer mit der längst anerkannten Sicherheit und 
Leichtiglieii des Piusels. Er malt Seestiiclae von ungemeinem Ef- 
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