Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717953
Castellus , 
Gallus. 
Castiglione, 
Giovanni 
Benedettqp. 
427 
Castellllß Gallllßj so nennt sich öfter der Iiupferstecher Wilhelm 
Chateau. 
Casthanlanßga, Gerilfdlg ein Bildhauer zu Mailand im 12. Jahr- 
hunderte. Von ihm sind die Basreliefs, welche das alte römische 
Thor zu Mailand zierten, die aber nach Abtragung des Thores 
noch aufbewahrt wurden. Sie stellen einen Triumphzug des Fried- 
rich Barbarossa vor. Es sind dieses geringe Denkmäler der lom- 
hardischeirliunst in jener Zeit, doch beweisen sie, dass selbe nicht 
ganz untergegangen war. 
Jetzt sieht man diese Basreliefs in der Wand eines neuen Hau- 
Ses an der Brüche. 
castlelS, Ffanz 1'911, ein Landsehaftsmaler, der wahrscheinlich 
mit Joseph Franz Casteels Eine Person ist. S. Castel. 
Cashglione, Giovanni Benedetto, genannt le Benedette und il 
Grechetto, geb. zu Genua 1616, gest. zu Mantua 1670. Dieser_be- 
riihinte Maler und liupferiitzer erhielt die ersten Anfangsgründe 
bei J. B. Paggi, verlegte sich nach dessen Tode auf die Nachah- 
iiiuiig des And. Ferrari, bei dem er mehrere Jahre arbeitete, und 
übertraf hernach zu Genua in Vandyclös Schule fast alle, die sich dort 
111 gleicherZeit niit ihm bildeten. Der grosse Ruf, den Castiglione 
hat, wurde ihm durch seine Cabinetbilder, wo er Thiere entweder 
allein, oder in geschichtlichen Aufgaben wundersam darstellte. 
Lanzi (lll. 287 d. Aueg.) hiilt ihn nach Bassaiio fiir den ersten in 
dieser Gattung, Quandt hingegen (s. die Aninerk. zum Lanzi) 
Scheint er noch vorzüglicher als dieser liiiiistler zu seyn, denn 
seine Conipositionen sind geschmackvoller und mannigfaltiger, der 
Charakter der Thiere wahrer und lebendiger, das Colorit heiterer, 
nur sind sie etwas zu flüchtig behandelt.  
In Gallerien sieht man von ihm grosse Thierstiicke mit etlichen 
Pigiiien , auch heilige Geschichten, unter welchen sehr oft die 3115 
der Geiiesis, die Schöpfung der Thiere, ihr Einzug in die Arßhß 
und Jaholfs Rllßliliülit" mit einer grossen Menge Diener und Vieh! 
Wiederholt werden, welche im Pallaste Brigiiole staunenswerth aus- 
geführt sind. Er malte auch Fabeln, wie die Verwandlung der Circa, 
beim Grossherzog von Tosliana, zuweilen Jagden, wie die Stieriagd 
In der Iiiccar-lischen Sammlung zu Florenz; oft Messen und Thier- 
heerden in niedei-liiiidisclier Art, immer fleissiger und heiterer, wenn 
er in hleineru Verhältnissen malte. Er hatte übrigens auch Geschick 
fiir griissere Arbeiten; so sieht man von ihm in Genua Altarbilder, 
und darunter jene schöne Krippe in St. Luea, eines der berühmte- 
sten Gemälde der Stadt. Noch ist seine Geschicklichkeit im Bild- 
niss zu erwähnen. 
Cilstigliontfs Gemälde sind in Italien , England und Deutschland 
Verbreitet, und stehen im grossen Werthe, besonders die, in wel- 
eheu er Thiere anbraclite. Diese galten ihm mehr als Menschen, 
und man hat bei seinen Arbeiten vorzüglich auf jene zu sehen, 
deren ganze Natur er bis zu ihrer geistigen Eigenthiiuilichlieit stu- 
 dirt hatte, was sich in seinem Orphetis unter den 'l'hieren offenba- 
TCI, Wovon ein Stich in BoydelPs Werk Il. 29. sich befindet. Die 
Thiere spielen hier die Hauptrolle, sie sind unnachahinlich schön 
und wahr ausgeführt, die Hauptfigur aber ist klein und zur Seite 
geschoben. Das Original befindet sich neben andern in St. Pe- 
tersburg.  
Benedetto starb in Hofdiensten zu Mantua, und dort erhielt er we- 
gen seines lieblichen Colorits den Beinamen Grechetto. Von Man-
        

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