Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717777
Carstens , 
Lorenz. 
Cartarc , 
Giulio. 
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Geistes, eines poetisch feingebildeten Genius, einer lebendigen 
Phantasie. Schade, dass er sich am Ende einliess, philosophische 
Ideen bildlich ausdrücken zu wollen, als unter andern Zeit und 
Raum. Der Alte mit Flügeln und Sense ist eine alligedroschene 
Idee, und der Jüngling mit der Ilimrnelsltugel in der and unver- 
stlindlieh. Das Uebersinnliche gehört nicht in die Sphäre der Kunst. 
Seine Darstellungen aus dem griechischen Alterthume, Welche den 
grössten Theil derselben ausmachen, sind entfernt von aller {nur 
formellen Nachahmung der Antiken. und verrathen ein wahres Ein- 
dringen in den Geist der alten Welt. Dieser Künstler erkannte 
sehr wohl den Unterschied zwischen Malerei und Plastik, und, 
konnte daher nie das Bestreben haben, die in der Natur desllle- 
liefs liegenden Schranken der Anordnung in die malerische Com- 
position zu übertragen. In seinem Styl der Zeichnung herrscht eine 
ideale Grossheit, und obgleich in demselben der Einfluss des Ra- 
fael, Michelaguolo und der Antiken erscheint, so trägt er doch 
dabei einen eigenthümliehexl originellen Charakter.   
Die Oelmalerei ward von Carstens zu spät angefangen, als dass 
er darin die gehörige Uebung hätte erlangen können. Dievon. ihm 
ausgeführten Oelgexxiälde sind nicht Vorzüglich ausgefallen, und da- 
her werden weit mehr als diese seine Zeichnungen und Aquarell- 
malereieu geschätzt. Seinem (leiste wäre ohne Zweifel die-Fresco- 
Inalerei vorzüglich angemessen gewesen, die er auch Wohl leichter 
als die Oelmalerei erlernt haben würde, wenn er die Gelegenheit 
zu ihrer Ausübung gefunden hätte. 
Bei den unliiugbarcn Mängeln der Kunst des Carstens bleibt er 
doch, insbesondere in Bezug aufseine Zeit, eine höchst merkwürdige 
und ausgezeichnete Erscheinung. In der Composition dürfte er in 
seinen bessern Werken elassisch genannt werden können. Er scheint 
ausgebildet in diesem Thcile der Kunst und keineswegs ein blasser 
Skizzist, wie der Eilgliinder Flaxmann , der vor ihm in Rom auf- 
getreten war. In seiner Zeichnung offenbart sich, bei dem Mangel 
an Correlttheit, der allerdings noch weit auffallender hervnrgetre- 
ten seyn wiirde, wenn er Gelegenheit gefunden hätte, Werke von 
griisserer Dimension auszuführen, Leben, Bewegungundjein schö- 
ner grosser Sinn, und daher muss er, tiefer betraehtetfimrner mich 
als ein weit grössereriZeiehner erscheinen, als die in dieslßf Eigen- 
schaft gepriesenen Alaadenxilter der damaligen und gegenwärtigen 
Zeit, deren Hauptverdienst nur in negativer Correktheit besteht, 
und die weder Leben, noch Sinn für Styl und Schönheit zeigen. 
Die Einseitigkeiteim, auf die er im Widerspruche mit seiner Zeit 
verfiel, lassen sich als eine xiothwendige Reaction betrachten, da, 
mit wenigen Ausnahmen, im Laufe der menschlichen Dinge ein Ex- 
trem das andere hervorzurufen pflegt.    i  
Ungeachtet der heftigen Gegner, welche Carstens fand, fing doch 
durch seine Anregung sehr bald an, ein lebeudigercr Geist Wurzel 
unter den deutschen Künstlern in llom- zu lassen. Unter-dielVlalerw 
welche die von ihm eröffnete Bahn mit. glücklichem Erfolge betra- 
tenv, gehört vornehmlich G-ottlieb Schick aus Stuttgart.  
dvßrgl. Beschreibung von Rom von Plattncr, Buusen ctc.t578 und 
die Nachrichten im liunstblatte.    
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Üartare, GIUIIO, Bildhauer zu Rom und Schüler, Berninfs. Er be- 
trieb von seinen Jünglingsjulxren an die Kunst mit allemrEifer; ämd 
erwarb sich die besondere Zuneigung des lYIeistcrs. Letztßrenbc- 
dient: sich auch beständig seiner Beihiilfe, und nahm ihn 805a!" 
mit nach Frankreich. ,    
vgl 

        

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