Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717756
Cnrstens,.As1nus Jakob. 431 
l 
frühesten Jugend, undcinigen wcnigeim"Wludellzeichnxmgen;die er 
auf der liepenhugener Almdenlie ebenfalls durch äussere Riiehsich- 
lrn genüthiget, ausfiihrte, nie etwas cupirt. Die in der genannten 
Äliiltlßllllß aufgestellten Gypsabgiisse der Antiken, welche ihnals die 
ersten Werke höherer liunst, die er zu Gesicht bekam, mit begei- 
sterter Bewunderung erfüllten,  sttidirte er mit- dem "griisstexr und 
zuihaltendstexi Eifer. Aber anstatt dieselben nacbzuzeichnen, suchte 
 er sie sich durch täglich wiederholtes Betrachten von mehreren Stun- 
den so lange cinzupriigen,_bis er sie aus der ldeein xwarscltiiedenen 
Ansichten zu zeichnen vermochte. Auch in Buhrstutlirte m: nur 
durch Anschauen die NVerhe des Raphael und lNIi-ehelagnolo  und 
doch erschien nach langer Zeit zuerst in seinen Cumpussitionen ein 
jenen grossen Iiiinstlern verwandter Geist, vun dann in den Bil- 
dern seiner Zeitgenossen, die niehrere Jahre auf das Copinen ihrer 
Werbe verwendet hatten, auch nicht" die mindeste Spare zu be- 
merken war{      : w"    
Als er die Akademie zu Cupenhagen verliessQsuchtnr-er "in der 
Fremde sein Gliicli. l.n Zürich fand. er durch Gessner Empfehlung 
und Unterstützung; er zeichnete auch für Lavaterzeinige Burtraits. 
lir durchzeg gganz Deutschland und kam nach Liibeltglxivcyer fast 
tiinf Jubre blieb und seinent Unterhalt-mit Turtraitmaleu ecrlwarb, 
dem einzigen linnstzävei-ge, der bei dem Publikum jenerlrllandcls- 
stadt einiges Interesse hatte. Zwar setzte er sein Studium: der Hi- 
Storiemnalerei ilnmßibglßitill eilriglört, er cnmponirte, zeichnete, 
entwarf eine hlengevon Skizzen, aber es gebrach ihinvsdech an 
allen den llulfsinitteln, welche den Iiiinstler weiter fördernllaozinten, 
an Nahrung für seinen Hunstsinn und an aller Aufmunterung von 
fAusr-en. Die Bekanntschaft desuDichters Overbeeh versehnlfte. ilun 
endlich einen Gönner, der dem liiinstlermuf die edelsteeWeise die 
niithigen Mittel bereitete, Berlin besuchen zu kiiilnen.  Hierilebte 
Carstexis anfangs sehr hiimmerlieh; er hatte sich ubrgresetztllaeizie 
Yurtraits zu malen. Einiges arbeitete er fiir ltuchhändlieriliwuräüufier aber 
laeinenWei-th legte und demnach fast alles ohne seiizien Nainlen ste- 
chen liess. Zur zweiten liunstausstellung seit, seines" Aufenthaltes 
'1 in; Berlin hatte er eine grosseuncl reiche Composißbiäncverfertigt, 
1die gegen zweihundert Figuren enthielt und den Snirz "deuEngM 
  vnrstellte. Durch diese Zeichnung hoffte Gar-staut;sieiuervnufnnhmc 
und Anstellung bei ilenAkademie zu bewirken, nicht ÄJÄEFVE ihm. 
um diese Anstellung selbst zu thun gewesen: wäre, idennWi? hielt 
 Iiunstalaademien fiir zweeklose "Anstalten"; aber er sah-"inßdieser An- 
 stellung ein Mittel zur Erreichung seines grossen Ziwßclißs, den er 
 nie aus den Augen verlor, nämlich. iuitbm seine Studien fortzu- 
 setzen und zu vollenden: (larstcns ward? als Professor bei; derzAlia- 
demie der liiinste und mechanischen Wissenschaften angestellt) Ein 
 Saal, den er fiir"den' Minister Ileinitz inaltc, führte dhnßendlich 
dem Ziele seiner Wünsche entgegen. Er ward dem Ltönigaivörge- 
stellt und erhielt die mündlicheEinwilligung des lvluxizrrchcäi zur 
 Unterstützung auf. einer lleiselnaclt Rom, welche er-iinzSbnlmer 
1792 mit einem zwei Jahre lang zu geniessenden iiährlicherrüphalt 
V9" 450 Thlr. antrat.  1  "Hi!  
Das Höchste, was hier Garstens erreichte, war' einez-iiunstaus- 
stellung eigener YVerke im April ließ , wozu er" auf eineginxz un- 
 gewöhnliche Art das riiiiiisclxe Publilaum durch eine iiffentlichtä An- 
 zeige einlud. Das Urtlreil der Iinnstverstiiniligen iiber- diese in ih- 
  rer Art lnerlnviirdige Kunstausstellung {iel für den lriiinstlcr so 
günstig aus, als er es Pnur erwarten konnte, und seine Absicht, 
sich iifllom aufßeine vorthcilhnfte- Art bekannt zu machen, und 
sich eine von derlßerliner. Alaademie, mit deren Curateren. er" zer-
        

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