Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717550
Carracci , 
Ilannibal. 
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denen Gallcrien zerstreut sind. Darunter findet man auch eigentli- 
che Landschaften, z. B. im Pallaste Doria zu Rom, die mit biblischen 
Gegenständen staffirt sind. Sie sind vorzüglich in der Composition, 
zeigen aber wenig Ausführung im Einzelnen und dabei einen grauen, 
keineswegs angenehmen Farbcnton. Ausgezeichnet ist jedoch die 
Landschaft mit dem Täufer Johannes in der herzogl. Leuchtenber- 
gischen Gallerie zu hdiinchen, wo auch die hönigl. Pinakothek meh- 
rere schöne carraccfsche Bilder bewahrt. 
Bei den Iiapuzinern in Parma ist seine g-rosse lireuzabnahme, 
die jeden grosseil Jünger der Parmcnser Schule herausfordcrt, aber 
noch berühmter ist der heil. Iiochus, ein "Inbegriif der Vollkommen- 
heiten mehrerer Iiiinstler. Dieses Bild malte Annibale fiir Rcggio, 
von wo es nach lVlodena und endlich nach Dresden kam. 
Ein herrliches Gemälde ist auch der todte Christus im Schoosse 
der Mutter in der Gallerie Doria, und ein Hauptwerk ebenfalls 
die gleiche Darstellung unter den 11 Gemälden im ltönigl. Museum 
zu Neapel. 
Zur Zeit Napolenns kamen an die dreissig Carraccrsche Gemälde. 
aus Italien nach Frankreich, und darunter auch die Himmelfahrt 
Mariä; es befanden sich aber 1317, nach der Zuriickgabe der ent- 
führten Iiunstschätze, noch 2d Gemälde von den Carracci im pari- 
ser Museum. 
Auch Dresden besitzt ausser dem heil. Rochus noch mehrere an- 
dere XVerhe von unserm Künstler. Viel Vortrelfliehes ist in den 
Gallerien Wiens, und in Berlin, wo besonders die vier Apostel 
geschätzt werden; mehrere Gemälde Annibales sind in England 
zerstreut. 
Etliche schöne Werke von ihm findet man auch in der Eremitage 
zu St. Petersburg, darunter Christus und die Samariterin, welche 
dem grössereti Bilde in Gotha gleichen dürfte. Auch drei Land- 
schaften sind in der Eremitage. 
I, Mehrere andere seiner Bilder findet man noch in verschiedenen 
Iirchen und Gallerien des In  um Auslandes. 
Schließlich ei-srälmen wir der herrlichen Fresken im Pallaslc 
Farnese zu Fax-um, ivelchä, von. einem vormaligen Herzog des uns 
stiissigen Gegenstandes wegen ilbevtiincht, vor einigen (lahren ub- 
gedeckt wurden. Diese Gemälde, von deren Dnscyn man zufällig 
licnntniss erhielt, stehen den berühmten Bildern der Farncsina in 
Rom an Verdienst nicht naCh- Auch sind die Gegenstände nicht 
S0 unmoralisch, (lass sie ihre Vernichtung rechtfertigen liiillntcn. 
Lanzi Gesch. der Malerei, Odevaerc im Ktmstblatl; 1828 Nr- 13.. 
Beschreibung Roms von Platner, Btlnsen etc. , Dr. Boisseree im Iiunst- 
hlatt 1825 Nr. 27.; Von der Hagens Briefe in die Heinmth, Spcth 
l. c. und zerstreute Notizen. 
Annibale hat auch in Kupfer gearbeitet; Bartsch XVIII. 180 hei- 
SQhYCibE 18 Blätter von Seiner lland, ein zweifelhaftes und sechs 
felschlich ihm zugeschriebene. Die ersten Arbeiten von 1581-"82 
51ml soYgfältig gestochen und denen des Agostino ähnlich, WCSS- 
weiäen 1I_lal1_ sie lange für VVerlae des Ijetztcrcil hielt. Gegen 1592 
hat er sich der Radiernadel bedient, und des Stichels nur zur Vol- 
kfiidung der Platten. Sie sind mit A. C. oder dem Namen des 
IWÜSÜCYS bezeichnet. Auch sind sie der verständigen und geschmack- 
vollen Behandlung wewen sehr gesucht, nur muss man sie nicht 
mit jenen des Bcliavia tierwechseln. S. diesen Artikel. 
Der todte Heiland auf dein Sehoosse der Maria oder Christus 
i von Caprarcila. 11. .1 Z. (j L., Br. 6 Z. Die ersten Abtiriiclte 
sind bezeichnet: Cuprxirolai: 1507, die zweiten: Annibal Cara- 
cius fe. Caprairolce 15,97 (5 biss Eint). 
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