Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717439
Caypi , 
Hugo 
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Anspruch machen, wohin sein Vater gegen das Ende des 15. Jahr- 
hunderts zu Parma zog. Auch das Jahr der Geburt ist unbestimmt, 
llllll die Angabe bei Piost, dass er um 1486 geboren, ohne zurei- 
chenden Grund. Nur soviel ist gewiss, dass er 1518 schon arbei-i 
trte und noch 1532 lebte. Als Maler zählt man ihn unter RafaePs 
Schüleir, er machte aber keine glückliche Fortschritte und verlegte 
sich daher auf die Formschneidekunst. Demnach sind die Gemälde 
dieses Künstlers äusserst selten, nur in dem Vestiario der Sakristei 
der St. Peterskirche zu Rom wird noch eine heil. Veronica zwi- 
schen den Aposteln Peter und Paul von ihm aufbewahrt. Das Bild 
befand sich ehemals am Altare del Volto santo der alten Kirche, und 
soll dasselbe seyn, das Ilugo da Carpi mit den Fingern malte, von 
welchem lYIich. Angele ganz laaltbliitig sagte, als man ihm selbes 
als ein grosses Meisterstück zeigte: „dcr iVIaler würde es mit dem 
Pinsel weit besser gemacht haben." 
Hilgo wird. von vielen italienischen Schriftstellern für den Erfin- 
der des lielldunkels im Holzschnitte gehalten, dagegen eignen diese 
liunst die Deutschen ihren Landsleuten zu, doch wurden die zwei 
verschiedenen Arten des Helldunkels selten von einander unter- 
schieden. Die Erfindung, zwei Stücke anzuwenden, gebührt den 
Deutschen; denn schon die Anfangsbuchstaben in den drei mit be- 
weglichen Lettern gedruckten Ausgaben des Donat sind mit zwei- 
farbigen Hulzstiiclteu gedruckt. Auch scheint der deutsche Meister 
Juli. Ulrich Pilgrim weit älter zu seyn, als Hugo da Carpi. Von 
den Holzsehnitten, welche von Letzterem bekannt sind, trägt kei- 
ner eine frühere Jahreszahl als 1518, wogegen von verschiede- 
nen deutschen Meistern Werke bekannt sind, welche frühere Jah- 
reszahlen tragen. Daraus ergibt sich, dass diese Manier in ver- 
schiedenen Provinzen Deutschlands schon früher ausgeübt wurde, 
die Manier aber mit mehreren Stöcken zu drucken glaubt Bartsch 
(XII. 6., Anleitung etc, I, 266) unwidersprechlich dem Hugo da 
Carpi zueignen zu dürfen, da von keiner Nation eine Arbeit 
dieser Art bekannt sei, welche eine frühere Jahreszahl als 1513 
trüge. Wenn die Jahrzahl hier Schiedsrichter seyn soll, so "e- 
biihrt wieder den Deutschen die Ehre, denn Heller versichert (Hoilz- 
sehxieidek. S. 75), dass der Ptololnäus von 1513, welcher zu Strass- 
burg bei 10h. Schott erschien, und die Charte von Lothringen in 
demselben, mit drei Formen gedruckt wurden- 
Hugo da Cerrpi war ein vortrefflicher Zeichner, der in seinen 
Blättern den tiefsten innern Gehalt, den ganzen irischen Hinwurf 
"der Idee des Vorbildes auf das Lebendigste reproduzirt und den 
Charakter der Formen, den Sinn der Bewegungen, den vollen pi- 
kanten Elfekt der Lichter und Schatten gleichsam auf die Platte 
hingezaubert hat. Sie sind auf graues und gelbes Papier abgedruckt 
und in guten Abdriieken selten. Der griisste Theil hat weder sei- 
nen Namen, noch den des Zeichners, und daher ist die Bestim- 
mung der Werke dieses Meisters nicht immer sicher, indem Anton 
da Trento, Andreas Andreani n. a. in eben dieser Manier gearbei- 
tet und ihre Blätter auch nicht bezeichnet haben. 
Bartsch beschreibt 31 Stücke von diesem Künstler; die vorzüg- 
lichsten sind:  
Diogenes nach Parmesano, Ilelltlnnkel von vier Platten, nach 
 Vasarl das Schönste, was Hugo je gefertiget. H. 17 Z. 6 L., 
Br. 12 Z- 8 L. 
Wurde bei Auktionen zu 2, 4 und 6 Hthlr. bezahlt. 
Ananias, nach Rafael. H. 19 Z. 7 L., Br. 14 Z. 2 L. 
Galt bei Frauenholz 15 fl. 
Der Tod des Ananias, nach demselben 1518. H. 0 Z., Br. 117..
        

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