Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717354
(larlone , 
Gi ov. 
0-00 
Carloni 
(uler 
Carlonc , 
Marco. 
367 
Malern eine so neue, reizende und schmeichlerischefäliunst des 
Culorits nicht gesehen. Carlone trug seine Tinten auf trockenem 
Grund auf, wenn er VViimle und Zinunerdeclien malte, nachdem 
er darunter einen Tinteniiberzug gelegt hatte, der sie vor Halls 
schiitzte. Sie waren mit höchst zarten Pinselziigen und wunderba- 
rer Gleichförmiglseit aufgetragen, daher seinejialkinalercien wie 
Oelgemälde aussehen. Dieses Lob ertheilt ihin Ratti und Meugs 
urtheilt ziemlich ebenso. 
Unter seine schönsten und neuesten Arbeiten werden die geschicht- 
lichen Bilder der Capelle des königl. Pallastes gezählt; ferner der 
Entdecker Columbus, die auf Scio gemarterte Justiniana, die nach 
Genua gebrachte Asche des Vorliiufers und andere ligxirische und 
vaterläxnlisclie Begebenheiten. Seine Arbeiten, sowohl "in Fresco 
als in Oel, sind höchst zahlreich, alle mit Meisterschaft in Culurit 
und Zeichnung, mit Schnelligkeit und Richtigkeit ausgeführt. 
Giuv. Batista starb 1680, etwa 85 Jahre alt, und verlor weder die 
Geisteskraft, grosse Gebilde zu erfinden und sie manniglhltig darzu- 
stellen, noch die Freiheit der Hand, sie mit fast unvergleichlich 
sicherer Obmacht über den Pinsel zu behandeln. Lanzi III. 277 
d. Ausg. 
Carlone, Andrea oder Giov. Andrea, Maler, Sohn des vor- 
hergehenden, lernte bei Sorri und studirte hierauf zu Rom nach 
den besten Mustern der Malerei und der antiken Plastik. Er bil- 
dete sich, nachdem er verschiedene Städte durchreist und nach ver- 
schiedenen Mustern studirt hatte, aus dem römischen und venedi- 
ger Styl und dem seines Vaters einen neuen gemischten, der nach 
Lanzi in Oelbildern besser gefällt, als in "Vtfaxidgerniilden. Er malte 
viel in Perugia und den benachbarten Städten, gar fern vun der 
Vollendung und Anmuth des Vaters, minder glücklich auch, als er, 
in der Composition, dennoch aber frei, entschlossen, lebhaft, wie 
die Veuediger, besonders in einigen Lebensereignissen des heil. 
Felicianus, die er in seiner Kirche zu Foligno malte. Als er nach 
Rom zurück kam besserte er seinen Styl IIOChJIIChY, und was er 
von dieser Zeit an lieferte, ist sein Bestes. Dahin gehören einige 
Scenen aus dem Leben des heil. Xaverius in der Jesuitenlsirche zu 
Rom und viele dichterische Darstellungen in Palliisten Genuas. 
Diese Arbeiten gehören nach Batti zu den denkwiirdigsten. 
Er starb 1697 , 70 Jahre alt. Lanzi III. 292. 
Carlone, NICCÜIÜ, Bruder des Johann Andreas, Maler, so wie 
dieser, aber der Schwächse in der Familie, nicht weil es ihm an 
hinliinglicher Iienntniss fehlt, sondern weil er auf dem einmal er- 
reichten Punkte stehen blieb. Er hatte das Unglück zu erblinden 
und starb 1'214. 70 Jahre alt. Lanzi l. c. 
CGTIOUI oder carlOllß, Marco, Maler und Stecher mit der Na- 
del und dem Grabstichel, der zu Rom 1742 geboren wurde. Er 
machte sich weniger als Maler wie als Iiupfersteeher bekannt. Man 
sieht von ihm Vignetten in der Iconulogia de] Cav. Cesare Riga 
Perugino, die 1764 zu Perugia in 4 Quartbiinden gedruckt wurde. 
. Nach des polnischen Malers F. Smugliewviz Zeichnung stach er 
antike Malereien in den Bädern des Titus in 60 Blättern, und in 
einer Folge von 12 Stücken die Gemälde in den Bädern des C011- 
stantin; letztere 1730. Ausserdenl arbeitete er noch für das llrluseo 
Piu-Clementino. Dieser Künstler starb in dem letzten Decennium 
des vorigen Jahrhunderts. 
Es gibt auch einen römischen Maler dieses Namens, der unse-
        

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