Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717223
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C am {Tel 
Caragliü , 
Giovnnni 
Jacopo. 
Gegenstände, die damals der französische Geschmack liebte. Zu 
Paris, wo er noch 1803 lebte, bis zu seinerlicise nach Petersburg, 
erhielten einige grossen Beifall, z. B. die Hoffnung, welche den 
"Ungliicklichen bis an den Rand des Grabes aufrecht erhiilt, gest- 
vön Desnuyers; die Liebe, die von der Jugend und den Grazicn 
verlassen, sich bei der Freundschaft tröstet, ein Bild, das in den 
Besitz der Kaiserin von Frankreich kam; (das Schicksal, das die 
Bahn des Lebens verzeichnet; die Wissenschaft, die dem Menschen 
die Gesundheit wieder giebt, Deckenstiick im Inedizixiischen Saale 
zu Paris. Alle diese Bilder wurden von Landen in Umrissen ge- 
geben und beurtheilt (Annal. I. 64. 82. 237. III. 93). Sie sind 
richtig gedacht, geschmackvoll geordnet, correct gezeichnet und 
von angenehmer Eirbuxig. Auch sein Marius auf den Ruinen von 
C-arthagu und die Schlacht bei Nazareth verdienen Erwähnung. 
I)as letztere Bild war der Gegenstand öffentlicher Prcisbewverhnng, 
CaraEe gewann aber die Prämie nicht, sondern le (iros. Nach 
Landen wurden an diesem Bilde die schöne richtige Zeichnung, 
die VVahrheit des Ausdruckes in den asiatischen Hüpfen, die Treue 
des Costiims und verschiedene ausgezeichnete Schönheiten in ein- 
zelnen Parthieil allgemein bewundert. Laurence stach nach ihm 
den Eid der Hurazier. Ausser seinen Gemälden kennt man von 
ihm auch viele Zeichnungen von Begebenheiten aus der römischen 
Geschichte. 
Caraglie, auch Caralio und Caralius, Giovanm Jacopo, 
vortrelflicher Iiupfcrsteeher, Zeichner, Stein- und Medaillen- 
schneider, von dem man glaubt, er sei zu Parma um 1500 (nach 
Ticuzzi zu Verona 1512) geboren, äabe ab? zu Verona gearbelitet, 
weil er sich auf einieen seiner iittei" arincnsis, auf am eru 
Veronensis nennt. EFDSIIIIllPlG in Rum nach Marc-zlutuifs und 
Ilosscfs Werken und nahm sieh den ersteren zum Muster, 
ohne ihn jedoch in den schönen Umrissen und der Festigkeit sei- 
nes Vertrages ganz zu erreichen. Dennoch war er einer der bes- 
ten Schiller Baymondfs und stand unter den grossen Iiupferste- 
chern Italiens im ersten Bange. Seine "Werke zeigen den correhten 
Zeichner und Köpfe voll Geist und sprechender Charakteristik. 
VVenigei' glücklich ist er ini Ilelltlunlael und lin der Behandlung 
der Falten, die nicht von gutem Gesclimaclie sind. 
Nachdem Caragliu eine Zeitlang das Iiuplersteehen getrieben 
hatte, widmete er sich ganz dem Stein- und Medaillcnschneiilen 
und erlangte in der letzten Iiunst einen grossen Ruhm. Sigmund I. 
rief ihn desswegen nach Polen, und trug ihm verschiedene Arbei- 
ten auf, die er auch zu seiner grössten Ehre ausfiihrte. Reichlich 
belohnt kehrte er nach Italien zurück und starb dort auf seinem 
Landgute im Parmesanischeri um 1570. , 
Er bezeichnete seine Blätter, deren Bartsch (XV. 61) 6-1 be- 
schreibt, mit seinem Namen, oder auch, wie man behauptet, mit 
einem Monogramme, das nach Bartsch aus den Buchstaben IA V, 
d. i. Jaccbus Veronensis, zusammengesetzt ist. Man findet dieses 
Zeichen auf zwei Stichen, von denen der eine die Anbetuiir der 
Hirten nach PZIBUICSIIIIO, der andere das Portrait Peter Aretinsgvur- 
stellt. Zani (eneycl. met. V.  will die Auslegung dieses Mono- 
gramms nicht anerkennen, ohne jedoch eine andere geben zu kön- 
nen. Heineelie und Iiryan schreiben ihm noch ein anderes Zeichen zu, 
welches ein in einem C stehendes II bildet, allein Heineche scheint 
hier im Irrthume zu seyn, und auch Bryan, da er "wahrscheinlich 
nur das Monogramm bezeichnet, welches aus den Buchstaben GII 
gebildet ist, und einem andern Iiiinstler angeliöret. In gleichem
        

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