Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717075
Cantarelli , 
Joseph. 
Cantarini , 
Simon. 
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Einige schreiben noch dem Canta-Gallina zu: 
Die lYIutter Gottes auf dem halben Monde von zwei Engeln ge- 
krönt, nach Callot,  
6 Landschaften mit dem Zeichen und dem Jahre 1324. 
Cantarelh, JOSEPh, Iiupferstecher von Bologna, dessen Gandel- 
lini erwähnt, ohne Näheres über ihn zu bestimmen. Er radirte die 
Bliitter zu dem Via crucis und jene zu dem Gedichte von Bertel- 
dino und Cacasena, die Bildnisse einiger Heiligen etc. 
Ganliürlni, SlmOn, genannt Pcsarese oder Siinone da Pesaro, 
von seinem Gebnrsorte Pesaro, lernte bei Panrlolfi und Claudia 
Ilidolfi, wählte sich hinsichtlich des Colorits die besten Venetliger 
zum lNIuster, anfangs besonders den Barocci; gewann aber später 
Guido Rqnfs Styl so lieb, dass er sich ganz ihm ergab, und den- 
selben oft an Genauigkeit und Grazie übertraf. Jetzt wurde er 
iibermiithig und sogar beleidigeucbgegen seinen grossen Meister, 
der ihn freundlich zu Bologna aufgenommen hatte, und die Folge 
davon war die Entfernung aus dem Hause desselben. Er ging nun 
nach Rom , um sich nach Rafael und der Antike zu bilden, kehrte 
hierauf wieder nach Bologna zurück, und lehrte daselhst, bis er 
in die Dienste des Herzogs von Mlantua trat. Allein wohin er nur 
kam, brachte er seine Ünart mit, iibersehätzte sich, missachtete alle 
Andere und spottete selbst Giulio Romauifs und RafaePs, so dass 
er gleich gehasst, wie seine Arbeiten beliebt waren. Auclrmit dem 
Herzo_ e entzweite er sich, und als er ihn in einem Bildnisse nicht 
etroßän hatte, hränkte er sich so darüber, dass er in eine Iirauk- 
ieit verfiel, nach Verona sich begab, und dort 1648 im 36. Jahre 
starb, nicht ohne Verdacht einer Vergiftung. 
Baldinucci und die gewiihxilichen Iiunstliebhaber preisen ihn als 
einen zweiten Guido, und in der That kommt er ihm näher, als 
einem andern. Er hat nicht so edle, aber, nach dein Bediinlsen Vie. 
1er, anmuthigere Gedanken, ist minder gelehrt, aber sorgfältiger 
und in den Extremitäten einzig. Er war im Modelliren für sich 
sehr Ileissig, malte auch die Falten nach den Modellen; indess ge- 
langen sie ihm nie so prachtvoll und breit, wie Guido und 'l'ia- 
rini, welches er auch aufrichtig gestand. Im Colurit ist er mannig- 
faltig und wahr; am meisten Fleiss verwendete er auf das Nackte; 
er belebte es durch stellenweise Lichter und mied Entgegensetzuns; 
lebhafter Farben; nur durch dunkle Gründe suchte er es zu heben 
und seine Schönheit zu verdoppeln. Nur gebrauchte er, um das 
Iiiihne zu decken, zu häufig den aschlarbigen Ton, so dass ihn 
Albani spottweise den Aschemnaler nannte. "Protz diesem Urtheil 
schien er Malvasia der anmuthigste Colorist und der richtigste 
Zeichner seines Jahrhunderts. 
Cantarini malte Altarblätter, viele heil. Familien, die man in B0. 
logna, Pesaro und Rom sieht, mehrmalen den Täufer und Iiöpfe 
von Aposteln. Lanzi III. 107. Zu seinen vorziiglichsten "Vlferlaen 
rechnet man den heil. Anton bei den Franziskanern zu Cagli und 
den heil. Jakob zu Rirnini, die Transfiguration in der Pinakothek 
zu Nlailand und einige heil. Familien bei Privaten. Seine hinter- 
lassenen Gemälde sind zahlreich. 
Cantarini hat auch an 37 Blätter verschiedenen Inhalts radirt, die 
von denen des Guido Bcni schwer zu unterscheiden sind; es wuiw 
den daher einige, um die Liebhaber zu täuschen, mit Guido Reni 
inv. et f. bezeichnet. Wir lassen hier das bei Bartsch verzeichnete 
Werh des Künstlers folgen.  
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