Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1717021
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Cnnova , 
Antonio. 
auch die christlichen Darstellungen anheim. Hieher rechnen wir 
die Grabmiiler zweier Pähste, Clemens XIV. (Ganganelli) in der 
Apostelkirche, und Clemens XIII. (liezzoxlico) in St. Peter zu Rom, 
und das der Erzherzogin Christina in der Augustinerltirehe zu VVien. 
Diese grossen Werke sind nach der herkömmlichen Weise nur mit 
allgemeinen christlichen Emblemen ausgestattet, selbst das Figuren- 
reichste, die Grabpiramide der Erzherzogiix, zeigt nur einen Trauer- 
zug von allegorischen Gestalten, keinen der Charaktere, die in der 
christlichen Mythe gegeben und unserm Glauben Gegenstände der 
Anbetung und Verehrung sind. Ein YVerk, das Canova zwischen 
jenen grösseren gearbeitet, die reuige Drlagdalena, im Besitz des 
(irafen Somariva, ohne Zweifel eine seiner besten Leistungen, die 
ihm auch besonders am Herzen lag, zeigte doch, dass er in die 
Figuren der christlichen Glaubenshelden mehr seine individuelle 
Empfindung, als den geforderten Idealeharakter zu legen wusste. 
Die Einseitigkeit der Auflassung, womit er in diesem Meisterwerke 
weicher Ausführung nur eine zerknirschte Biisserin, aber keine 
Magdalena bezeichnet hat, ist schon von Fernow mit Hecht geta- 
delt worden. Aus jener Zeit ist sonst kein bedeutendes VVerk der 
Sculptur bekannt, das zu den christlichen Darstellungen "zurech- 
nen wäre. Canova folgte fortyeiilirenrl seiner Neigung zum Bilden 
poetischer Gestalten, und erst in semeruletzten Zeit (1817) sah man 
lllll einen Johannes den Täufer als lund, noch eine Magdalena 
(1819), im Besitz des Ilerzogs von Leuchtenberg in München, und 
endlich (1822) für seine Iiirche zu Possagnt) eine Pietät und Basre- 
liefs aus der alt- und neutestalnentischen Geschichte modelliren. 
Diese letzten Werke tragen aber auch keinen entschiedenen Styl, 
ja in den Basrcliefs hat sich der Iiiinstlci- so sehr ins Gebiet des 
Malerischen verirrt, dass sie wohl zu seinen schwächsten Werken 
gehören mögen. w 
"Unter den übrigen Leistungen sind zu erwähnen: 
Ein liegender Amor und Psyche, nach der Fabel des Apulejus. 
Dieses Werk, das 1785 entstand, ist noch manierirt, aber es 
zeigt so zu sagen den Wendepunkt von Canovzfs Geschmack, ein 
Streben nach Schönheit und VVal-irheit. 
Psyche, stehend in natürlicher Grösse, ist die höchste Anmuth. 
Der Iiiinstler sagte oft, dieses Werk sei eine seiner Jugendsün- 
den. Bertini hat das Bildwerk in liupler gestochen.  
Venusnnd Adonis, in Neapel. Gestochen von Bertini, und der 
Herzogin von Calabrien zugeeignet.  
Amor und Psyche, stehend, in natürlicher Grösse. 
Diese Gruppe besass die Kaiserin Josephine in Malmaison. Eine 
Wiederholung kam nach Russland, wenn nicht das Werk der Iiai- 
serin selbst.   
Perseus , das abgehauene Medusenhaupt haltend, wurde von Pabst 
Pius VII. gekauft. 
König Ferdinand IV. von Neapel, im römischen Costiim. 
Das Modell war schon 1799 fertig und 17 Palmen hoch, wurde 
aber erst 1805 in Marmor ausgeführt. 
Zwei Athleten, dem Cardinal Consalvi gewidmet, im vatikanischen 
Museum. 
Hebe, die Nektarschenkende, in natürlicher Grösse. Im Besitze 
des Iiaisers von Russland. Gestochen von Bertini. 
Herkules, den Lykas an einen Felsen schlendcrud, eine Gruppe, 
die in den Besitz des Bantluiers 'l'orlonia in Rom kam. 
Napoleon mit Scepter und lieichsaPl-el, und einem Genius, der 
einen Palmzweig und die Iirone triigt. 
Französische Iiritikcr sprechen dieser Statue allen edlen Ausdruck
        

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