Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716974
Cano, 
Alonso. 
Cano 
de 
Juan. 
Arevalo , 
329 
nicht, scheint sich aber an den antiken Meisterwerken im Pallaste 
des Herzogs von Alcala (Casa de Pilatus) zu Sevilla gebildet zu 
haben, wie dieses der Styl seiner Formen, der grandiose Falten- 
wurf und der erlesene Geschmack seiner Statuen verräth. In letz- 
tern zeigt sich Michelagnolxfs Kraft, aber in seinen Gemälden, 
was wunderbar ist, die Zartheit und Anlnuth AlbanPs. Auch diese 
sind im grossartigen Style gezeichnet und von so schönem Colorite, 
dass man den Künstler oft den spanischen Albano nannte. Sein 
Schönhcitssinn war so gross, dass, als ihm auf dem Todtbette der 
Priester ein sehr schlecht gearbeitetes Crucifiz verhielt, er es durch- 
aus nicht ansehen wollte, sondern von sich stiess, wodurch er grus- 
sen Anstoss gegeben, wenn er nicht gleich ein einfaches Kreuz mit 
aller Devotion verehrt hätte. Er besass iibri ens einen wunderlichen 
Charakter, der ihn in Händel mit Don Seiastian de Llano y Val- 
des verwickelte, die sich mit einem Duell endigten, was ihn 1657 
zwang, nach DIadrid zu gehen, wo er durch das freundschaftliche 
Vorwort seines Dlitschiilers Velasquez den Schutz des Herzogs von 
Olivarez erhielt, der ihn fiir den Hof reichlich beschäftigte, und 
zum Lehrer des Don Baltasar d'Austria ernannte. Allein auch hier 
hatte er manche Abentheuer, die nichts mit der Kunstgeschichte zu 
thuu haben. Nur ist noch zu bemerken, dass ihm seine bewunde- 
rungswiirdige Fertigkeit im Zeichnen oft zu Statten kam, indem er 
sogar, wenn ihn ein Bettler um ein Almosen ansprach und er kein 
Geld hatte, geschwind eine Zeichnung entwarf, die er ihm schenkte, 
indem er zugleich den Ort nannte, wo er sie verkaufen sollte. 
Alonso gründete in Grenada eine Schule, aber merkwürdig ist 
es, dass keiner seiner Schüler den Ruhm der Malerei in Granada 
nach des Meisters Tode behauptet hatte. Seine Zöglinge blieben 
alle weit hinter ihm zuriick. 
Sevilla besitzt von diesem Iiiinster mehrere VVerke , sowohl 
Gemälde, als Statuen und Altäre, die alle vorzüglich sind. Zwei 
Meisterstiicke der lYIalerei sind sein heil. Petrus iind Franziscus in 
der Carthause zu Xerez. Bewunderungswiirdig ist sein todter Chri- 
stus, von einem En el und dem heiligen Benedikt unterstützt, im 
neuen Pallaste zu ltgadrid, und besonders berühmt ist seine Ma- 
donna mit dem llosenltranze im erzhischiiilichcn Pallaste zu Gra- 
uada, und die Enipfiingniss Mariä in der Hauptkirche. Mehrere 
Bilder von Cano sind im lVIuseo del Prado zu Madrid. 
In der Baukunst folgte er dem damals herrschenden Gesehmacke; 
er ist zu reich an überladenen Ausschmiiclsungen, an Consolen, 
Festons u. s. w. 
Fiorillu IV. 265. ff. u. a. Mehreres über diesen Künstler s. Quilliet 
dict. des pcintres espagnoles. 
C8110, DOII Joaqum JOSGf, spanischer Maler, Schüler von Mar- 
tinez, arbeitete in der Manier Murillds, den er trefflich nach- 
ahmte. Er starb 178.1. lNTan schätzt vorzüglich seine Madonnen, 
die er nach Murillo Copirte. 
C3110 de ATCVQIO, Jlliln, Genremaler, geb. zu Valdemoro 1656, 
gest. zu Madrid 1696. Er besass Geschicklichkeit in Gemälden 
kleiner Art und besonders in Compositionen, die er mit Wasser- 
ihrben auf Fächern ausfülirte. Er malte deren eine Menge, und 
wurde seiner besonderen Geschicklichkeit wegen sogar zum Maler 
der Königin ernannt. Seine Lust zu VValTeniibuxigen bereitete ihm 
den Tod; denn sein Gegner liess ilnl durch zwei gedungene Mör- 
der so stark Yen-wunden, dass er an den Folgen in kurzer Zeit 
starb.
        

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