Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716904
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Camradt , 
Johann.  
Cnmucuini, 
Vincenzo. 
von ihm. Diejenigen, die er für die besten hielt, bezeichnete er: 
Pedro de Camprobin Pasano fecit. Quilliet. 
Camradt, JOÜHIIII, der ältere, ein Portraitmaler zu Copenhagen, 
der sich schon zu Anfang unsers Jahrhunderts bekannt machte. 
Camradt, FrlGdrlCh ChTlSllElIl, der jüngere, ein Blumenmaler, 
 der 1762 zu Copeilhagen geboren wurde. Er verfertigte viele Bil- 
der, die in Privatsannnlungen zerstreut sind und Anerkennung finden. 
VVir wissen nicht, ob sich dieser Künstler noch am Leben befindet. 
camucclnlo VIÜCÜUZO; Ritter und Ilistorienmalcr, wurde zu Rum 
1775 geboren. DlGSCPlJilllläilülfydßll die Italiener zu den beriilnn- 
testen Meistern ihres Landes rechnen, machte schon in früher 
Jugend die eifrigsten Studien nach der Antike, und fand sich be- 
sonders zu Rafael, Dominicliino und Andrea del Sarto gezogen. 
Er war daher in kurzer Zeit im Stande, sich vorthcilliaft bekannt 
zu machen, und schon zu Anfang unsers Jahrhunderts sicherte er 
sich den Ruf eines der besten in liom lebenden Künstler. Das 
erste Gemälde, mit welchem er vor das Publikum trat, war der 
Tod des Cäsar, und bald darauf erschien sein Tod der Virginial 
Diese beiden Bilder, im königl. Schlosse zu Neapel, erwarben 
dem Iiiinstlei" sowohl in der Composition, als in der Ausführung 
Ruhm; besonders das letztere. Die Zeichnung ist in jedem G0- 
lniilde currekt und bestimmt, aber die Figuren sind zu statuarisch, 
und die vielen weissen Tagen von tingefiilliger Wirkung. Auch die 
Anordnung, besontlers die der Hanptgrtipjnen, erinnert an die fran- 
zösischdhcatralische Weise. Indessen erweckten die Bilder be- 
sonderes Wohlgefallen, und Viele fanden gar nichts zu tadcln. Die- 
ses ist auch in GötheÄs YVinckehxiann der Fall. IIier werden 5.525 die 
Richtigkeit der Zeichnung der lebensgrossenFiguren, der (ieschmacl-t 
in der Gewandung, die liesvegtlng (lersclbcn und die ausdrucksvollen 
Köpfe gerühnit. Auch XV. A. Schlegel (Sendschreiben an Göthe im 
Intelligenzblatte der Jenaer L. Z. Nro. 120i) gesteht diesen Werken 
Correktheit im bessern Sinne im hohen Grade zu. Er nennt die 
Zeichnung bestimmt und richtig, das Colurit kräftig und heiter, 
die Charaktere der Figuren edel, die Draperie wohl verstanden, 
die Gruppirung meistens glücklich, aber er findet keine reichhal- 
tige Ader der Erfindung. Die Bekanntschaft mit der neuern fran- 
zösischen Schule wvar damals Vielen nicht auffallend, indessen hatte 
Camuccini immerhin mehr natürliche Ilarinonie und eine gewisse 
südliche Milde voraus. Die Italiener glaubten fast durchgehends, 
dass der Iiünstler in diesen Gemälden die Vorbedeutung der künf- 
tigen Zierde der römischen Schule gegeben habe, und sie erkann- 
ten in der Eleganz und Reinheit der Zeichnung, im Faltenwui-fe, 
in der Gruppirung und in der Wahrheit des Ausdruckes einen 
liünstler von hohem Talente.  
Die Meisterschaft hat Camuccini allerdings errungen, und im- 
merhinlverdient die freie und sichere Zeichnung, das Studium und 
die Iienntniss des plastischen Alterthums, das in seinen Werken 
sich oifenbaret, volle Bewunderung; aber er besitzt nicht Over- 
beclfs ungekünstelte Natur und jene bis in jeden einzelnen Theil 
gehende VVahrheit. Sein Colorit hat in neuerer Zeit sehr gewonnen, 
aber es zeigt sich in seinenBildcrn noch immer französischeNuancirung. 
ln seinen Cartons und in den gemalten kleineren Skizzen gefällt 
er besonders. In den ersteren ist er Nebenbuhler der ,grössten 
Meister, und Kenner glaubten hierin selbst RafaePs Iiunst zu cr- 
kennen, und bedauern nur, dass die Ausführung in Farben nicht 
gleichen Schritt mit ihnen halte.
        

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