Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716846
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Campi, 
Galeazzo.  
Campi , 
Giulio. 
hlundscheiubeleuchtung und zierte sie mit Figuren, Thieren und 
Ruinen. Besonders zu schätzen sind seine Bilder, welche er mit 
Pferden und Rindern staffirte, und überhaupt mehrere seiner Werke 
neben denen des P. Putter zu stellen. 
Cülnpl, Galeazzo, ein Maler von Cremona, geb. 1475, gest.1556. 
Man hält ihn fiir einen Schüler des Boccaecino, er hat aber, nach 
Lanzi, weniger von dem neuen Style, als sein angeblicher Mei- 
ster. Seine Bilder offenbaren nur den Uebergang von der alten in 
die neue Manier. In der Sehastianskirche ist von seiner Hand das 
Bild des Iiirehenheiligen und St. Rochus am 'I'hrone der heil. 
Jungfrau, 1513 gemalt, {worin er sich, nach Lanzi, als schwacher 
Anhänger des peruginischen Styls zeigt. 
In der Iiirche des heil. Lucas ist von ihm eine Madonna mit 
St. Joseph und Magdalena, und über der Thiire der Salaristei in 
St. Domenico malte Galeazzo das Bild der heil. Jungfrau mit dem 
Kinde, mit dem Täufer Johannes und dem hl. Christoph sammt der 
Catharixia von Siena. Auf einem der wenigen Bilder, die Private 
in Crexnona besitzen, liest man: Galeaz de canipo pinxit 151g, die 
14 Augusto. 
Campi ist ein guter und wahrer Colorist, aber matt im Helldun- 
kel , winzig in der Zeichnung, laalt im Ausdruck. Baldinucei 
scheint also zu irren, wenn er ihn berühmt nennt, denn selbst 
sein Sohn, Antonio, nennt den Vater nur einen fiir seine Zeit 
verständigen Maler. Sein eigenhändig gemaltes Bildniss in der 
{lorentinischen Sammlung gibt jedoch den berühmtesten nichts nach. 
Caxnpi ist der Vater clreier merkwürdiger Künstler, des Giulio, 
Antonio und Vincenzo Campi, welche man die Vasari und Zucehari 
der Lombardei genannt hat, was seine Richtigkeit hat, wenn man 
auf die grossen und "weitläufigen Compositionen sieht, die sie mal- 
ten; Weniger trifft aber dieses zu, wenn man den Vergleich auf 
die Gier ausdehnen will, eher viel, als gut zu malen. Lanzi II. 
549 u. 555. d. Ausg. u. 'I'icozzi. 
Campl, GlllllO, älterer Sohn des Galeazzo, ebenfalls Maler, und 
gleichsam der Luclovico Carracci seiner Schule. Er ist um 1500 
geboren, nicht 1540, wie Orlandi versichert, denn Giulio arbeitete 
schon 1522. Sein Vater unterrichtete ihn in der ersten Jugend, 
achtete sich aber nicht fähig, ihn zum Maler zu bilden, und 
brachte ihn also in die Schule des G. Romano, der damals in Man- 
 tua war. Von diesem lernte er, ausser der ltlalerei, auch Plastik 
und Baukunst, die Grossheit der Zeichnung, das "Verständniss des 
Nackten, die Mannigfaltigkeit und Fülle der Ideen, die Pracht in 
Bauwerken und die allseitige Fertigkeit, jede Aufgabe zu bearbei- 
ten. Diese Meisterschaft stieg, als er Rom sah, dort Rafael und 
die alten Kunstwerke studirle und die trajanische Säule mit wun- 
derbarer Genauigkeit zeichnete. Auch Tizinn achtete er sehr, eben 
so Pordenone und Sojaro, in dessen Styl er, wie Vasari berichtet, 
malte, ehe er Giulio kennen lernte und nachahmte. Sein Styl hat 
demnach etwas von vielen Iiiinstlern, so dass man in seinen Wer- 
ken bald die Nachahmung des einen, bald die des andern seiner 
grossen Meister erkennt. Gemischt ist der Styl in seinen Arbeiten 
der Margarethen-liirche zu Cremona. Im heil. Hieronymus im 
Dome zu Mantua, im Pfingstfeste zu St. Gismondo in Cremona 
ist ganz Giulio Romands Rustiglaeit, aber mehr als irgendwo in 
der Burg Soragno im Parmesanischen, wo er in einem grossen 
Saale die Heldenthaten des Herkules malte, welche man eine grosse 
Schule des Nackten nennen könnte.
        

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