Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716765
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Camozzi , 
Vincenz. 
Campagna, 
Peter. 
sehr mittclmässig, und daher liess er die Figuren von Piola malen. 
Ausserdem machte er sich noch als Maschinist Ruhm. 
Gamozzi, Vincenz. s, 5Cam0zzi_ 
Üampßgna, GITÜIamÜ; genannt da Vergna, ein berühmter Bild- 
hauer, der 1552 zu Verona geboren wurde; .Er lernte bei Danese 
Cataneo und lieferte während seines langen Lebens viele schöne 
Werke, die Padua, Venedig und Verona zieren. Anfangs arbeitete 
er vieles mit dem Meister und vollendete auch nach dem Tode des 
letzteren dessen VVerlie. Unter seinen eigenen Arbeiten in Venedig 
sind besonders zu erwähnen: der Altar del llosario in S. Johann 
und Paul und jener der Mönche des heil. Lorenz, beide. mit liöst- 
liehen Bronzen und Marmoren geschmückt; die Bronzestatue des 
heil. Anton in S. Jacopo di Rialto, der Hercules und die Statue 
der heil. Justina am Frontispice der Pforte des Arsenales. In Padua 
gehöret das Basrelief in der St. Antons Kapelle, welches diesen 
Heiligen vorstellt, wie er in Lissabon ein Iiind vom Tode erweckt, 
zu den bessern Werken der neuen Sculptur. Sehr schön ist auch 
die Statue des Herzogs Federico auf der Stiege des Pallastes in Ur- 
bino. Im Jahre 1625 machte er in Venedig die Zeichnungen zu 
dem Grabmale des berühmten Paul Sarpi, und bald darauf scheint 
der Iiünstler gestorben zu seyn. Das Basrelief im Santo zu Padua, 
dessen wir erwähnten, ist bei Cicognara storia della scultura II. 
tav. 75 abgebildet, und S. 74 auch das des D. Cattaneo in dersel- 
ben Iiapelle, welches Campagna vollendete. 
Campagna, Peter (cl maese Pedro Campanna, wie ihn C. Bermudez 
nennt), geb. zu Brüssel 1503, gest. 1570, nach Andern 1580. Der 
Name dieses Meisters ist in Brüssel gänzlich verschollen; dass aber 
daselbst sein Geschlecht noch später bestanden habe, scheint daraus 
liervorzugehen, dass Descainps die Lebensbeschreibung eines Ma- 
lers, Philipp von Campagne, der 1602 zu Brüssel geboren wurde, 
liefert, auch einen Neffen desselben, Johann Baptist von Campagne, 
nennt. Er ging schon frühzeitig nach Italien, studirte dort wäh- 
rend einer langen Reihe von Jahren die VVerl-ae Raine-Vs und Mi- 
chael Angela's und zeigte sich auch als einen würdigen Schiiler des 
ersteren. Auf seiner Reise nach Rom malte er in Bologna den fiir 
die Krönung IiarPs V. bestimmten Triumphbogen, und später kam 
er nach Spanien, wo er in Sevilla 1548 bereits ansässig war. Wäh- 
rend seines Aufenthaltes in dieser Stadt malte er eine Geburt der hl. 
Jungfrau iiir die Parochiallsirche zu St. Lorenz und eine Beschnei- 
dung Christi fiir die Kirche des Klosters vom heil. Paulus, welche 
beide Gemälde ein Raub der Zeit geworden sind. Auch entwarf er 
im Jahre 1552 die Umrisse, nach denen die Bildsäulen der Könige 
in-der königl. Kapelle in jener Kirche gefertiget wurden. 
An erhaltenen VVerlten dieses Meisters hat Sevilla folgende: Die 
Gemälde an der Altarwand der Kapelle, die nach dem Begründer 
Mariscal benannt wird. Das vorziiglichste dieser Bilder ist die Bei- 
nigung der heil. Jungfrau, ganz im niederländischen Geschmacke 
und im besten Colorite gemalt. Ueber diesem hängt eine Auferstehung 
und höher hinauf ein Kreuz mit der Jungfrau und dem Johannes; 
zu beiden Seiten sieht man Heilige und auf der untern Mitte den 
Streit der Iiirchenlehrer, wo dem Iiiinstler das Musterbild Rafaelß, 
vorgeschwebt haben mag. Endlich sind an den Seiten noch 5 Bild- 
nisse von Petro Mariscal, dem Stifter, und von 4 Gliedern seiner 
Familie. Ferner Endet sich in der Parochialhirehe des heil. lsidors 
zu Sevilla ein Gemälde dieses Meisters, welches Paulus den Ein- 
iiedler und Anton den Abt in Lebensgrösse darstellt. [n der Pfarr-
        

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