Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716668
Callot , 
Jakob- 
druck stark und die Ausführung zeugt von der Leichtigkeit einer 
Meisterhand. 
Ein eigenthiimlicller Charakterzug dieses Künstlers war seine Em- 
ptiinglichkeit fiir die Freundschaft. Er widmete seinen Freunden 
täglich einige Stunden, ohne dabei seine Arbeitseinheit zu unter- 
brechen, sondern er verfolgte mitten unter den heitersten Gesprä- 
chen und Scherzen unausgesetzt die Spiele seiner Einbildungskraft. 
Von griisseren und ernsteren Arbeiten pflegte er durch Antertiguxig 
kleiner Einfälle und Capricen auszuruhen, für welche er auf Mes- 
sen und Märkten, auf seinen Spaziergängen seine Studien sammelte, 
wodurch er auch das ihm von der Natur verliehene leichte und 
sichere Auffassungstalent immer mehr ausbildete. Aber trotz der 
geistreichen Art, vvomit Callot das Leben aufgefasst, ist doch nicht 
zu liiugnen, dass er in Darstellung der menschlichen Gestalt ein 
Manierist war, indem er sie auf eine willkiihrliche, innerhalb die- 
ser Viillltiihr sogar oft einförmige VVeise behandelte. 
Die Anzahl der YVerke dieses Iiiinstlers ist sehr bedeutend. Im 
ltiinigl. Iiupferstich-Iiabinet zu Dresden sind von seiner Hand 
1300 Stücke, und darunter die seltensten. Auch viele Zeichnungen 
Jinden sich von ihm. Der Maler Üfhumas Iiawretiee besass kleine 
Zeichnungen zu einem Todtentanz. 
VVir laezeichnen noch folgende Blätter dieses Künstlers näher, 
als die vorziiglichstexi: 
La grande rue de Nancy, durch welche er sich den Hofmaler 
Ruet, der sich über alle, welche tiir die Feste des Hofes ar- 
beiteten, eine gewisse Supericiritiit aneignete, zum Gegner 
machte, indem er sich weigerte, nach seinen Zeichnungen zu 
arbeiten. Callot versilhnte ihn wieder dadurch, dass cr dessen 
Portrait mit allen Orden und Ehrenzeichen stach. 
Les suppliees, ein Hauptwerk mit unzähligen Figuren, in kl. qu. 
fol. Im ersten Abdruck ist der hohe, viereckige Thurm und 
das Marienbiltl deutlich zu erkennen. Ein solcher vor der 
Adresse ist bei Weigel fiir 5 Thlr. ausgeboteil. Die spiitern 
Abdrücke haben Silvestre's Adresse. 
Der heil. Nicolaus im VValde predigend, ebenfalls ein Hauptblatt 
in qu. fol. Ist daselbst fiir 2 Thlr. ausgeboten. 
Das Leben der Maria und Leiden Christi; 20 Blätter oval und 
rund im kleinen Forlnate unter dem Titel: Variae iucones tum 
passionis Christi tum vitae beatae Marine Virginis. Ein Exemplar 
auf den vier unzerschnittenen Bogen, wie sie zuerst ausgege- 
ben wurden, ist bei XVeigel für 5 Thlr. zu haben. 
Die Belagerung der Insel R6, 1651 gestochen. In Ö gr. Bl., 
6 Banden für den obern und untern Theil, nebst [t Banden 
Erklärungen zu den Seiten, zusammen und vollständig in 16131. 
Bei Weigel 5 'I'hlr. 
Die Belagerung von Rochelle, ebenfalls in 1GB]. vollständig, wie 
das obige Werk. Bei Weigel 5 Thlr. 
Die Noblesse, 12 Blätter Männer und Frauen in Modetrachten. 
Bei Weigel 2 Thlr. 16 gr. 
Louis de Lorrain zu Pferd, im Ilintergrunde eine Schlacht; 
qu. fol. Weigel 1 Thlr. 8 gr. 
Der grosse Jahrmarkt, la loire de Florence, oder la foire de 1a 
Madonna de Imprunettzt, ein llauptblatt. H. 15 Z. d. L., Br. 
2d Z. 7 L. Die ersten Abdrücke sind vor den Worten: In 
Firenze; die zweiten haben dieselben im untern Bande; in den 
dritten wurden noch zwei kleine VVEtPltCllSCllllLlCt' hinzugefügt. 
Bei Frauenholz g ll. 56 kr.; bei Brandes 2 llthlr. 11 gr.; bei 
Schneider .5 lithliu; bei VVcigcl d 'l'hlr.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.