Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716597
Cal-litles- - Calliniachns. 291 
von einer Mücke gezogen und mit ihren Flügeln bedeckt werden. 
Nach Atheniius vcrtcrtigte er auch Gelässe, die er wahrscheinlich 
mit Bildwerkcn verzierte. 
Das Zeitalter dieses Künstlers ist unbekannt. 
callldßs; Bildhauer und Silberarbeiter, dessen Zeitalter und Vater- 
land unbekannt sind. Er wurde immer Calliades und Callias ge- 
nannt. S. Sillig Cat. artif. 
Gallimachus, Cakizotechnos oder Catatechnos genannt, Bild- 
ner, Baumeister und Maler, ein Künstler, der weder nach seinem 
Geburtsorte, noch Meister bekannt ist. Nach Tfhierseh Epochen etc. 
2te AufL, S. 201 Anlnerla, dürfte er aus Athen gewesen seyn, 
Weil ihn die Athener wegen seiner übertriebenen ileissigen Ausfüh- 
rung RmuEöz-eyvos, den Iiunstverscliliminerer, nannten. Auf der an- 
dern Seite erscheint er als Erfinder der eorinthischen Säule, wo- 
durch er nach Corinth gezogen wird. Diouysius stellt ihn neben 
Calamis und lobt beide Äurrorprot {wenn Hai Xdplfüi. Auch Vitruv 
rühmt die Feinheit und Sauberkeit seiner Arbeit, nur ist nicht ab- 
zunehmen, wie er propter elegantiam et subtilitateln artis marmo- 
reae zu Athen jenen Spottnamen empfaugeil hat. 
Auffallend ist ebenfalls, dass ihn Vitruv zum Erfinder des corin- 
thischen Capitäls macht, und dass Pausailias ihn als denjenigen 
nennt, der zuerst den Bohrer bei der Bearbeitung des lWIai-mors 
gebrauchte. Der Gebrauch des letzteren kann nicht jünger seyn, 
als die frühesten Marmorwerlae von einiger Bedeutung; in diese  
Zeit aber ist Calliinaehus nicht zu setzen, es müsste denn ein an- 
derer dieses Namens in früherer Zeit den Bohrer zuerst gebraucht, 
und unserm Iiiinstler, als dem jüngern, nur die Erfindung einer 
verbesserten mechanischen Vorrichtung angehören. 
Auch die Iiapitiiler wurden vielleicht schon lange vor Callimachus 
mit Blättern, Schilf etc. versehen, und man kann daher annehmen, 
dass dieser Künstler der coriilthischeil Säule nur schönere Propor- 
tionen gegeben, als dieselbe in ihrem ersten Entstehen gehabt ha- 
ben mag, und dass er demnach des Iiapltiils ganze zierliche Pracht 
vollendet habe. Auch Vitruv sagt, dass Calliinachus zu demsele- 
ganten Knauf noch die schicklichste Proportion der Säule selbst 
angegeben habe, was sicher nur auf die Vollendete Ausgabe der 
bereits vorhandenen Säulenform zu deuten ist. 
Die Blüthe des Künstlers muss also in spätere Zeit fallen, als 
die eigentliche Erfindung des Bohrers und des corinthischen Capi- 
täls. Nach Thiersch kann er wegen der Sauberkeit und Feinheit 
der Arbeit, welcher der übertriebene Fleiss oft an Anmuth scha- 
dete, nicht früher als Calamis gesetzt werden, und nach H. Meyer 
Gesch. der Künste bei den Griechen I. 96 dürfte er in der Zeit 
des schönen Styls, nicht früher als Scopas und Praxiteles gelebt 
haben, da man das Geliillige schon zum Höchsten schätzte und  
suchte, und die Iiunstrichtcr selbst auf meisterhaft feine Behand- 
lung einen VVertlÄ legten. 
Nach Hirt Gesc  der b. H. S. 157 lässt sich die Bliithezeit des 
Callimachus vielleicht dadurch bestimmen, dass er die goldene 
Lampe fur den Tempel der Minerva Polias in der Burg zu Athen 
verfertigte. Ueber diese Lampe, die Tag und Nacht brannte, er-i 
hob sich ein erzener Palinbaum bis unter die Decke, der den Oel- 
dampf ableitete. Der Tempel der Polias war um U]. 92. .1. in der 
Vollendung begriffen, und zu dieser Zeit musste auch die kunst- 
volle Lampe in Arbeit seyiz. Nach Sillig blühte er um Ol. 90., 
nach Müller um Ol. 85. 
19a
        

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