Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716547
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Calenbach. 
Cnlelti, 
Joseph. 
Calenbach. 
Martin Schön. 
Beiname von 
Calendario, Plllllpp, berühmter Bildhauer und Baumeister zu Ve- 
nedig. Sein Werk ist der Pallast des Dogen, so wie er noch steht, 
denn vom alten ist nichts mehr übrig. Ferner baute er die prächtive 
Gallerie, welche den Marcus-Platz umgibt. Calendario zeigte sich, 
wie beidieserßauartnothwendig, auch als ein meisterhafter Bildhauer, 
denn die mannigfaltigen Säulenknäule haben zwischen dem Laubvverli 
vortrelfliche Iiöpfe und Figuren u. a. S. die Abbildung bei Cicognara 
I. tab. 23  50. 
Dieser treHliche Iiiinstlcr verlor 1555 sein Leben durch den Strang, 
da er sich in eine Verschwörung gegen die Republik einliess. Die- 
ses erhellet aus einem gleichzeitigen Chronisten, dem Santc Valen- 
tinn, welcher schreibt: Filippu Calendario architetto unmu astutis- 
silno, loqual cm molto ben voggiudo clella Signuria, e fn quellu 
ehe fece 10 palazzo nuovo per esser de miggiur niaistri de taggia 
piera ehe se trovasse in Venetia avendo parte nella cungiura dcl 
Falier ghe fu tagid el capu. 
Cülßndi, GÜISCPPC, ein Iiupferstecher zu Florenz, der sich in R. 
lYlorglxens Schule bildete. 
Wir kennen von ihm folgende Blätter: 
WVilhelm II. von Nassau, nach lYlireveld. Ralph. Murg-hen dir. 
kl. Fol. 
Die Basreliefs der Hauptthüre an der Kirche cli S. Giovanni 
Battista zu Florenz, erfunden und in Erz gegossen von L. Glxi- 
herti. 11 B1. in Fol. (19 fl. 48 Im.) 
x 
Calet. S. Callet. 
Galetti, JOSEPlI, genannt il Crem ones e, geb. zu Ferrara um 
1600, gest. 11111 1660. Er lernte bei einem niitteliniissigen Blei- 
ster, bildete sich aber besonders nach Dossi's und 'I'itian's Nluszern, 
deren Zeichnung er nicht nur nachahmte, wenn er wollte, sondern 
auch ihre Farbe, was so schwer ist. Auch jenen Ueberzug", den 
alte Bilder bekommen, und wodurch sie an Harmonie gew-linmm, 
wusste er nachzuahmen. Er malte viel für Sammlungen: halbe l'i- 
guren, Bacchanale , kleine Geschichten, die selbst lienner fdr Ti- 
tiane hielten. Man unterscheidet seine Gemälde an dem rothbrau- 
nen Fleischtone, an gewissen kühnen Lichtern, die von überlade- 
nen Schatten gehoben werden, an dem schneeartigen Gewölk und 
an andern nachlässigen und schlechten Beiwerhen. Oft verriith sie 
schon die ausschweifende Zusammenstellung; so z. B. findet man 
in einem titianischen Bacchanal eine Jagd u. a. Nebst allen Un- 
 gereimtheiten malte Caletti doch auch Iiirchenbiluler und man sieht 
mit Vergnügen in S. Benedetto zu Ferrara, das voll seiner Diale- 
reien ist, die vier Iiirchcnlehrei- an einem Altare und an einem 
andern _seinen wunderthiitigen Marcus, eine richtig gezeichnete, 
grossartige, ausdrucksvolle Figur, malerisch mit einer iWIenge von 
Büchern umgehen, die er so vrahr und natürlich malte, das er der 
Biichermaler hiess. Nach Vollendung dieser Arbeit irerschsvand er 
aus der Stadt und man vernahm keine Hunde mehr von ihm, wie- 
wohl Jemand ihn muthrnasslich um 1660 sterben lässt. Lunzi lil- 
229. d. Ausgabe. 
Caletti hat auch in Kupfer gestochen, und zwar in einer ganz 
eigenthiimlichen, originellen Manier. Bartsch In. g. X11. 129 verzeichnet 
24 B]. von der Hand dieses liiinstlers, die schwer zu erhalten sind. 
Comylet ist das Werk mit diesen 21 Stiiclten nicht.
        

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