Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716500
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Calcar , 
Johann 
VOR 
etc. 
Caldara , 
Polidor 
etc. 
men kann. Auf seinen Wanderungen nach Italien kam er wahr- 
scheinlich in jene Mörderherberge zu Dortrecht, deren in Hems- 
kerlfs Leben Erwähnung geschieht, und die Tochter jenes Hau- 
ses rettete sich und ihn, indem sie mit dem Künstler nach Vene- 
dig floh; denn als im Jahre 1556 die dort verübten Gi-äuelthaten 
von der Obrigkeit entdeckt wurden, lebte dieses unglückliche Mäd- 
chenbei Johann von Calcar in Venedig, wo dieser schon damals 
ansässig war. Später zog er nach Neapel, vielleicht weil die Ge- 
schichte dcs Miitlchens von Dortrecht in Venedig zu viel Aufsehen 
erregt hatte, aber nur wenige Jahre waren ihm noch beschieden. 
Calcar hatte sich Titian's Art zu malen so ganz angeeignet, dass 
es oft schwer war, die Arbeiten des Schülers von denen des Mei- 
sters zu unterscheiden, und die grössten Kenner und Künstler ge- 
täuscht wurden. In der Boissercdsehen, seit 1827 königl. bayri- 
schen Sammlung, wird eine Mater dolorosa von ihm aufbewahrt, 
die in der That von so hoher Schönheit ist, dass man die Mög- 
lichkeit eines solchen Irrthums leicht begreift. Vasari nennt ihn 
bewundernswerth im Bildniss, und lobt ihn auch in grossen und 
kleinen Figuren, deren einige ilach Sandrarfs Urtheil ebenfalls dem 
Titian gleichen. VVie hoch Calcar's Gemälde auch in späterer Zeit 
von den bedeutendsten Iiennern geschätzt wurden, beweiset die 
grosse Vorliebe, mit der Rubens ein kleines, kaum iiber eine Spanne 
grosses, Bildchen von ihm bewahrte, welches ver überall mit sich 
führte. Es stellte die Hirten dar, wie sie Joseph an der Krippe 
des neugcbornen Heilandes freundlich empfängt. Johannes hatte 
hier, wie Correggio in seiner berühmten Nacht, das Licht vom 
Kinde ausgehen lassen. Dieses Gemälde kaufte nach Rubens Tod 
der berühmte J. Sandrart, und iibcrliess es später dem Iiaiser Fer- 
dinand IIL, der es mit sich nach Prag führte, von wo es nach 
Wien kam. Gemälde von der Hand dieses lYIeisters sind auch in 
der Stiftskirche zu Xantheu, und höchst schiitzbare Portraite in 
den kaiserlichen Gallerien zu XVien und St. Petersburg. 
Nicht minder vortrefflich als Calcar's Gemälde sind auch seine 
Zeichnungen mit der Feder und Iireide. Von ihm sind auch die 
 Holzschnitte zu Vesal's Anatomie, welche Einige mit Unrecht fiir 
Coriolan's Arbeit ausgeben. So wurden hin egen oft die Bildnisse in 
Vasari's Lebensbeschreibungen der Maler, äiildhauer (II. Aufl. 1563) 
irrthiimlich unserm Iiiinstler zugeschrieben, während sie dem Cu- 
riolan angehören.  
65116611101, Maler zu Fermo zu Anfang des 16. Jahrhunderts. Am 
dritten Altare links in St. rMaria in Vada ist eine schöne thronende 
Maria mit Heiligen, von der Hand dieses Künstlers. Seine Le- 
bensverhältnisse sind unbekannt. 
0810i, Johann BHPÜSII, I-Iistorienmaier zu Genua um die Mitte 
des vorigen Jahrhunderts. Er malte mit guter Färbung und in ei- 
ner angenehmen Manier heilige und profane Geschichten. Dieser 
Künstler starb um 1760. 
Calcia, JOSCPh, Historienmaler, genannt il Gcnovesino von sei- 
nem Geburtsorte, malte in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahr- 
hunderts im Turiner Gebiete, besonders zu Alessandria, und lie- 
ferte geachtete Bilder, die einer gewissen Anmuth nicht entbehren, 
auch schön colorirt, aber manie irt sind. 
In der Notizia delle pitture d'Italia wird er mit Mai-eo Ganove- 
sini verwechselt. 
Caldara, 
Polidor, 
genannt 
da 
Caravaggio g 
trefflicher Maler,
        

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