Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716447
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Cügliari , 
Carl , 
etc. 
Cagliari , 
Benedikt. 
'Man hält auch einige raclirte Biätter für seine Arbeit, welche IIIÜ 
P. C. und PA. CAL. bezeichnet sindn 
Unter den Stechern nach diesem Meister erreichte Ph. And. FF 
lian am meisten das Original,- mehr noch als Augustin Carracci. Rost. 
III. 210. 
Die meisten der nach Paul Veronese gestochenen Blätter sind in 
Winklers Katalog II. 1107 und im Cabinet de Paignon Dijonval 
p. 45 beschrieben. Christ erklärt auch ein Monogramm auf Zeich- 
nungen fur das des Cagliari, Brulliot aber entscheidet nicht, ob 
es wirklich diesen Künstler bedeute. Dict. des monogr. n. 222. I. 
nouv. edit. 
Gagliarl, Carl, genannt Carletto, Sohn und Schüler Paul's, 
geb. 1570 oder 1572, gest. 1596, malte schon in seinem 17ten Jahre 
so trefiliche Werke, dass man glaubte, er wiirde seinen Vater über- 
treffen. Er vereinigte mit seines Vaters Manier die des Jakob Bas- 
t sano, dem ihn sein Vater in die Lehre gab, um von diesem Mei- 
 ster die richtige Vertheiluilg der Lichter unter die verschiedenen 
Gegenstände und die Behandlung jener glücklichen Gegenstellun- 
gen zu erlernen, wodurch die Gemälde leuchten. Gen-la's Pinsel ist 
etwas voller und schwerfiilliger, die Farbe höher und kräftiger als 
die seines Vaters, und so für sich allein betrachtet, von diesem 
verschieden. Mehrere Werke sind übrigens schwer von denen 
seines Vaters zu unterscheiden; sei es, weil er nicht allein aus 
sieh selbst arbeitete, oder Paolo wenigstens sie übel-ging. Ei- 
nige Erfahrne haben sogar die Pinselstriche des immer lebhaften, 
lieblichen und unnachahmlichen Paolo herausziihlen und unter- 
scheiden zu können behauptet. So führt das Altarbild des Bischofs 
Frediano, mit Katharina und andern Heiligen, im mediceischen 
Museum, des Sohnes Nahmen, und hat ganz die Anmuth des Va- 
ters. Sein bestes VVCYli ist eine Madonna mit mehreren Heiligen 
im Kloster St. Sebastian zu Venedig. 
Carletto vollendete mehrere Gemälde seines Vaters, Wobei ihm 
sein Bruder Gabriel half, daher man denn auf einigen derselben 
liest: Heredes Paoli Caliari Veronensis fecerunt. Uebrigens ar- 
beiteten sie auch an andern Werken gemeinschaftlich, Carlo hatte 
aber, wie liudolfi benachrichtet, das grössere Verdienst. Vielleicht 
arbeiteten mit ihnen auch noch mehrere andere Schüler Paolo'S- 
Die Grundsätze des Meisters, ja seine Studien und Figuren sogar 
wiederholen sich da. 
Carletto starb zu früh für die liunst, denn er zählte kaum 26 
Jahre, als cihn der Tod überraschte. Zwei seltene nach ihm ge- 
stoehene Blätter sind: Adam und Eva irn Paradiese und Angelika 
und Medor, ersterers von J. D. Picchianti, letzteres von G. Sade- 
ler gestochen. Lanzi l. c. 129. und 147. u. a. 
Cagliari, Gabriel, älterer Sohn Pauls, arbeitete, wie oben ge- 
sagt, mit seinem Bruder, trieb aber später mehr den Handel, alS 
die Kunst, Wiewohl man auch aus dieser Zeit noch einige StalTelßP 
gemiilde und einige sehr seltene Pastelbildnisse von ihm aufziihlt- 
Im Pestjahre 1651 weihte er grossmüthig sein Leben den leidenden 
Mitbürgern und starb auch als Opfer seiner Menschlichkeit im 65 
Jahre seines Alters. 
Cagliari,_Benedikt_, Pauls Bruder, geb. 1558, gest. 1598, schlosi 
sich mlt hrüderlicher Liebe an Paolo an und half ihm in Verzie" 
rungen und besonders in den Fernen, worin er nicht wenig leistelß
        

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