Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1716324
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Cabel 
0 der 
Adrian 
Kabel, 
0 der 
VIII) 
der. 
Cabel oder Habe], Adrian oder Ary, van der, Male;- und 
Kupferätzer, der X1651 zu Ryswicls geboren wurde, und ursprüng- 
lich van der Toow hiess. Er lernte bei van Goyen und hatte be- 
reits tüchtige Kenntnisse, als er nach Italien reiste. Descamps 
sagt zwar, dass Ary nicht weiter, als bis Lyon gekommen sei, al- 
lein dieses ist nicht wohl glaublich, denn seine Manier hat nichts 
von der holländischen Schule; sie erinnert bald an B. Castiglione, 
bald an S. Rosa und auch im GCSChlIlZlCliG des L. Carracci arbei- 
tete er. Dass van der Gabel in Italien gewesen, dafür spricht auch 
der Umstand, dass sein Name im Verzeichnisse der Schilderbent 
vorkommt. In dieser Gesellschaft führte er die Beinamen Corydon 
und Geestiglieit (s. Murr. Bill]. de peint. I. 155). 
Van der Cabel zeichnete Figuren und Thiere sehr gut, und malte 
alles mit freiem Pinsel. Im Colorite war L. Carracci sein Muster, 
allein er verfiel zu sehr ins Braune, was man den schlechten Far- 
ben zuschrcibt, deren er sich bediente. Seine Bilder bestehen in 
Landschaften, Marinen und Hirtenstüclien, in denen sich ein 
fleissiges Studium der Natur beurkundet. 
Dieser Iiünstler führte ein regelloses Leben und war besonders 
dem Trunläe ergeben; daher musste man ihn immer in den Schen- 
ken suchen. Der Tod ereilte ihn zu Lyon 1695. 
Bartsoh IV. 224 beschreibt von diesem Künstler 55 Blätter, und 
drei andere sind im Cataloge von Rigal angezeigt. Diese Blätter 
übergeht Bartsch, so wie ein grosses Stück von zwei Platten: 
 Le Plan de campelnent des cavaliers de Neufville etc. 1670. 
Alle diese Blätter sind mit einer festen Hand und mit leichter 
Nadel gefertiget. Sie machen ZWGP wenig Anspruch auf eine glän- 
zende VVirlsung des Helldunlsels, aber sie bieten schöne Ideen, von 
einem einsichtsvollen Zeichner geordnet. 
Eine Folge von sechs verschiedenen Landschaften. 
Diese sind numerirt und unten links bezeichnet: Adr. van der 
Cabel jn. et fe. cum P. R-; rechts: N. Bob. ex. cum P. B. Die 
ersten Abdrücke sind ohne Numern und ohne Inschrift auf dem 
Titel: "Premier Liure des Paysages du sieur Vendrecable, qui ce 
vendent a Paris chez Audran, rue St. Jacques aux 2 pilliers d'Or. 
Diese Blätter sind 7--8 Zoll hoch, und 6 Zoll einige Linien 
breit. Eine dieser Landschaften stellt die Flucht in Aegypten dar, 
und eine andere zwei Weiber, von denen die eine die Füsse bar 
det. Diese letztere hat Cabel repetirt und in selber an die Stelle 
der beiden Frauen den heil. Franziscus dargestellt, wie er die bei- 
den Arme mit den VVundInalen empor hebt. Der Name des Künst- 
lers findet sich auf dem Blatte nicht, Bartsch hält aber den van 
Cabel für den Verfertiger. H. 7 Z. 6 L., Br. 5 Z. 9 L. 
Eine zweite Folge von ÖLandschaFteu. H. 5 Z. 7--g L., Br. 
ohngetähr g Z.  
Diese Blätter sind bezeichnet: Adr. van der Cabel, jnu. et fecit 
cum Priuil. Regis.  N. Bob. ex. cum P. B. Die Abdrücke vor 
der Numerirung sind selten.  
Eine dritte Folge von sechs Blättern mit verschiedenen Land- 
schaften. H. 5 Z. 5-9 L., Br. 8-9 Z. 
Sie sind auf gleiche Weise bezeichnet, wie die obigen. 
Eine Folge von fünf Landschaften, oder, wie Bartsch glaubt, 
ebenfalls von sechs Blättern, doch sah letzterer nie ein sechs- 
tes Blatt. H. 4-" 5 Z. und einige Linien, Br. 7  8 Z. und 
einige Linien. 
Das eine dieser Blätter mit der Stadt im Hintergrunde und der 
Schafheerde mit einem Hirten in der Ebene hat der Künstler wie- "ß
        

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