Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1715833
Buonarotti , 
Michel 
Angele. 
215 
G. Ghisi hat das Original in 11 Blättern gut gestochen, auch 1VI. 
Kartartis, N. de la Casa und C. M. Metz lieferten Stiche, letzterer 
11 Bliitter, mit dem Titel: Discedite a me maledicti in acternum! Opus 
M. A. Buonarotti in Sacello Sixtino ad Vatican. Auch Longhi be- 
schäftigte sichmit einem Stiche dieses Gremältles. 
Ein anderes umfassendes VVerk der Malerei, das den Iiiinstler in 
seinem hohen Alter in Anspruch nahm, sind die grossen Frescen in 
der Capella Paolina, welche die Kreuzigung des heil. Petrus und die 
Bekehrung des heil. Paulus vorstellen. Sie sind unter den Viler- 
ken der Malerkunst des Michel-Angclo die schwviichsten, auch sind 
sie durch den ldcliterqualm sehr unscheinbar geworden, Dabei 
befinden sie sich iilnerdicss noch in einem tingiinstigcn Lichte. 
Als Leo X. den piibstlichexi Thron bestieg, war sein erstes Un- 
ternehmen der VVicderaufbaxi der St. Lorenzhirehe zu Florenz in 
einem edlern Styl. Michel-Angelo, der eben damals unter Lei- 
tung der Cardinäile Lorenzo Pucci und Leonardo Grossi beschäf- 
tiget war, das Grabmal Julius ll. zu vollenden, erhielt den Auf- 
trag, nach Florenz zu gehen, um allein nach einem ihm gegebe- 
nen Modelle, das noch in der Bibliothek der Medieiier aufbexrahrt 
wird, die Aufsicht über den Bad zu fuhren. Der Iiiixistler hatte 
indessen wenig Lust zu gehen, und entschuldigte sich "mit der 
Verbindlichkeit, welche ihm die Vollendung des Grablnales auflege. 
Allein der Pabst erklärte, er wolle dieses schon bei den Cardiuii- 
len verantworten, und so musste nun Buonarotti wider Willen 
nach lflorenz gehen. Unter ungünstigen Umständen rückte das 
VVerk nicht weiter. Des liiinstlcrs kalte Widerspenstigkcit lähmte 
den Eifer des Palastes, und bei Leo's Lebzeiten wurde kaum der 
Grund gelegt und eine einzige carrarische Marmorsiiule stand als 
Denkmal des Missverstiindnisses da, durch welches der Bau ins 
Stocken gerathen war. Ueberhailpt war unter der Regierung die- 
ses Pabstes die unthiitigste Periode seines Lebens. Einige wenige 
Modelle und Zeichnungen innerer Verzierungen voni Gebäuden 
sind alles, was seine Lebensbeschreiber in diesem Zeitrauxne von 
ihm auffinden konnten, und erst nach Leo's VTod ging er wieder 
an sein Lieblingsivcrls, an das Grabmal Julias II. Diese Arbeit 
beschäftigte ihn während des Pontilicates Adrlan's VI; fast aus- 
schliessend, und auch runter dessen Nachfolger Clemens VII. dau- 
erte sie mit Unterbrechnn" noch fort." Cleäneils verwendctete in- 
"dessen den Künstler auch bei dem "Bäder "der Laureutiana und der 
Sakristei von S. Lorenzo in Florenz,fldieÄdann:Tiegrlibnisskapelle 
des Lorenzo und Giulio de' Medici "wurdel In Rom stellte er zu 
dieser Zeit mit dem Herzoge von Urbino, denfNieffen des Pabstes 
Julius, fast nur die Rechnung für das Grabmal, und kehrte nach 
Florenz zuriick, um die Iiuppel der Sakristeizu vollenden. Um 
diese Zeit entstand auch die Statue des Hcilandes mit dem Kreuze 
In der Minerva zu Rom, eines seiner vollendetsten Werke. 
Jetzt trat die Zeit der Unruhe und des Unsterns ein, und Rom 
lund Florenz mussten ihre Folgen fühlen. Michel-Angelo beklei- 
(letß damals in letzterer Stadt die Stelle eines Ingenieurs, aber er 
fuhr fort, während er Florenz gegen die Mediciier vertheidigte, 
an ihrem Mausoleum in S. Lorenzo zu arbeiten. Zu dieser Zeit 
malte er auch das Bild der Lccla, dessen Vasari nur allein er- 
wähnt, und das von seinen Zeitgenossen sehr qeriilnxit wurde. 
Michel-Angelo fertigte es für den Herzog Alfons ron Feiu-ara; er 
wollte es ihm aber nicht käuflich überlassen. Als ihn" zuletzt ein. 
llölling beim Abfordern des Gemäldes beleidigte," so gab er ihm 
selbes gar nicht mehr, und verschenkte es an seinen AulwärterAn- 
tonio, der das Bild nach Frankreich verkauft haben soll. Vasari
        

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