Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713830
Boldrini , 
Joseph 
Nieolas. 
15 
Yicenza geboren wurde. Er führt von diesem Künstler, der doch 
"Chef mit dem unsrigen Eine Person ist, folgende Blätter an: 
Herkules, welcher einen Löwen tödtet, nach Rafael, FoL; ein 
Blatt, welches A. Andreani in Holz geschnitten hal- 
Eme Sibylle, mit B. bezeichnet, ohne des Steclxers Namen, ein 
Blatt in Hclldunkel. 
Den Tod des Ajax, nach Polydoro, qu. Fol. 
Auf spätem Abdriicltcn hat man IO. NIC. VICEN. ausge- 
schabt, und an dessen Stelle das Zeichen des Andreaui gesetzt. 
Die Blätter des Boldrini sind in einer geistreichen und kühnen 
Manier earbeitet, und zum Theil von grösster Seltenheit. Huber 
nennt foägende als die vorzüglichsten: 
Johann Baron von Schwarzenberg, in einer Wappeneinfassung, 
nach A. Dürer, Fol. 
Rechts am Fusse des Blattes sieht man Boldrini's Zeichen. 
Man findet dieses Werk gewöhnlich am Ende des Buches: der 
Teutsch Cicero, Augsburg 1540, bei H. Steiner, Fol. min. ab- 
gedruckt.   
Eine nackte Venus auf einer Bank sitzend, mit dem Cupido 
im Arm, bezeichnet: Titianus inv. Nicolaus Boldrinus Vicen- 
tinus incidebat. 1566. gr. Fol. 
Ein betender Hieronymus, nach Titian; sehr gr. qu. F01. 
Die Anbetung der Könige, nach demselben, in gleicher Grösse. 
St. Sebastian und St. Katharina mit vier andern Heiligen, nach 
Titian; sehr gr. Fol. 
Eine grosse bergige Landschaft mit Vieh und einer Frau, die 
eine Iiuh melkt; in gleicher Grösse. 
Ein alter Ade in der lYIitte seiner beiden Jungen, von Schlangen 
umwunden, wie die Gruppe des Laokoon gestellt, ein satyri- 
sches Blatt nach Titiarfs Erfindung wider B. Bandelli, welcher, 
nachdem er den Laokoon in Marmor verfertigt hatte, sich 
rühmte, die Antike übertroffen zu haben; sehr gr. Fol. Von 
grösster Seltenheit. 
Man hat dieses Stiick immer für Titian's Arbeit selbst gehalten. 
Von Boldrini, oder von Vicentini, der doch sicher mit dem er- 
steren Eine Person ist, kennt man noch ein anderes Blatt nach 
Maturino, welches Clelia vorstellt, wie sie mit ihren- Gefährtinuen 
aus dem Lager des Pursena flieht; Fol. Der Künstler nennt sich 
hier lOS. NICVS VICENT., d. h. Joseph Nicolans Vicentino, eine 
Bezeichnung, die auch das obenerwähnte Blatt mit dem Löwen- 
Wurger Herkules trägt. 
Ein anderes Blatt dieses Iiiinstlers, das Bartsch entging, stellt 
den Prediger Johannes vor, in einer grossen Landschaft sitzend. 
Rechts ist eine hohe Baumgruppe und links ein Fluss, und Män- 
ner _uud Frauen, welche die Worte Johannis hören wollen; Fol. 
Dieses Blatt soll nach Einigen von Titian gezeichnet seyn, aber 
man unterscheidet unten rechts (mit lVIiihe) die Buchstaben DC, 
Was Domenico Campagnola bedeuten könnte. Links ist der abge- 
kurzte Name des Forrnschneiders: Nicho B. V. T., d. i. Nicolaus 
Boldrmi Vicentino Taglio. , 
Bartsch beschreibt XII. 1115 ein anderes Blatt dieses Iiiinstlers, 
das mit Nie. bol. inc. bezeichnet ist. Es stellt einen nackten Mann 
zu Pferde vor, der nach rechts galoppirt, nach Pordenone geferti- 
get; 1-1- 8_Z. 6 L., Br. 6 Z. 10 L. 
Das Zeichen BoldrinPs besteht in einem B, durch dessen Mitte 
ein Querstrich geht. Heller (Gesch. der Holzsch. p. 185) legt die- 
Bes Zeichen ohne hinliinglichen Grund dem Hans Burgmair bei-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.