Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1715590
Bnffalmacco , 
Buonamico 
di 
Christofano. 
191 
man habe. Dieser konnte nicht wohl derselbe seyn, welcher zu, 
Ende des 15. Jahrhunderts den Collandrino geneclit und nach Va- 
sari schon 150i ein allegorisches Fest angegeben hatte. Also wer- 
den hier verschiedene Maler, Thatsachexl und Erdichtungen durch- 
elnallder wogen. Bumohr ital. Forschungen II. llt.  
Bufialmaceo, der iWlann voll Scherz und Possen, war ein inni- 
ger Freund von Ilruno und Calandrino, Maler von gleichem hei- 
tern und fröhlichen Geiste wie er. Wie er seinen Lehrmeister Tafi 
vom frühen Aufstehen abschreclste, indem er demselben Käfer mit 
brennenden Lichtern in das Zimmer schichte und sie für Teufel- 
chen erhliirte, die durch das friihe Aufstehen des Meisters geweckt 
würdem, erziihlt Sacchetti in seiner 191. Novelle, und in der fol- 
genden den Schwank, den er seiner Hauswirthin spielte, die durch 
frühes Spinnen den hrIaler vom Schlafe störte. S. auch Vasari, 
deutsche Ausgabe I. 225 Ff. 
BulTahnacco lieferte, der Angabe Vasarfs zu Folge, eine seiner 
ersten Arbeiten im Kloster der Nonnen von Faenza, welches auf 
dem Platze gelegen war. wo heut zu Tage das Castell St. Johannis 
des Tiiufers, genannt Fortezza da basso, gelegen ist. Die Bilder 
enthielten Darstellungen aus dem Leben Christi._ Bnlfalmacco war 
stets aufgelegt zu losen Scherzen, und so blieben denn die Non- 
nen nicht ungeschoren. Er errichtete auf dem Gerüste einen Po- 
panz mit Häppchen und Mantel, weil die Schwestern sich beklag- 
ten, dass er immer ganz willlaiihrlich gekleidet sei, und in der 
Jacke male, und suchte dadurch ihren Vernaccia aus dem Keller 
zu locken, dass er behauptete, er bedürfe eines guten weissen 
Weines, um seinen Farben die Lebensfrische zu geben. 
Als er diese Arbeiten beendet hatte, malte er in der Abtei von 
Settimo die vier Patriarchen und die vier Evangelisten, und hier- 
auf zu Florenz für die Carthäuser-Mönche zwei Temperabilder, 
und Frescen in der Kapelle der Giochi und Bastari in der Abtei, 
die aber siimmtlich, so wie jene in Ognissanti, zu Grunde gegan- 
gen sind. Zur Zeit Vasari's, aus welchem wir hier die angeblichen 
Werke Buffalmaccds aufiählen, waren sie noch zu sehen. 
Vasari behauptet, dass Buffalmacm in S. Petronio zu Bologna 
gearbeitet habe; allein diese Angabe ist unrichtig, da der Bau 
der Kirche erst lange nach des Iiiinstlers Tode begonnen wurde. 
Im Jahre 1502 soll er in der Iiirche S. Francesco , in der Kapelle 
der heil. Iiatharina, die Begebenheiten aus dem Leben dieser Hei- 
ligen in Fresco gemalt haben, Bilder, die zu Vasari's Zeit noch 
gut erhalten waren. Als er diese Arbeit vollbracht hatte, beschäf- 
tigte ihn der Bischof Guido Tarlato zu Arezzo. Er malte im Dome 
eine Iiapelle, die aber nicht mehr mit Sicherheit anzu eben ist, 
wobei ihm der seltsame Zufall begegnete, dass der Aflä: des Bi- 
schofs die Gemälde zweimal mit den Pinseln besudelte. Der Ma- 
ler war anfangs sehr betroffen, weil er dieses für ein Werk seiner 
Feinde hielt, lachte sich aber die Thränen in die Augen, als er: 
den Thäter erfuhr, und stellte die Malereien wieder her. 
Als Buffalmacco die Malereien in der Kapelle vollendet hatte, 
befahllihni der Bischof, an einer VVzmd seines Pallastes einen Ad- 
ler auf dem Rücken eines Löwen darzustellen. Der Künstler ver- 
sprachualles zu thun, malte aber hinter der Bretterverhleidung ei- 
nen LOWCII, der einen Adler zerreisst (der Löwe war in dem Wap- 
pen VOII Florenz, der Adler in dem von Arezzo). Um der Rache 
des Bischofs zu entgehen, entfernte er sich unter dem Vorvvandß. 
in Florenz zur Vollendung des Bildes Farben einzukaufen, erschien 
über nicht Wiedßr- Der Bischof ziirnte zwar Anfangs, vergab übe? 
Später dem Schalk, und berief ihn wieder nach Arezzo, um im
        

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