Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1715275
Brügge s 
Bogier 
van. 
Brühl , 
Nikolaus. 
159 
Gefangennehmung" ihres göttlichen Sohnes benachrichtetjvird, und 
Juden, welche den Heiland misshandeln. Bogier schmnckte auch 
die Iiirche in Brügge mit Gemälden, die wegen ihrer richtigen 
Zeichnung und geistreichen Composition mit Recht gepriesen 
werden.  
Rogier van Brügge war ein_ trelilicher Zeichner, der wegen des 
Ausdruckes und der Anmuth, welche er seinen Gestalten zu geben 
wusste, die allgemeine Bewunderung seiner Zeitgenossen sich er- 
warb. Er malte oft sehr grosse Gegenstände, vermuthlich aufLein- 
wand, denn es herrschte damals schon die Mode, die Wände gros- 
ser Säle in Palliisten und in öffentlichen Gebäuden mit bemalten 
Decken, statt der Tapeten von mancherlei Stoffen, zu schmücken. 
Der Iiiinstler zeichnete sich in dieser Gattung von Malerei beson- 
ders aus, und daher prangten selbst Kirchen mit solchen Gemälden. 
Das Todesjahr dieses Künstlers ist unbekannt. Sollte nicht je- 
ner berühmte flandrische Meister Regel, der um 1445 für den 
spanischen Iiönig Johannes malte, Eine Person mit diesem Regier- 
seyn? 
Brüggemann, E3115, ein trefflicher Bildschnitzler des 16. Jahrhun- 
derts , über dessen Vaterland und Iiunstbildung nichts Zuverlässiges 
bekannt ist. Dankwerlh berichtet jedoch in seiner Beschreibung; 
der Hcrzogthüiner Schleswig und Holstein, dass der Künstler aus 
Husum gebiirtig sei, und dass er für die dortige Kirche ein schö- 
nes Sakramenthaus geferti et habe. Ein treffliches Werk dieses 
Künstlers, das er nach sieienjähriger Arbeit (1521) beendigte, ist 
der mit Schnitzwerk aus Eichenholz reich verzierte Altar, der 1666 
aus der liirchc zu Bordesholm in den verschlossenen Chor des 
Domes zu Schleswig gelangte. Dieses ist eines der verdienstvoll- 
sten Werke der deutschen Kunst, [L7 Fuss hoch und 25 Fuss breit, 
die Thürilügel niitgerechnet, und mit herrlichen Belief-Darstellun- 
gen, meistens aus der Leidensgeschichte des Heilandes, geziert. 
Böhndel gab dieses Werk in wohlgelungenen lithographirten Nach- 
bildungen heraus. 
i Es geht die Sage , dass die Mönche von Bordesholm den Künst- 
ler durch Vergiftung blind geanacht hätten, um zu verhindern, dass 
er noch andere Iiirchen durch seine Werke ziere. Dieses scheint 
erdichtet zu seyn, denn es gibt eine traditionelle Nachricht, dass 
Briiggemann noch später ein ansehnliches Werk für die Kirche 
zu Neumünster gefertiget habe, und dass zwei freistehende, nach 
Schleswig verpflanzte Figuren, welche ihre Blicke andachtsvoll ge- 
gen den Altar richten, den König Christian H. und seine Gemah- 
lin Isabella von Oesterreich darstellen, welche Briiggemann 1525 
nach dem Leben abgebildet haben soll. Das Todesjahr und die 
näheren Verhältnisse dieses Künstlers sind nicht bekannt. 
Bruhl: NIkOIäÄIIS , Forrnschneider zu Leipzig, der im Allgemeinen 
zu den mittelmässigen, aber doch zu den besseren Künstlern sei- 
nes Ffwhes und seiner Zeit gehört. Er schnitt für den Buchhänd- 
ler Rüdiger das k. preussische Wappen in F01. und in Quart, und 
Zwar zierlich. Andere Holzschnitte von seiner Hand sind in der 
ßßächYelbllfig der Grabdenkmäler der Herzoge zu Sachsen, die 
17_l0_erschien. Ueberdiess hat er für Buchhändler auch mittel- 
massige Blätter in Kupfer gestochen. 
Sein Sohn, Job. Benjamin, übte gleiche Iiunst, und fertigte 
mehrere Yignettexi für Buchdrucker, die eben so mittelmässig Sind- 
Anch sem Bruder, ein Advokat, hat Vignetten gefertiget. 
Diese drei Briihl arbeiteten von 1710  1750.
        

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