Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1714991
Breugh e] , 
Peter. 
Johann. 
Breu ghel , 
131 
genannten Sohnes gemischt sind. In der Gallerie zu München ist 
ein grosses Gemälde, die Ehebrecherin vor Cliristo tiarstellend, 
in Clairobscur und in Schleisslieini finden sich eine Menge Bilder 
von diesem Künstler und seinen Söhnen. Von ersterem ein Kirch- 
weihfest und eine Dorfhochzeit. 
Nach Breughel wurde von Hon-dius, Vorstermann, Galle, H. 
VVierx, VV. llollar n. a. mehreres gestochen, und auch er selbst_ 
hat eine Anzahl Blätter gciitzt, welche grottcshe Gegenstände vor- 
stellen, und mit den Anfangsbuchstaben seines Namens bezeichnet 
sind. Die vorzüglichsten sind: 
Eine liirniess, wo inan vor einem Wirthsliause eine grosse Fahne 
sieht, mit der Figur eines gepanzerten Kriegers; gr. qu. Pol. 
Bauern Jielustigungen, mit dem Titel: liircliiness; qu. Fol. 
Das Schützenfest, mit der Fahne ain Wirthshause aufgesteckt; 
u. Fol.  
Diz Maskerade; ein Holzschnitt mit dem Namen von Breughcl 
und der Jahrzahl 1566, in qu. Fol. Dieses Stiicli ist unter 
dem Titel: die Geschichte von Ousson und Valentin bekannt; 
selten. . 
Eine Bheingcgend, mit der Geschichte von Merkur und Psyche. 
Petrus Brenghel fecit. liomae 1555; qu. Fol. 
Eine andere mit der Geschichte von Dädalus und Icarus; qmFol. 
Er hatte auch einige unanständige Zeichnungen gemacht, die iii_ 
Kupfer gestochen werden sollten, allein er liess sie später durch 
seine Frau, der Tochter seines Lehrers Pieter lioeck, verbrennen. 
Fiorillo D. II. 472. Rost V. 77.  
Breughel, PCtCT, Sohn des Obigen, genannt der Junge", oder der 
Hüllen-Breugliel, lernte bei E. Coniuxloo, und malte gewöhn- 
lich Teufelserseheinungcn, Feuersbriinste, und war in Vorstellung 
von Spukgestalten von so verschwenderisclier Einbildungslsraft, dass 
man glauben sollte , sie hätten nur in der Phantasie eines Verriich- 
ten entstehen leiinnen. Das von ilnn öfter Gemalte Bild der Hölle, 
welches Henne in Kupfer gestochen, erwarb ilnn den Namen des 
Hüllen -Breughel. Es zeigt sich darin eine furchtbare Einbildüngs- 
kraft in Erfindung und Ausbildung der Teulelsgestalten, und 
Ziige von Geist und Witz. Starb 1625, 56 Jahre alt. 
Breughel, Johann, zweiter Sohn des alten Breughel, genannt van 
Vlours, d. i. Samint-Breughel, geb. zu Brüssel, nach ltesta 
11569, nach Andern 1575 Oflßf 1589, gest. 1625, m" ausgezeichneter 
Landschafts-, Blninen- und Früclitemaler. Er verlor seinen Vater 
früh, daher er bei seiner Grossniutter Maria Bessemer, P. Iioecläs 
Wittwe, erzogen wurde. Diese unterwies ihn in der Aquarell- 
malerei, und später P. Göcliing im Oelmalen. 
30hann's Landschaften sind mit geistreich tolakirten Figuren be- 
lQbl, von reicher Composition und (leissiger Ausiiihrnng. Sein 
Pinsel ist ungemein zart, woher er wahrscheinlich eher seinen Bei- 
namen erhielt," als von der sainmtenen Kleidung, die er im Win- 
ter mlg- Ausser den Landschaften malte er auch biblische Geschich- 
ten, Schiffe und Marktplätze, die eben so fleissig als schön behan- 
delt sind. 
Er verzierte oft die Gemälde von Rubens, von Balen und Rot- 
tenhalnmßl", und staftirte die Architeliturstiicke des H. van Steen- 
wyli und die Landschaften Mompcfs und anderer Maler mit sche- 
nen Figuren. Eines seiner schönsten StüCliC ist das Paradies, 111 
Welches Rubens die Figuren lllillte. 
' In der anibrtwsianischien Bibliothek zu Mailand bewunderte mm 
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