Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1714897
Bree , 
Ignatixxs 
Matthäus 
van. 
121 
mit lebcnsgrossen Figuren zur Ausstellung, welches die athenien- 
sischen Jünglinge vorstellt, die durch das Loos entscheiden, wer 
dem Miiiotanrns zur Beute werden soll. Dieses Geiuulde, im Be- 
sitze des Iiiinigs, fand grossen Beifall, und nicht weniger sein 
Bürgermeister van denWcrH, der zur Zeit der Hungersnoth dem 
murrenden Volke zurief: "Nehmt meinen Leichnam und wtheilt 
Euch darein!" Auch dieses Bild, jetzt im Stadthause zu Lllulllll, 
ist von grossem Umfange, und 1813 gefertiget. Es ist fleissig aus- 
geführt, gut gezeichnet und schön colorirt, und in der theatralischen 
Auffassung, welche die nicderliind. Maler beibehalten haben, weniger 
auffallend. Andere trelfliche Bilder dieses Künstlers sind: Der Tod des 
Cato, sein Concursstuck 1792i, das bereits grosse lioffnung erregte; 
der Herzog von Braunschweig auf dein Todbettc, fur Baron v. Iiever- 
berg gemalt; die Abreise des Regnlus; Wilhelm I. von Oranien 
vor Ilcinbyze, gestochen in den Annnles du Salon de Gnnd par de 
Bast S. 65; die 'l'aufe des heil. Augustin in der Augustiner-liirche 
zu Antwerpen, ein kräftig colorirtes, nicht ganz in der gewöhnli- 
chen theatralischen Manier gefertigtes Werk; Graf Egniont, wie 
er vor der Hinrichtung durch den _Bischot' Bithovius Trost erhält; 
das Grabmal des Nero bei lloin, mit einer Gruppe von Lazzaronis 
und Musikanten, ein kleines Bild, das ninn 1850 auf der Ausstel- 
lung sah. Im Museum zu Antwerpen ist ein sehr grossesGeinälde, 
welches er 1823 herstellte, und zwar zu solcher Zufriedenheit, 
dass ihin das Nluseiim zu Amsterdam eine silberne Pallete mit den 
Grundfarbeii in Goltfgcffisst überreichte. Es stellt den grosscn 
Rubens dar, sterbend in einem Arinsessel, umgeben von weinenden 
Verwandten, vor denen er sein Testament diktirt. Die Verdienste 
dieses Bildes sollen nicht ausgezeichnet seyn; die Zeichnung der 
Figuren ist nachlässig, steif und eckig, die Gruppirung leidlich, 
aber die BClOllClHIHH" matt. lin Ton und in der Haltnu findet 
v    93  
pianf es lolpensg:verth_i_ in; ColIcgrit abeä uricllliixü Ausdrpcke ist wenig 
"n'a t, nic its rfrrci en es. ieses eruu c e iat anci in einer 11'1- 
tik, welche zu Ämsterdam in holländischer Sprache erschien, we- 
nig Gnade gefunden. Ein köstliches YVerk aber ist (läläjßttßlliifre, 
welches ebenfalls den Rubens vorstellt, wie er von Madame 0- 
retns dem Justus Lipsius vorgestellt wird. Dieses Bild befindet 
sich in der Sammlung des Grossherzogs von Saehsen-Wveimar, 
welcher 181g das Atelier des Künstlers besuchte. Abgebildet in 
den Annales du Salon de Gand S. 51. Trefflich ist auch der Pen- 
dant: Johannes Secnndus, welcher Carl V. vorgestellt wird.  
Pleben der fVIalerei widmet dieser Künstler auch der Lithographie 
seine Aufmerksamkeit, und auch in der Bildhauerkunst ist er nicht 
unerfahren, wie einige glückliche Proben beweisen. Im, Jahre 
il820 gab er ein gosses Zeichenbuch in lithographirten Blättern 
ieraus.  
("Dieser Künstler ging stets auf seinem eigenen stillen Wege vor- 
Walls; und erreichte ein würdiges Ziel. Er coniponirt mit Leich- 
tlgkelt grosse historische Scenen, und weiss ihnen VValn-heit und 
QbWeQhS-lung zu verleihen. Seine Geniiilde könnten indessen mehr 
l Ilalllligtaltigkeit haben, aber die gefühlvolle Art, mit der er ein- 
Zälllß Situationen darstellt, seine wohliiberlegten Gruppen und der 
i" e Gast, der aus seinen Ilauptgestalten spricht, fesseln unwill- 
I llllgllCll- Dabei ist sein Colorit frisch, und sein Pinsel kiihn und 
nar aig. 
I "Van BYCQ ist erster Professor an der Akademie der schönen 
iurfste Zll Antwerpen, und Direktor derselben, Mitglied des  
Institutes: zu Gent, Hofhialer des Erbprinzen und Ritter des 116191" 
schen Lowenordens.   
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