Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Börner - Cleoetas
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713559
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1714665
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Peter. 
Boydell , 
Johann. 
 Nachdem Boy durch dieses prächtige Stiick und durch viele an- 
dere meisterhafte VVcrlie Ehre und Ruhm erworben hatte, berief 
ihn endlich Churfiirst Friedrich Wilhelm von der Pfalz als Bilder- 
Gallerie -IllSPßlil1Ol' nach Düsseldorf, in welcher Eigenschaft er 1'227 
starb. Sein Sohn 
BOY, Peter, der Jüngere, erlernte von seinem Vater die Goldarbei- 
terkunst und die Emailmalerei, kam aber letzterem nicht gleich, 
oh leich er auch das Lob eines geschickten Meisters verdient. Er 
malte auch Portraite in Miniatur, und starb 17-12 im 62. Jahre. 
Boy, Carl Gottfried, Sohn des Obigen, war ebcnlhllsGoldarbeiter 
und Emailrnaler zn Frankfurt, kam aber den beiden vorhcrgehctl- 
den Iiiinstlern nicht gleich. Er starb 1780 im O5. Jahre. 
BOy, GQtlifl-Ted; des alten Peters älterer Sohn, wurde k. englischer 
Hqfmaler in IAIannovcr. Er malte Bildnisse, von denen einige ge- 
stochen wurden. Näheres ist über ihn nicht bekannt. 
BOY, aÄdOlPll, ein Bildniss- und I.andschal'tsinaler zu Danzig, nach 
welchem mehrere Bildnisse gestochen wurden. 
Boydell, Johann, Zeichner, Stecher mit der Nadel und dem Grab- 
stichel, und Iiupferstichhiindler, geb. zu Dorington 171g, gest. 1805. 
Er war der Sohn eines Landznessers, und wollte sich ebenfalls dem 
Geschäfte seines Vaters widmen, als seine Neigung für die Iiunsl: 
entschied. In seinem 21. Jahre vcrdingtc er sich auf sieben Jahre 
zu einem mittehniissigeil Iiuplbrstecher, Namens 'I'on1s, hatte aber 
diesen schon im sechsten Jahre iiluertrollen, so dass er es für gut 
fand, ihin das letzte Jahr abzuliaufen. Nach Verlauf dieser Zeit, 
i'm Jahre 1745, gab er sechs kleine Landschaften heraus, und 
brachte fast in jeder derselben eine Brücke an, so dass die Samm- 
lung BCvydelPs Briiclienbuch gcndnnt wurde. Er zeichnete und stach 
viele andere Ansichten von London und der umliegenden 
Gegend, die gewöhnlich nur einen Schilling kosteten; arbeitete 
auch viele Blätter nach Broolsing, Berghem, Salvator Rosa_u. al, 
von denen nicht wenige gut gerathen sind. Endlich machte er eine 
Sammlung von allen Blättern, die er gestochen hatte, und. ver- 
kaufte sie für fünf Guineen. Der Ertrag derselben legte den Grund 
zu seinem ungcheuern Vermögen. Boydcll pflegte daher im Scherz 
zu sagen, dieses sei das erste Buch, welches einen Lord Mayor 
von London emacht habe, denn Boydell wurde Aldermann, und 
zuletzt Lord glayor. Er machte sich übrigens nicht nur selbst als 
Künstler einen Namen, sondern erwarb sich auch durch Aulinun. 
terung und Unterstützung anderer Künstler _uin den Zustand der 
englischen Iiupferstecheret die grössten Verdienste. Sein Iiu ft-r- 
stichhandel war unermesslich, und er bezahlte oft ungeheure gum- 
men an einen einzigen Künstler, z. B]. für eine Platte nach Domi- 
nichino 4000 Pf. St. Ueberhaupt verwendete er in fünfzig Jahren 
359,090 Pf. St. auf Verlagskosten. Sein Iiunstpallast in Cheapside 
zu London war eine der grössten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. 
Um die Maler auf gleiche Weise zur Nacheiferung anzuspornen, 
begann er eine Shakspeare-Gallerie, wodurch ei-"eiuer der reich- 
sten Iiunsthändler wurde; in den letzten Jahren seines Lebens 
aber sich dennoch genöthiget sah, eine Iiunstlotterie zu veranstal- 
ten, da ihm der Krieg alle Hiilfsquellen vom Continent abgeschnit- 
ten hatte.  
Boydell gab einen Catalog seines reichhaltiger; Verlageä heraus, 
der sich bis zu vxer Folianteu belief, und den Titel führt: Cara-
        

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