Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1708724
Alvarcz , 
Josd 
Don. 
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ler war der Sohn eines armen Steinhauers und bestimmt, gleiches 
Handwerk zu erlernen; doch sein Genius riet" ihn zu edlern Ar- 
beiten, und fiihrte ihn in seinem zwanzigsten Jahre nach Granada. 
Hier verwendete er alle Zeit, die er seinem, zum Lebensunterhalte 
nüthigen, Ilaixdtverli abgewinnen konnte, auf das Zeichnen in der 
Akademie, und erlangte bald Fertigkeit im Modellircn, und die 
Geschicklichkeit, verschiedene Gesichter aus dem Steine zu bringen. 
Nach seiner BüClil-ißlir in die Heimath verfertigte er aus Auftrag 
des Magistrates einen Liiwwen für den Stadtbruxnlen, dargestellt, 
wie er eine Schlange zerreisst. Dieses VVerli, obgleich unvollkom- 
men, verschalfte ihm die Unterstützung des Bischofs von Cordova, 
des Don Antonio von Gongora, der ihn in seinen Pallast nahm 
und der Akademie einverleibte, die er selbst gestiftet hatte. Hier 
blieb er biS ill 59111 26. Jahr, zu welcher Zeit er die Akademie San 
Fernando zu Nladrid besuchte. Sein Fleiss führte den Andalusier 
(so nannte man ihn) rasch durch alle Classen der Akademie, und 
seine Fortscirittc erwarben ihm die Achtun seiner Lehrer. Es 
wurde ihm ülwll der erste Preis zu Theil duräh ein Basrelief, wel- 
ches Ferdinand I. und seine Söhne vorstellt, ivic sie unbeschuht, 
und von der Geistlichkeit und dem Volke begleitet, den wunder- 
barer VVeise entdeckten Leichnam des hl. Isidor auf den Schultern 
in die liirchc zu St. Juan de Leon tragen. Jetzt erhielt er vom liii- 
nige den Befehl (1799), mit einer Pension von 12,000 Realen 
(1,200 il. Tvliinze) nach Paris und Rom zu reisen, um seine Iiennt- 
nisse in der Blldlxillltfflitlllät zu erweitern und zu vervollkommnen. 
In Paris trat er als Dlitbewverher bei dem Concours zu den Haupt- 
preisen des Instituts auf, und würde auch den ersten (lavongetra- 
gen haben, wenn er nicht ausschliessexitl fiir Franzosen bestimmt 
gewesen wäre; den zweiten aber erhielt er tingeaclitet einer Menge 
'e ncr. 
läiese Vorboten scinesxliiinftigen Rluhmes spornten ihn zu rastlo- 
sem Eifer: er studirte natomie um die Basreliefs des Partlienon, 
welche Choiseul Goullier aus Constantiuopel nach Frankreich ge- 
bracht hattc, las die besten (llassilier in Uebersetzungen, und 
fasste gleich Phidias aus den Versen llomers die erhabensten Ideen 
zu seinen XVcrlsc-n auf. Sein Ruf verbreitete sich schon in Paris, 
und besonders erhielt seine Statue des Ganymed, die er 180d iiir 
den Marques de Almenara vollendete, allgemeinen Beifall, und 
der berühmte David sagte, sie wiirde, aus der Erde gegraben, nicht 
von den Antiken zu unterscheiden scyn. Selbst Napulieon besuchte 
seine "Wferkstiitte zweimal, und belohnte das Talent des liiinstlers 
mit einer goldenen Medaille von 500 Fr. Die erwähnte Statue be- 
findet dsich in lYIarmor ausgeführt in der laönigl. Akademie zu 
Madri  
Um sich auch im strengen und kühnen Style zu üben, verl-iel 
er zuerst auf die Darstellung des Callpülllitlll, fasste aber bald aus 
der Lectiire ].Iomer's die Idee zum Achilles, der eben den tödtli- 
chen Pfeil empfängt. Leider zerfiel das lNIodell von ungewöhnli- 
cher Grösse, welches von allen bewundert wurde, und dem liiinst- 
ler blieb nur die höchste Pvleinung von Seite des lsunstliebenden 
Publikums. Bald darauf reiste_er nach Rom, ohne das Modell 
wieder lterstellen zu können. Eine neue Zulage von 16,000 Bea- 
lcn setzte ihn in den Stand, dem Studium mit allem lFleisse obzu- 
liegen, Wozu ihm die antiken Werlie die schönste Gelegenheit 
boten. 
Seine erste Arbeit, die ihm dort die ödentliche Aufmerksamkeit 
und hülle Ächtung gewann, war die Composition der vier Basre- 
relicfs, welche man ihm für einen Saal im Quirinale aufgetragen
        

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