Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1708522
Allegri , 
Anton. 
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 ln der Mitte ist Christus in einer Glorie in der Luft schwebend, 
und die 12 Aposteln unter ihm auf den Wolken sitzend, in Er- 
staunen und Anbetung dargestellt. Am deutlichsten sind diese Bil- 
der bei Mcngs beschrieben; Vasari verwechselt diese Darstellung 
mit der in der Tribune. Gestochen wurden die Malereien 1700 von 
(iiovannini da Bologna auf 12 Bl., und besser von Ravenet, dem 
Sohne, in 8 Bl. bekannt gemacht.  
Die Tribune der Kirche, welche ebenfalls durch CorreggidsPin- 
sel verherrlichet wurde, hatte man 1584 eingerissen. Da sich in- 
dessen glücklicher Weise eben damals Annxb. Carracci zn- Parma 
aufhielt, so liessen die Mönche von Allem, nach dem gleichen 
Massstab, eine Copie aufnehmen, nach welcher dann die erwei- 
terte Tribune von Cäsar Aretusi neuerdings ausgemalt wurde. Die 
Originalhauptgrnppe wurde jedoch von der Mauer ausgesäet und 
in die herzogliche Bibliothel-Uzu Parma gebracht. Sie stellt die 
lirönung Mariä durch Christum dar. Andere davon abgesondcrte 
Stiielae kamen in die Hände verschiedener PrivatPersonen. 
Ueber der Thüre der Salaristei eben dieser Iiirehe ist von Cor- 
reggio ein Johann Evangelist in Fresco gemalt, der nach Mengs 
in RafaePs Styl ausgeführt ist. 
Durch die Kuppel von St. Johann wurden nun auch die Vorste- 
her der Domliirche angereizt, die ihrige ebenfalls von Correggio 
gemalt zu sehen, und schlossen mit ihm 1522 für diese Arbeit ei- 
nen Contrakt von ungefähr 1000 Zechinen. Indessen scheint er 
diese erst 1526 angefangen und nicht vor 1550 vollendet zu haben. 
Mengs nennt sie die schönste von allen Iiuppeln, welche vor und 
nach ihm gemalt worden sind, sie war aber zu seiner Zeit schon 
verriiuchert und verdorben. Man erblickt in derselben, jedoch in 
schlechter Beleuchtung, die Madonna in der Herrlichkeit mit Chö- 
ren von Engeln und Heiligen. Die Figuren scheinen sehr verwor- 
ren, daher wurde schon zu Correggids Zeiten das Bild ein Fricassä 
von Fröschen (guazetta di raue) genannt. 
B. Vanni hat dieses grosse VVerk 1612 in 15 Bl. geistreich geätzt. 
Auch Bonaveri gab 1697 dasselbe in 15 grossenBlättern und in neue- 
rer Zeit S. Iiavenet der Sohn. Den ersten Gedanken dieses VVerlies, 
die Aufnahme der hl. Jungfrau, hat F. Aquila in 6 Bl., und die 
Apostel und Leuchter tragenden Engel wieder in 6 Bl. Badalocchi 
gestochen. Bosaspina ätzte eine Gruppe dieser Engel, und einen Bi- 
schof mit vier Engeln ein Ungenannter. 
Nahe an der Hanptpfbrte, links vom Eingange des Domes, be- 
merkt man noch den von Zambara al fresco gemalten Profilkopf 
eines Greisenum Weissen Gewande, welchen einige für Correggirfs 
eigenes Bildniss halten wollen; dießache ist jedoch nicht gegrun- 
det, denn es findet sich kein zuverlässiges Bildniss von Correg io, 
selbst die Gallerie zu Florenz wagt es nicht, ein bestimmtes got- 
trait von ihm aufzuweisen. Ravenet hat das erwähnte Bildniss in 
gr. fol. gestochen. 
Zu den besten Oelgemälden Correggids in Parma, und selbst zu 
dessen vorzii liebsten Werken dieser Art, gehören: der hl. Hiero- 
nymus, die läladonna mit der Schale und der vom Kreuze abge- 
nommene AChristus. 
Das erste dieser Bilder verfertigte Allegri, während er mit den 
beiden rossen Arbeiten in Parma beschiiftiget war, für eine par- 
mesanisäie Dame, Donna Brisaide Colla, Wittwe des Orazio Co- 
lonna, um 400 Lire; zwei Jahrhunderte später bot der König von 
Portugal 40,000 Dukaten dafür, und der damalige Abt des Klosters 
stand schon auf dem Punkte, den Vertrag zu schliessen, als die 
Bürgerschaft von Parma, um einem so grossen Verluste vorzubeugen, 
fVuglerÄs" Künstler-Lax. I. Bd. 5
        

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