Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713449
Bodt, 
Johann 
Büblinger, Matthäus, 
CIC. 
557 
Bodt, Johann de, ein treillicher Civil- und Kriegsbaumeister, 
wurde 1610 zu Paris von reformirten Aeltern gezeugt, verliess aber 
der Religion wegen schon in jungen Jahren Frankreich, und ging 
in holllintlische und englische Iiriegsdienste. Im Jahre 1709 91:. 
nannte ihn der (Ihurfürst von Brandenburg zum Hauptmann und. 
Hofbaumeister, und in dieser Fdgensclialt vollendete er den Bau 
des Zeughtuises nach Nerixigs Rissen, die jedoch viele Abiindei-ün- 
en erlitten. Im Jahre 1701 vollendete er den Schlossbau zu Pots- 
dam, und baute das Schlossthtnr mit der Kuppel nach dem Markte- 
zu. lm folgenden Jahre machte er den Plan zu einem neuen Iiü- 
xiigsthore, der aber unausgefiihrt blieb, aber die Stirnvtrand der 
Stechbahn wurde nach seiner Zeichnung und unter seiner Aufsicht 
erbaut. Um diese Zeit baute er auch mehrere Palläste, und der 
Jghanniterptlllast in Berlin ward nach seinen Rissen von Richter 
gebaut. Im Jahre 170d wurde er Oberster und im nächsten Jahre 
projelttirte er die Erweiterung der Festungswerlte, was jedoch nicht 
zu Stande lsmn. Nach dem Tode FriedricHs I. ernannte ihn Frie- 
drich NVilhelm zum Generalmajor und zum Commandanten von 
Wesel, wo er die Festungswerlae und das schöne Berliner-Thor 
baute. Im Jahre 1728 trat er in sächsische Dienste, und wurde 
17.11 General Jleltlzeugineister. Auch in Dresden, wo er 1745 starb, 
sind schöne Gebäude von ihm; andere auf dem Iiönigsstein. 
Bodumont, Franz Alltün, Historienmaler von Brüssel, Schüler 
von Paelinli. Dieser geschickte Künstler erhielt 1823 das Accessit 
bei der Altademie der Künste mit seinem Gemälde, welches Orestes 
und Pylades vorstellt. Bei demselben Concurm gewann auch sein 
halblebensgrusser Oedip das Accessit. Von dieser Zeit an lieferte 
er mehrere preiswürdige Arbeiten, die in Historien und Genrebil- 
dern bestehen, und auch im Portraite leistet er Trelifliches. 
Böblingen, Matthäus, oder Matthäus Sommermann, ein 
berühmter Baumeister von Esslingen oder Boeblingen, übernahm 
 nach dem (11165) erfolgten AblcbeirEnsingeriss die Fortsetzung des 
Baues am Münster zu Ulm , und stand mehrere Jahre dem Werke 
vor. Als im Jahre M92 an einem Sonntage während des Gottes- 
dienstes zwei oder drei grosse Steine aus dem hohen Thurmgewölbe 
des Münsters fielen, und man den Einsturz des Thnrmes, der be- 
reits zu einer Höhe von 257 Fuss gediehen war, befürchtete, musste 
Matthäus Bueblinger aus Ulm fliehen, um nicht der Rachedes 
Volkes ausgesetzt zu seyn. Der ehrsame Rath verbannte den Mei- 
ster auf ewig aus Stadt und Land, gab ihm aber seine Verpflich- 
tung, der Stadt NVerkmann zu seyn, nicht zurück, welches ihn 
hinderte, anderswo Dienste zu nehmen. Desswegen bittet Graf 
 Eberhard der Z-iltere von lNürtemberg, dem der Künstler schon 
früher Dienste geleistet hatte, demselben die Verpflichtung heraus- 
zugeben, was endlich auf zweimaliges Ansuchen am Montag nach 
Bartholomäi 111931. erfolgte. Doch musste Boeblinger für sein gan- 
zes Leben aus der Stadt und Herrschaft zu bleiben schwören und 
dabei gelobten. diejenigen, an welche er des Pfarrlairehenbaues we- 
gen einen Anspruch zu haben vermeine, vor Stadtammann und 
Gericht in Ulm bleiben zu lassen, und nicht vor ein auswärtiges 
Gericht zu ziehen. l 
Matthäus Boeblinger hat auch den ehemaligen Oelberg in Ulm 
gestiftet, und 1171i dazu selbst mehrere Steine gehauen, wie aus 
der Beischrift des noch vorhandenen Grundrisses des Qelberges 
erbellet. Dieser Oelberg hat durch den Zvvinglianismus viehgeht- 
ten (s. Meister Mühlen), aber erst 1807 wurde er gänzlich nieder-
        

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